Ein Polizeibild von dem schweren Verkehrsunfall am 19. Mai 2016 auf der Feithstraße: In diesem zerstörten "Focus" saß die Mutter mit ihren beiden Kindern. Alle drei wurden schwer verletzt; ein Kind schwebt sogar noch in Lebensgefahr. (Foto: Polizei)

Hagen. Das folgenschwere Straßenrennen, das am Abend des 19. Mai zu dem schweren Verkehrsunfall auf der Feithstraße in Höhe der Fernuniversität geführt hat, wurde teilweise mit einer „Dashcam“ gefilmt. Das berichtet die Tageszeitung „Westfalenpost“ in ihrer Ausgabe von Donnerstag, 26. Mai. Gegenüber der Zeitung haben weder Polizei noch Staatsanwaltschaft die Existenz eines solches Videos bestätigt.

Eine „Dashcam“ ist eine Videokamera, die auf dem Armaturenbrett eines Fahrzeuges befestigt wird und die Fahrt aufzeichnet. In Osteuropa sind solche Geräte wesentlich weiter verbreitet als in Deutschland, auch weil hier datenschutzrechtliche Bedenken gegen die Aufzeichnungen des Geschehens im öffentlichen Raum bestehen. Entsprechend umstritten ist, ob solche Aufnahmen von einem Gericht verwertet werden können.

Keine Aufnahmen vom Unfallgeschehen selbst

Nach den „Westfalenpost“-Informationen ist ein Autofahrer etwa im Bereich des Boeler Ringes auf die beiden duellierenden Autofahrer getroffen und hat dann teilweise das Rennen zwischen dem Skoda und dem Audi gefilmt. Die Aufnahmen sollen zeigen, dass die beiden am Unfall beteiligten Pkw mit hoher Geschwindigkeit gefahren seien. Etwa ab Höhe Hoheleye, also auch von dem Unfall, gebe es dann keine Aufnahmen mehr: Der Fahrer mit der „Dashcam“ hätte sich an die Geschwindigkeitsregeln gehalten und sei entsprechend abgehängt worden. Der grausame Unfall geschah dann wenige hundert Meter weiter. Noch am Unfallort habe der „Dashcam“-Filmer die Polizei von seinen Aufnahmen berichtet.

Ein Haftbefehl außer Vollzug

Wie die „Westfalenpost“ weiter berichtet, ist für den 46-jährige Skoda-Fahrer der Haftbefehl unter Auflagen außer Vollzug gesetzt worden. Der 33-jährige Audi-Fahrer, der zunächst von der Unfallstelle geflohen war, sitze hingegen weiter in Untersuchungshaft. Sein Anwalt habe auch noch keinen Antrag auf Haftprüfung gestellt.

Bei dem schweren Verkehrsunfall hatten sich, wie der „Tach!“ berichtete, der Audi und der Skoda mit etwa 100 Stundenkilometern ein illegales Rennen geliefert, waren in den Gegenverkehr geraten und mit zwei Autos zusammengeprallt. Der Unfall forderte fünf Schwerverletzte; ein sechsjähriger Junge schwebt noch immer in Lebensgefahr.

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here