Landrat Gemke vom Märkischen Kreis inmitten der vielsprachigen "Lesekönige". Ein schöner Tag fand in der Überreichung der Urkunden sein Ende. Fotos: Kannenberg
Die serbischen Kinder bei ihrer Vorführung. Jedes Land hatte die Möglichkeit, einer kleinen Landestypischen Vorführung. Tanz, Gesang, Musik - alles war willkommen.
Die serbischen Kinder bei ihrer Vorführung. Jedes Land hatte die Möglichkeit einer kleinen landestypischen Vorführung. Tanz, Gesang, Musik – alles war willkommen.

Lüdenscheid. Am Samstag, 21. März 2015, fand erstmalig im Märkischen Kreis in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Lüdenscheid ein internationales Lesefest statt. Selten war dazu die Aula des Gymnasiums an der Hochstraße so mit Leben erfüllt, wie an diesem Wochenende.

Bereits im vergangenen Jahr hatten sich kreisweit über hundert Schülerinnen und Schüler der Klassen 4 bis 7 an der Vorbereitung beteiligt. Unter Anleitung der Lehrkräfte für den herkunftssprachlichen Unterricht haben sich die Schülerinnen und Schüler mit der Lektüre “Der kleine Prinz” beschäftigt.

Kompetenz in den Muttersprachen fördern

„Mit dieser Aktion wollen wir die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in den jeweiligen Muttersprachen fördern. Das ist absolut notwendig und Voraussetzung für eine sichere Anwendung in der Mehrsprachigkeit”, so Christa Sacher, zuständige Schulrätin beim Schulamt für den Märkischen Kreis.

Das Lesefest begann mit der Begrüßung durch den Bürgermeister der Stadt Lüdenscheid Dieter Dzewas. Die Schülerinnen und Schüler lasen dann jeweils auszugsweise Texte aus dem „Kleinen Prinzen”, ein Buch, das in viele Sprachen übersetzt worden ist und durch seine starke Botschaft der Liebe und des Miteinanders gleichermaßen über die Landesgrenzen hinaus von jedem verstanden werden kann, egal welcher ethnischen Herkunft er ist.

Türkische, serbische, italienische, spanische und griechische Kinder

Es wurde rege mit dem eigenn Land und den dortigen Freunden kommuniziert. Smart-Phone sei Dank, alles mit Bild und in Echtzeit.
Es wurde rege mit dem eigenen Land und den dortigen Freunden kommuniziert. Smart-Phone sei Dank, alles mit Bild und in Echtzeit.

Türkische, serbische, italienische, spanische und griechische Kinder hatten sich zur Freude aller zusammen gefunden und ein Fest gefeiert, von dem die meisten Anwesenden sicher noch lange sprechen werden.

In der vollen Aula tummelten sich die Kinder und ihre die Angehörigen, zu denen die Mamas und Papas eben so gehörten, wie die Geschwister und die stolzen Großeltern, Freunde und Verwandten der Kinder. Alle waren dabei fröhlich und friedlich beisammen. Die Handys und Kameras liefen ununterbrochen, viele Bilder wurden direkt in das jeweilige Heimatland verschickt und es liefen immer wieder Tränen auf der einen wie auf der anderen Seite. Wie gut, dass es heute möglich ist, dass die Schwester aus Madrid, der Großvater in Athen oder die Tante in Istanbul in Echtzeit mit so einem Event verbunden sind und fast 1:1 daran teilnehmen können.

Die Kinder sind bestens integriert

Alle fühlten sich wohl und waren begeistert von den Kindern.
Alle fühlten sich wohl und waren begeistert von den Kindern.

Und alle staunten gemeinsam darüber, was die Kleinsten da vollbrachten. Einerseits wurde deutlich, wie fest die Kinder in Deutschland verankert sind, denn sie sprachen durch die Bank ein fehlerfreies Deutsch. Und wie wichtig es dabei für die Familien ist, sich ihr ethnisches Erbes zu erhalten, das sich in der eigenen Sprache ausdrückt. Und mit diesem Erbe bewusst und stolz umzugehen.

An diesem Nachmittag wurde zudem aufs Neue deutlich, wie bereichernd die Kultur anderer Völker für Deutschland ist. Frei nach dem Bibelwort: „Prüfet alles, und behaltet davon das beste!“ war nicht nur bemerkenswert, wie gut sich die Kinder untereinander verstehen und sich dabei ganz selbstverständlich der deutschen Sprache bedienen.

Sondern auch, mit welcher Leichtigkeit sie einfach in die Muttersprache ihrer Familie wechseln und sich dadurch Szenen abspielten, in denen eine serbische Großmutter gemeinsam mit einem türkischen Großvater die Bilder in der kleinen Ausstellung der Kinder bewunderten und beide Enkel jeweils gemeinsam und einträchtig nebenenander dazu dolmetschten. So konnten sich die beiden älteren Herrschaften ohne Problem austauschen und die Kinder hatten dabei ihren Spaß.

Der kleine Prinz lebt auch am Meer

Es war voll in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums.
Es war voll in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums.

Die Kinder hatten sich im Vorfeld intensiv mit der Botschaft des „Kleinen Prinzen“ von Antione de Saint-Exupéry auseinandergesetzt und schöne Bilder dazu gemalt. Auf diesen wurde der kleine Prinz aus der Wüste direkt in das jeweilige Heimatland verfrachtet und war in seiner ganzen Pracht inmitten von Palmen, am Meer, auf hohen Bergen und in exotischen Städte zu betrachten. Er hätte sich sicher sehr gefreut über soviel Kreativität.

Die Botschaft des „Kleinen Prinzen“, „man sieht nur mit dem Herzen gut“, ist an diesem Tag jedenfalls bei allen angekommen. Hier wurden Herzen geteilt und niemanden interessierte es, aus welchem Land man gerade kam. Lüdenscheid kann sich freuen über diesen Schatz an Menschen, den es beherbergt.

Ein gelungener Tag

Landrat Gemke hat einiges tun.
Landrat Gemke hat einiges tun.

Landrat Thomas Gemke vom Märkischen Kreis bedankte sich am Schluss bei den Initiatoren, Eltern und Kindern, die an dem Fest teilgenommen hatten. Für die Kinder gab es als „Lesekönige“ eine Urkunde und die Ausgabe des „Kleinen Prinzen“ in ihrer gemeinsamen zweiten Muttersprache „Deutsch“ noch als kleines Geschenk dazu.

 

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