Michaela Beiderbeck vor ihrem Bunker in der Bergstraße 98.

Hagen. Die Dunkelführungen im Hagener Bunker-Museum in der Bergstraße 98 sollen künftig noch authentischer sein. Das berichtet Museums-Eigentümerin Michaela Beiderbeck im Gespräch mit Tach!-Hagen. Am 3. Oktober, wenn sich die Museumserföffnung zum 2. Mal jährt, öffnet das Denkmal mit interaktivem Konzept.

Die Details erläutert die Museums-Chefin ihren Gästen in einem 15-minütigen Vortrag. Der bereitet die Besucherinnen und Besucher im 40er-Jahre-Gasthaus-Ambiente neben dem Bunker darauf vor, was sie anschließend in den Beton-Katakomben erwartet. Per Kurbel laden die Museumsgäste eine Dynamo-Taschenlampe auf, um dann allein die Gänge und Räume des Bunkerkellers zu erkunden. Sie sehen die zellenartigen Räume, in denen bei Luftangriffen bis zu 300 Menschen dicht an dicht eingesperrt waren. Sie sehen aber auch den Sanitäts- und den Küchenraum, den Keller mit dem Notstromaggregat und die Lüftungs- und Filteranlage. Sie hören die Anweisungen der Bunker-Aufsicht und das Dröhnen der Bombenflugzeuge und des Sirenenalarms.

„Botschaft: Nie wieder Krieg“

DSC_0194 „Nie wieder Krieg, das sei die Botschaft ihres Museums“, sagt Michaela Beiderbeck. Um den Gästen das nahe zu bringen, habe sie sich um Ausstellungsstücke bemüht, die authetisch sind und die auch alle angefasst werden können. Die Handluftschutzsirene des Bunkerwartes und der Appell-Gong gehören dazu, das Aufsetzen eines Original-Luftschutzhelmes und der Blasebalg des Gasschutzjäckchens für Kleinkinder ebenfalls. Die Wasserpumpe für den Brandschutz, die Luftschutz-Hausapotheke im Sanitätsraum, das Wählscheiben-Telefon und die Morsetaste für die Notkommunikation sind weitere Beispiele authentischer Museumsausstattung.

Souvenirs und Kunstaktionen

Um das alles anschaffen zu können, müsse man auch Einnahmen haben, berichtet Michaela Beiderbeck. Dafür sorgt nicht nur der Eintrittspreis, es gibt auch touristische Souvenirs und besondere Verpflegung, z.B. ein Erinnerungs-T-Shirt, Muckefuck-Ersatzkaffee aus den 1940er Jahren sowie eine heiße Steckrübensuppe. Zudem können Gäste Extras buchen, wie eine Filmvorführung oder eine Lesung. CDs, DVDs und eine 68-seitige Broschüre informieren über das Leben im Bunker in der Bergstraße.

Das alles würde nicht reichen, die sechsstellige Summe, die der Bunker 2012 kostete, zu finanzieren. Beiderbeck hat weitere Pläne mit ihrem Denkmal. Das Erdgeschoss des zentral gelegenen Gebäudes will sie als Parkdeck nutzen. Und es soll für Kunstaktionen zur Verfügung stehen. Nächsten Monat, beim Hagener Kunst-Großereignis wird das so sein: beim Urban Lights Ruhr vom 9. bis 25. Oktober. Da ist das Bunker-Museum der zentrale Ausgangspunkt der Aktivitäten, sowie Ort der Vernissage und der Finnissage.

Wohnungen mit unverbaubarem Blick geplant

Zentraler Ausgangspunkt ist das Bunker-Museum auch bei der „Bunker-Tour durch die Hagener Innenstadt“, die regelmäßig von der VHS-Hagen in Kooperation mit dem Stadtarchiv und dem Stadttheater angeboten wird. Nächster Termin ist ebenfalls am 3. Oktober. Weitere Kunsttermine sind geplant, berichtet Miachaela Beiderbeck, z.B. mit dem Stadtteater, das in 1. Bunkeretage Requisiten lagert, die während der laufenden Saison nicht benötigt werden. Im obersten Stockwerk haben sich zudem Künstler Räume eingerichtet.

Allerdings wird das heutige oberste Stockwerk nicht oberstes Stockwerk bleiben. So die weiteren Pläne. In nicht allzu ferner Zukunft soll das historische Gebäude unter Aufsicht des Denkmalamtes in die Höhe wachsen. Besondere Wohnungen sind vorgesehen. „Von dort hat man einen unverbaubaren Blick auf Hagen“, verrät die Bunker-Eigentümerin. Ein nicht ganz unwichtiges Details, als sie sich mit ihrem Mann entschloss: Wir kaufen einen Bunker.

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