IG Metall-Bilanz
Im Mai mobilisierte die IG Metall ihre Mitglieder bei Warnstreiks. Foto: Wolfgang Teipel

Märkischer Kreis. Der Juni geht zu Ende – und damit auch das erste Halbjahr 2016. Die Zeit passt also für die IG Metall im Märkischen Kreis, um eine Halbjahresbilanz zu ziehen. „Wir haben eine anstrengende, aber auch erfolgreiche Jahreshälfte hinter uns“, resümiert Gudrun Gerhardt, Erste Bevollmächtigte der MK-Metaller. „Wir standen in der landesweiten Tarifauseinandersetzung in der Metall- und Elektroindustrie. Wir haben vor Ort in zahlreichen Betrieben über Standortsicherung und Zukunft von Arbeitsplätzen verhandelt. Außerdem wurden im Rahmen von Rechts- und Einzelberatungen mehrere Hundert Mitglieder in unseren Büros in Lüdenscheid und Iserlohn beraten.“

Dieser Aufwand mache sich auch in Zahlen bemerkbar: Über 600 neue Metallerinnen und Metaller konnte die märkische IG Metall in diesem Jahr schon aufnehmen. Gerhardt: „Das zeigt, dass Gewerkschaftsarbeit auch im fortschreitenden 21. Jahrhundert wichtig und modern ist.“

2000 Mitglieder gingen in den Warnstreik

Torsten Kasubke
Torsten Kasubke
Gudrun Gerhardt
Gudrun Gerhardt

Stichwort Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie: 2000 Mitglieder machten im Märkischen Kreis mobil und gingen in den Warnstreik. Mit Gudrun Gerhardt und dem Iserlohner Betriebsrat Ulrich Kunz saßen gleich zwei heimische Mitglieder der IG Metall in der Tarif-Verhandlungskommission – direkt gegenüber den Vertretern der Arbeitgeber. „2,8 Prozent oder im Schnitt 960 Euro mehr konnten wir als Entgelterhöhung für dieses Jahr erkämpfen. Im nächsten Jahr folgen noch einmal zwei Prozent oder umgerechnet noch einmal 650 Euro. Das spürt man in der Brieftasche“, resümiert Gerhardt.

Betriebe ohne Tarifbindung müssen nachbessern

Mit Blick auf die nicht-tarifgebundenen Unternehmen kündigt die Gewerkschafterin stärkeres Nachsetzen der IG Metall an Es könne nicht sein, dass in einigen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie ausgebildete Facharbeiter weniger verdienen als gering qualifizierte Mitarbeiter in Betrieben mit Tarifvertrag. „Damit wir uns klar verstehen: Wir finden die tarifliche Regelung für gering qualifizierte Jobs richtig. Die Betriebe ohne Tarifbindung müssen dringend nachbessern“, so Gerhardt.

Höchste Priorität für Erhalt von Arbeitsplätzen

Stichwort Standort- und Arbeitsplatzsicherung: Auch in diesem Jahr hat die IG Metall ihren Beitrag zum Erhalt von Arbeitsplätzen und Betrieben geleistet. Im ganzen Kreisgebiet fanden entsprechende Verhandlungen statt. „Es ist doch klar, dass wir Unternehmen in schlechten Zeiten Möglichkeiten bieten, sich zu erholen. Aber die Voraussetzungen müssen klar sein: Der Erhalt von Arbeitsplätzen hat höchste Priorität, es wird auf Augenhöhe verhandelt – mit dem Ergebnis eines Tarifvertrags.“

Das Beste herausholen

Seit Oktober letzten Jahres ist Torsten Kasubke als Zweiter Bevollmächtigter neues Mitglied der märkischen Metaller-Spitze. Auch er zieht ein positives Resümee: „Wenn die Welt sich im Wandel befindet, darf die Gewerkschaft nicht auf der Stelle treten. Deswegen ist es wichtig, dass wir mit unserer neuen Facebook-Seite zum Beispiel den direkten Draht zu denen suchen, die in den sozialen Netzwerken miteinander kommunizieren.“

Bezogen auf seine tägliche Arbeit, sieht Kasubke für das vergangene Halbjahr zwei Schwerpunkte: „Ein großer Erfolg ist die Erreichung des ersten Tarifvertrags bei der Firma Schulte in Hemer. Auf der anderen Seite steht Dura in Plettenberg, wo wir nun den ersten Aufschlag mit einem Alternativkonzept gemacht haben. Hier stehen wir in der Pflicht, das Beste für unsere Mitglieder herauszuholen.“

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