Plettenberg. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren zur Sitzung des Gesundheitsausschusses am Mittwoch gekommen. Ihr Interesse galt vor allem den Informationen über das Krankenhaus. Die Radprax GmbH hat Interesse am Kauf des Plettenberger Krankenhauses bekundet. „Es ist aber noch nichts konkret“, informierte Bürgermeister Ulrich Schulte.

Die Krankenhauseigentümer Mendritzki Stiftung und Stadt Plettenberg haben bisher lediglich die Erlaubnis erteilt, dass Radprax sich im Krankenhaus Plettenberg umschaut, die Abläufe ansieht und mit Mitarbeitern Gespräche führt. „Weil das natürlich Aufmerksamkeit erregt, haben wir nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Öffentlichkeit über diese Vorgänge informiert“, erklärte Ulrich Schulte.

Krankenhaus wirtschaftlich von äußeren Einflüssen abhängig

Dass man sich überhaupt mit dem Verkauf des Krankenhauses beschäftige, liege zum Einen am überaus seriös anmutenden Interesse und der offensichtlichen Kompetenz der Radprax GmbH. Der Verbund von Medizinischen Versorgungszentren mit Firmensitz in Wuppertal sei aus gesellschaftsrechtlichen Gründen bestrebt, ein Krankenhaus der Grund- und Nahversorgung zu erwerben. Zum anderen sei die wirtschaftliche Situation des Krankenhauses zwar stabil, aber von äußeren Einflüssen abhängig. „Die Stadt und die Mendritzki Stiftung gleichen die jährlichen Verluste aus. Käme aber etwas Außergewöhnliches auf das Krankenhaus zu, könnten wir das nicht stemmen.“

Ulrich Schulte rechnet damit, dass Radprax in ein bis zwei Wochen wieder auf ihn zukommen wird. Dann werde sich klären, ob das Kaufinteresse Bestand hat. Schon in den bisherigen Kennenlerngesprächen habe er Wert darauf gelegt, dass im Falle des Verkaufs das Personal komplett übernommen werden und ein Rückkaufsrecht für die Stadt im Vertrag enthalten sein müsste.

Ausschuss und Bürger werden auf dem Laufenden gehalten

Ausschussmitglied Dr. Wolfgang Ermes bezweifelt, dass die Mitglieder des Krankenhaus-Aufsichtsrats kompetent genug sind, um das Radprax-Konzept zu beurteilen: „Ich habe Bauchschmerzen bei dieser Sache. Es sind genug wirtschaftliche Fehler in der Vergangenheit gemacht worden.“ Ulrich Schulte sicherte zu, dass zu gegebener Zeit Vertreter von Radprax in den Gesundheitsausschuss eingeladen würden, um ihr Konzept vorzustellen. Darüber hinaus soll zu einer Bürgerversammlung eingeladen werden, sobald die Gespräche in eine konkrete Phase eintreten.

Info

Die Radprax-Gruppe ist ein Verbund von Praxen für Radiologie, Nuklearmedizin, Kardiologie und Strahlentherapie, die zu den führenden Praxen Nordrhein-Westfalens gehört. Ursprünglich 1952 als Einzelpraxis in Wuppertal gegründet, ist Radprax heute an zwölf Standorten in acht Städten in NRW vertreten.

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