Der Internationale Frauentag – auch Weltfrauentag genannt – wird inzwischen stets am 8. März gefeiert und ist für Frauen auf der ganzen Welt ein wichtiges Datum. Fotos: Kannenberg

Lüdenscheid. „Dieser Internationale Frauentag ist die wuchtigste Kundgebung für das Frauenwahlrecht gewesen, welche die Geschichte der Bewegung für die Emanzipation des weiblichen Geschlechts bis heute verzeichnen kann.“  Clara Zetkin, 1911

Es macht einfach Spaß, ihnen zuzusehen!
Es macht einfach Spaß, ihnen zuzusehen!

Der Internationale Frauentag – auch Weltfrauentag genannt – wird inzwischen stets am 8. März gefeiert und ist für Frauen auf der ganzen Welt ein wichtiges Datum. In einigen Ländern ist er sogar gesetzlicher Feiertag. „Heraus mit dem Frauenwahlrecht!“ war die Hauptforderung der „Mütter“ des Internationalen Frauentags. Auch wenn diese Zielsetzung inzwischen erreicht wurde, so ist die Gleichstellung der Geschlechter dennoch weder in Deutschland noch im Rest der Welt eine Realität. Der Internationale Frauentag hat seine Wichtigkeit daher nicht verloren und wird weiterhin jährlich begangen. Frauen auf der ganzen Welt machen am 8. März mit Veranstaltungen, Feiern und Demonstrationen auf noch immer nicht verwirklichte Frauenrechte aufmerksam.

2015 lautet das Motto der Vereinten Nationen zum Internationalen Frauentag: „Make It Happen“ (Lassen Sie es geschehen). In Deutschland lautet das Motto auch in diesem Jahr „Heute für morgen Zeichen setzen!“. (Quelle: http://www.lpb-bw.de/08_maerz_frauentag.html)

Anlässlich des „Internationalen Frauentages“ lud die Gleichstellungsstelle Lüdenscheid zusammen mit den sozialen Verbänden wie AWO, VHS, Diakonie, den Integrationsagenturen, der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen und vielen mehr zu einem „Interkulturellen Frauenfrühstück“ ins Lüdenscheider Rathaus ein.

Ein Basar mit handgemachten Sachen gehörte auch dazu.
Ein Basar mit handgemachten Sachen gehörte auch dazu.

Neben einem reichhaltigen Frühstücksbüffet, der Band „El Greco“, die richtig Stimmung machte und einem Basar mit handgemachten, fair gehandelten Waren, gab es ein buntes Programm rund um das Thema „Frauen und ihre Rechte in den Ländern dieser Welt“. Dabei wurde von den Initiatorinnen darauf hin gewiesen, dass es für gut die Hälfte alle Frauen weltweit weder eine gute gesundheitliche Versorgung gibt noch die einfachsten Grundrechten wie das Wahlrecht oder das Recht auf freie Meinungsäußerung. Viele Frauen leben auch im 21. Jahrhundert ohne fließendes Wasser, Elektrizität und ohne jegliche Schulbildung.

In vielen Ländern ist es Frauen nicht gestattet, in der Öffentlichkeit das Wort zu ergreifen, werden
junge Mädchen nach wie vor grausam beschnitten und jungen Frauen der Zutritt zu jeglichen Bildungseinrichtungen schlichtweg verwehrt. Ein Zustand, den es anzuprangern gilt und für dessen Bewusstwerdung gerade auch in der westlichen Gesellschaft der Internationale Frauentag eine gute und wertvolle Plattform ist. Ein besonderers Problem in unserer so modernen Zeit ist auch die Tatsache, dass viele Frauen weltweit besonders durch die Aktivitäten archaischer Organisationen wie ISIS gezwungen sind, alleine aus ihren Ländern zu fliehen. Oft wissen sie nicht, was aus ihren Familien geworden ist. Sehr oft wurden die Männer bereits getötet, ganze Familien verschleppt.

Die nigerianische Schauspielerin Chibu. Gut, dass sie bei uns ist!
Die nigerianische Schauspielerin Chibu.

Frauen, die aufgrund der mittelalterlicher Vorstellungen von ISIS oder z.B. Boku Haram in Nigeria nicht arbeiten dürfen, im schlimmsten Fall als Sklavinnen verkauft werden oder mit dem Tode bedroht sind. Dazu gehören viele jesidische, kurdische oder christliche, aber auch moslemischer Frauen, die nur aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur „falschen“ Glaubensgemeinschaft Zuflucht in den Ländern mit einer freiheitlch, rechtlichen Grundordnung, wie denen der EU, suchen. Diese Problematik, die unsere westlichen Gesellschaften mehr und mehr durchdringt, in den Fokus zu stellen, ist sicher auch ein Anliegen des Internationalen Frauentages und einer Veranstaltung wie der an diesem Samstag, dem 7. März im Rathaus der Stadt Lüdenscheid.

Und es wurde trotz des ernsten Hintergrundes viel gelacht, getanzt und gesungen, ist dieser kommende 8. März doch ein Tag, an dem vor allem gefeiert wird, wie viel sich in den letzten 100 Jahren zumindest für die Frauen der westlich geprägten Gesellschaften an Positivem getan hat.  Dazu gehören Grundrechte wie die Gleichberechtigung, das Wahlrecht, Schulbildung, der freie Besuch der Universitäten durch Frauen, das Recht auf Bildung überhaupt und vieles mehr.

Alle fühlten sich wohl.
Alle fühlten sich wohl.

Rechte, die sogar noch für viele unserer Großmütter nur bedingt gegeben waren und die von jungen Frauen heute ganz selbstverständlich erlebt werden.

Was dieses Frühstück zudem besonders machte: Alte und junge Frauen, der unterschiedlichsten Konfessionen und Prägungen feierten, aßen, tanzten und saßen zusammen. Fühlten sich wohl und hatten gemeinsam ein Auge auf die vielen Kinder, die dort ebenfalls anwesend waren. Wie es normal ist, wenn Frauen sich treffen.

Alles sehr friedlich und in größer Nähe. Warum dies nicht überall auf der Welt möglich ist? Da muss man dann wohl, so leid es mir als Autorin dieses Artikels tut und so wertgeschätzt sie mir sind, leider oft die Männer fragen …

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