Marco Malms (2. v. r.) beantwortet Fragen der Teilnehmer beim Betriebsrundgang. Foto: WJL

Lüdenscheid/Schalksmühle-Heedfeld.Energiekosten sind für alle Unternehmen ein ganz wichtiges Thema. Rund 30 Mitglieder der Lüdenscheider Vereine Wirtschaftsjunioren und Wirtschaftskreis besichtigten jetzt ein Unternehmen, das in diesem Bereich ganz neue, innovative Wege geht. Die Eibach Oberflächentechnik GmbH (EOT) hat vor einigen Monaten einen komplett neu errichteten Unternehmenskomplex im Gewerbegebiet Südlich Heedfeld bei Lüdenscheid bezogen. Im Rahmen des Neubaus wurde für die Energiegewinnung eine bislang weltweit einmalige Anlage ganz individuell auf die Möglichkeiten und Bedürfnisse des Betriebes zugeschnitten.

Diese Anlage stand daher auch im Mittelpunkt des Betriebsrundgangs, zu dem die Geschäftsführer Wolfgang Roll und Marco Malms die Wirtschaftsjunioren eingeladen hatten. Die Energiegewinnung für Produktion, Heizung und Warmwasser erfolgt über zwei Blockheizkraftwerke (BHKW), die zu einem nicht unerheblichen Anteil mit der lösungsmittelhaltigen Abluft der Beschichtungsanlagen des Oberflächenveredlers betrieben werden. Der Lösungsmittelanteil in der Abluft wird dazu in einem speziell entwickelten Adsorberrad für die spätere Verbrennung aufkonzentriert. Erst danach liefern die Lösungsmittel Energie für die BHKW, womit dann deren Erdgas-Verbrauch deutlich reduziert wird. Als „Abfallprodukt“ entstehen Strom, warme Abluft und Warmwasser. Die erzeugte Strommenge entspricht etwa dem Eigenbedarf des Unternehmens. Das 85 Grad Celsius warme Wasser wird für Heizungen und Duschen, aber auch für die Phosphatbäder und das Heißspülen in der Produktion genutzt. Mit der 150 Grad heißen Abluft werden die Öfen vorgeheizt, so dass für die dort endgültig benötigte Temperatur von 250 Grad Celsius deutlich weniger externe Energie benötigt wird.

Um die Abluft zu den BHKW und auch die Wärme wieder zurück zu leiten, ist ein weit verzweigtes Rohrnetz erforderlich. „Und wir haben immer noch viel Wärmeenergie übrig“, betonte Marco Malms. Für deren Nutzung gebe es bislang noch kein schlüssiges Konzept. „Wir wollen nicht überall die ersten sein“, sagte Malms.

Der Neubau an der Golsberger Straße brachte aber nicht nur die Chance für ein neues Energiekonzept, sondern auch für die Optimierung der Betriebsabläufe. So werden unter anderem die Lkw für Anlieferung und Abholung in einem Einbahnstraßensystem um den Gebäudekomplex geführt. Dazu gibt es mehrere Tore zum Be- und Entladen – bei täglich bis zu 100 Lkw kein unwichtiger Faktor. EOT investierte etwa 11,5 Millionen Euro in den Unternehmensneubau, davon rund 1,8 Millionen Euro in die Anlage zur Energiegewinnung.

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