Die Menge an Hausmüll sinkt, die im Iserlohner Müllheizkraftwerk verbrannt wird. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. (pmk). Wegen des enormen Rückgangs der Einwohnerzahlen sinkt auch die Müllmenge im Märkischen Kreis. Das erfuhren die Mitglieder im Ausschuss für Abfallwirtschaft, Umweltschutz und Planung.

Immer weniger Einwohner – immer weniger Hausmüll. Auf diese einfache Formel brachte Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper die Entwicklung bei der Menge des zu beseitigenden Siedlungsabfalls, der im Iserlohner Müllheizkraftwerk verbrannt werden kann. Im Jahr 2012 seien es noch gut 107.000 Tonnen gewesen, im vergangenen Jahr nur noch 104.000 Tonnen. „Die Prognose für dieses Jahr ist 101.000 Tonnen“, so Dienstel-Kümper in der Sitzung des Ausschusses für Abfallwirtschaft, Umweltschutz und Planung. „Wir haben allein in den vergangenen vier Jahren im Märkischen Kreis 18.000 Einwohner verloren. Das ist die Größe einer mittleren kreisangehörigen Stadt.“ Das mache sich eben auch bei der Müllmenge bemerkbar. Eine leicht gegenläufige Entwicklung gebe es bei Bau- und (bau)mineralischen Abfällen. Deren Menge stieg um gut 34.000 Tonnen auf 167.454 Tonnen. „Das mag daran liegen, dass aufgrund der niedrigen Bauzinsen mehr gebaut wird“, vermutet die Kreisdirektorin.

Zuvor wurde von den Ausschussmitglieder, unter ihnen auch einige neue nach der Kommunalwahl im Mai, über die vielfältigen Aufgaben der einzelnen Umweltfachdienste beim Kreis informiert, hatten den von Michael Lücker und Bernhard Oberle Jahresbericht der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, die für den Kreis die private Abfallberatung übernommen hat, zur Kenntnis genommen und hatten den Energiebericht mit CO2-Bilanz vorgelegt bekommen.

Interessiert zeigten sich Kreispolitiker am Strategiepapier „Der Kreis wird E-mobil“, das die Klimaschutzbeauftragte Petra Schaller vorstellte. Der Kreis könne beim Klimaschutz informieren, Anstöße geben und moderieren. „Echte Einflussmöglichkeiten haben wir wenig“, so Schaller. Aber dort, wo der Kreis direkt etwas tun könne, soll die Verwaltung jetzt aktiv werden. Der Ausschuss wollte das Konzept nicht nur, wie geplant, zur Kenntnis nehmen, sondern forderte die Kreisverwaltung einstimmig auf, es umzusetzen. Dazu gehört beispielsweise der vermehrte Einsatz von Elektroautos im Fuhrpark, die Einrichtung einer Ladestation für E-Bikes am Lüdenscheider Kreishaus sowie die Verbesserung des Transportes von E-Bikes in den Bussen der Märkischen Verkehrsgesellschaft.

Einstimmig beschloss der Ausschuss für Abfallwirtschaft, Umweltschutz und Planung die zweite Änderung des Landschaftsplanes „Balve- Mittleres Hönnetal“ und damit die Umsetzung der FFH-Richtlinie der Europäischen Union. 23 Behörden und öffentliche Stellen sowie fünf Privatpersonen hatten Anregungen vorgebracht oder Bedenken geäußert. „Soweit deren Umsetzung möglich ist, werden sie im Landschaftsplanentwurf berücksichtigt“, sagte die Verwaltung in der Sitzungsvorlage zu. Der Entwurf soll alsbald für vier Wochen öffentlich ausgelegt werden.

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