1. IG Metall-Bevollmächtigte Gudrun Gerhardt (hier bei einer Warnstreik-Aktion in Lüdenscheid) bedankt sich vor allem bei den aktiven Mitgliedern, die ihre Kampfbereitschaft in den letzten Wochen durch Warnstreiks gezeigt haben. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat es bei den Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie einen Durchbruch gegeben. IG Metall und Metall-Arbeitgeber haben sich in Nordrhein-Westfalen auf einen neuen Entgelt-Tarifvertrag einigen können. Dieser sieht insgesamt 4,8 Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten in den tarifgebundenen Unternehmen vor. Ursprünglich hatte die IG Metall eine Gehaltssteigerung von fünf Prozent gefordert. Die Erhöhungen sollen in zwei Stufen erfolgen. In der ersten Stufe werden ab 1. Juli 2,8 Prozent mehr ausgezahlt, im April folgt eine zweite Erhöhung um weitere zwei Prozent.

Verhandlungsmarathon bis 6.30 Uhr

Gudrun Gerhardt, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Märkischer Kreis und Mitglied der Verhandlungskommission ihrer Gewerkschaft, zeigt sich nach dem mehrstündigen Verhandlungsmarathon erfreut. Erst am Morgen um 6.30 Uhr stand das Verhandlungsergebnis fest. „Eine Lohnerhöhung um 4,8 Prozent tut unseren Beschäftigten gut. Das ist ein toller Erfolg. Die Unternehmen können sich dieses Plus gut leisten. Die verlängerte Laufzeit gibt außerdem vor allem den mittelständischen Unternehmen mehr Planungssicherheit, was besonders in unserer Region sehr wichtig ist“, so die Gewerkschafterin.

Urabstimmungen waren schon vorbereitet

Gerhardt bedankt sich vor allem bei den aktiven Mitgliedern, die ihre Kampfbereitschaft in den letzten Wochen durch Warnstreiks gezeigt haben. Kreisweit befanden sich gut 2.000 Beschäftigte im kurzzeitigen Ausstand. „Wir hätten in der nächsten Woche mit Tagesstreiks weitergemacht. Die Urabstimmungen waren vorbereitet. Das sind nun einmal die Mittel, mit denen Gewerkschaften in Tarifauseinandersetzungen ihre Positionen bekräftigen können“, erklärt Gudrun Gerhardt. Die Laufzeit von 21 Monaten gebe den Metallern mehr Zeit, um die Tarifbindung auch in ungebundenen Betrieben durchzusetzen. Außerdem bleibe das „Tagesgeschäft“ der örtlichen Gewerkschaft rund um die Betreuung von über 200 Betrieben, der Beratung der Mitglieder und der weiteren politischen Arbeit umfangreich. „Wir werden uns auf diesem Erfolg nicht ausruhen“, so Gerhardt abschließend. „Es gibt genug zu tun.“

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here