Märkischer Kreis/Südwestfalen. Die mittelständischen Unternehmen in Südwestfalen sehen „Industrie 4.0“, die digitale Vernetzung in der Produktion, als Chance für die Unternehmensentwicklung. Die Mehrheit der Teilnehmer einer Befragung der Industrie- und Handelskammern Arnsberg, Hagen und Siegen erwartet vor allem eine Erhöhung der Produktivität und bessere Möglichkeiten der Flexibilisierung in der Produktion. Damit könnte den Wünschen der Kunden nach Individualisierung der Produkte besser und kostengünstiger nachgekommen werden. „Die neuen technologischen Möglichkeiten können maßgeblich zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und zur Sicherung des Produktionsstandortes Südwestfalen beitragen“, betonen die IHKs.

184 Unternehmen beteiligten sich

An der Umfrage beteiligten sich 184 Industrieunternehmen, vorwiegend aus der Automotive Industrie und dem Maschinen- und Anlagenbau, gefolgt von der Gebäudetechnik, die zusammen etwa 79.000 Mitarbeiter beschäftigen. Etwas mehr als die Hälfte (57 Prozent) hat erklärt, sich bereits mit dem Thema „Industrie 4.0“ zu befassen. Der Schwerpunkt liegt bisher auf der Informationsbeschaffung, wie zwei Drittel aller Unternehmen angaben. Viele andere stehen bei „Industrie 4.0“ noch am Anfang der Entwicklung. Der Informationsbedarf ist nach wie vor hoch.

Einige Unternehmen arbeiten bereits ganz konkret an der Umsetzung von „Industrie 4.0“ in der betrieblichen Praxis. Etwa ein Drittel der Umfrageteilnehmer, beschäftigt sich mit ersten Umsetzungsprojekten in der eigenen Produktion. Jeder Fünfte gibt an, entsprechende Entwicklungsprojekte initiiert zu haben oder an der Erschließung neuer Geschäftsfelder mit Hilfe der neuen Technologien zu arbeiten.

Bild der „menschenleeren Fabrik“ nicht real

Die Umfrage zeigt, dass das Bild der „menschenleeren Fabrik“ nicht real ist. Zwei Drittel der Unternehmen erwarten derzeit keine Auswirkungen der digitalen Vernetzung auf die Beschäftigung. Vielmehr sehen sie es als vordringliche Aufgabe an, die Akzeptanz für neue Technologien und Geschäftsmodelle bei den Mitarbeitern zu fördern und die Qualifizierung – insbesondere im Umgang mit spezifischen IT-Systemen und übergreifenden Prozessen – auszubauen.

Hemmnis unzureichende Breitbandanbindung

Hemmnisse für die Einführung von Industrie 4.0 sind derzeit neben den hohen  Anforderungen an die IT-Sicherheit vor allem hohe Investitionskosten und fehlende spezifische Kompetenzen der Mitarbeiter. Auch hohe Risiken im Bereich des Vertragsrechts stellen eine Hürde dar. Außerdem wirft der Datenschutz – insbesondere bei unternehmensübergreifenden Prozessen – noch viele Fragen auf.  Fast 40 Prozent der Unternehmen beklagen überdies eine unzureichende Breitbandanbindung in vielen Bereichen Südwestfalens.

Hoher Bedarf an Qualifizierung

Die IHKs möchten die Umsetzung von Industrie 4.0 im Mittelstand künftig gezielter unterstützen. Die Unternehmen sind besonders an Informationsveranstaltungen und Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch interessiert. Darüber hinaus sehen sie einen großen Bedarf an Qualifizierungsmaßnahmen. Außerdem signalisiert jedes vierte Unternehmen  Interesse an Entwicklungsprojekten mit regionalen Hochschulen. Eine branchenbezogene Zusammenarbeit wünschen vor allem die Automotive-lndustrie (28 Prozent) und der Maschinenbau (24 Prozent).

Bei Querschnittsthemen stehen die intelligente Vernetzung (61 Prozent) und die Mensch-Maschine-Interaktion (45 Prozent) sowie die Selbstoptimierung von Maschinen besonders im Fokus. Auch die Datensicherheit wird als vordringliches Thema gesehen. Weitergehende Informationen zum Thema „Digitalisierung der Wirtschaft“ unter www.sihk.de/industrie4.

 

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