Großer Andrang herrschte an diesem Abend in der evangelischen Kirchengemeinde Oberrahmede. Es passte absolut niemand mehr in die Kirche hinein. Fotos: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Exakt 500 Jahre nach Beginn der Reformation der Kirche durch Martin Luther, trafen sich seine „Nachfahren“ zu einem großen Fest in der ev. Kirche Oberrahmede. Es wurde ein Gottesdienst mit mehreren hundert Besuchern, Bands und Spielmannszug gefeiert, in dem Pastorin Monika Deitenbeck und Jugendpastor Daniel Scharf predigten und in Erinnerung riefen, was genau die Reformation für die Menschen bedeutete und noch immer bedeutet.

Die Wahrheit ist ein scharfes Schwert

Neues wagen. Auch das ein immer noch topaktueller Ausspruch des Mönchs aus Wittenberg.

Martin Luther läutete mit ihr nicht nur die Neuzeit ein, sondern übersetzte auch die bis dahin für das Volk unverständliche lateinische Bibel in ein verständliches Deutsch.

Eine Tat, die es nicht nur möglich machte, dass jeder Zugang bekam zur Botschaft der Bibel, sondern die letztendlich auch zu einer einheitlichen deutschen Sprache führte.

Seine Aussagen „Ich will selber denken, was gut und richtig ist“ oder „die Wahrheit ist ein scharfes Schwert, das die Mächtigen das Fürchten lehrt“ haben sicher auch heutzutage nichts an Brisanz verloren.

Fröhlich und besinnlich

Sie sangen ein Lied in Farsi: Die Iraner der Gemeinde.

Die an diesem 31. Oktober 2017 versammelten Menschen aus den unterschiedlichsten Gemeinden feierten in der ev. Kirche Oberrahmede in dieser Nacht den 500. Jahrestag der Reformation genau so, wie es der lebenslustige Martin Luther sicher auch getan hätte: Fröhlich und besinnlich, aber auch mit durchaus ernsten Tönen angesichts einer sehr unruhigen und irgendwie aus den Fugen geratenden Welt.

Fünf Stunden Musik

Die Hausband der FEG Grünewiese zu Gast in der Oberrahmede.

Martin Luther ist nicht unumstritten. Aber: Er hat unbestreitbar viel dazu beigetragen, dass das menschliche Dasein erträglicher und sehr viel gerechter wurde.

Mit dabei waren an diesem Abend als musikalische „Highlights“ die Bands der ev. Freikirche Gemeinde Gottes, der ev. Kreuzkirchengemeinde, der ev. Kirchengemeinde Oberrahmede, der ev. Freikirche Grünewiese, FeG Börsenstraße, ev. Gemeinde Brüninghausen und die überkonfessionelle Band96. Sie alle spielten fünf Stunden lang hintereinander weg mit viel Herz und sehr professionell jazzige, rockige und poppige Worship-Musik. Mitsingen und Mitfeiern war dabei ausdrücklich erwünscht.

Würdiger Abschluss

Markus Opderbeck am Flügel leitet die Band der Oberrahmede. Sie machte an diesem Abend den musikalischen Anfang.

Pastor Marco Fischer aus der ev. freikirchlichen „Gemeinde Gottes“ führte als Moderator engagiert und redegewandt durch die Veranstaltung, die von Anfang bis Ende gut besucht war.

Diese Nacht voller Musik, Licht und mit so vielen, teils sehr unterschiedlichen Gästen erwies sich als würdiger Abschluss eines Jahres, in dem der deutsche Mönch Martin Luther und seine Reformation völlig zu Recht weltweit im Fokus standen.

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