Lüdenscheid. Manchmal treffen Volker Jenneboer und seine Wunschkennzeichen-Mitstreiter auch auf Witzbolde. Samstagmorgen am Hellweg-Baumarkt: Franz-Dominikus Vandrey geht auf einen älteren Herrn zu. Der weiß schon genau, worum es geht. „Ich hätte gern OE für Oeneking“, sagt er und lacht. Dann trägt er sich in die Liste derjenigen, die gern das Altkennzeichen LÜD an ihr Auto schrauben würden.

Schon einmal abgelehnt

„Es läuft super“, sagt Volker Jenneboer. Der Mann aus Brügge hat vor einigen Monaten die Kennzeichen-Initiative gestartet. Er sagt „Ja“ zum MK-Kennzeichnen, möchte aber auch allen Fahrzeughaltern die Möglichkeiten eröffnen, auf die Kennzeichen LÜD, LS, IS und AL umzusteigen.  Der Märkische Kreis hat einen solchen Antrag bereits einmal abgelehnt. Ob mit dem Nein des Kreistags allerdings die letzte Entscheidung gefallen ist, bleibt unklar: Sollte der Bund die Gesetze so ändern, dass die Altkennzeichen generell wieder erlaubt werden, könnte daraus ein Rechtsanspruch werden – auch für die Städte und Gemeinden, denen der übergeordnete Landkreis das Altkennzeichen verwehrt.

Grundlage für neuen Antrag

Mit der Unterschriftenaktion will Jenneboer die Grundlage für einen neuen Antrag schaffen. Bis Ende Januar hatten sich bereits rund 1000 Befürworter in die Unterschriftenliste der Initiative eingetragen. Bei Einsätzen auf dem Sternplatz und ganz aktuelle am Hellweg-Baumarkt kamen weitere hinzu. Zwei Autos, ein Peugeot des Brügger Autohauses Sauerlandgarage und der BMW Z4 von Franz-Dominikus Vandrey flankierten bei strahlendem Sonnenschein den Infostand der Initiative. Kathrin Hackmann von der Sauerlandgarage ist mit von der Partie. Außerdem war Klaus Zielinski als Unterstützer dabei. Vandrey hat am Freitag die Stimmung in Schalksmühle getestet. „Ich habe gleich mindestens 50 Unterschriften erhalten“, freut sich der Sportwagenfahrer. Auch er würde mit dem LÜD-Kürzel gern seine Verbundenheit mit der Bergstadt ausdrücken.

Minister Groschek findet die Sache gut

Die Initiative hat prominente Mitstreiter. „Heimat auf dem Nummernschild, das finde ich gut“, sagt NRW-Verkehrsminister Michael Groschek. Er freue sich darüber, dass so viele Fahrzeughalter auf diese Weise die Verbundenheit mit ihren Städten ausdrücken wollten. Die Wiedereinführung der alten Kennzeichen sei „eine gute Idee“ gewesen, lobt der Minister.
Die Reform der Zulassungsverordnung war seit 2010 durch eine Studie der Hochschule Heilbronn in Gang gekommen. Studenten des Tourismusmanagement hatten in Umfragen festgestellt, dass in vielen Städten selbst Jahrzehnte nach Eingemeindung und Gebietsreform die Sehnsucht nach einem eigenen Auto-Kennzeichen nicht nachgelassen hat. Selbst jüngere Menschen wünschten sich das historische Ortskürzel zurück, so die Forscher.

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