Für die Boxgala wurde die Böddinghauser Sporthalle zur Volksbank-Arena. Die Handballer möchten auf gleiche Weise Sponsoren gewinnen. Foto: Tobias Naubereit

Plettenberg. Darf die Alte Dreifachsporthalle Böddinghausen für einzelne Sportveranstaltungen nach einem Sponsor benannt werden? Der Sportausschuss beschäftigt sich in seiner öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 16. November, mit dem entsprechenden Antrag der HSV Plettenberg/Werdohl. Die Sitzung findet ab 17 Uhr im Vereinsheim Elfer des TuS Plettenberg im Lennestadion statt.

Den Antrag auf Benennung der Sporthalle speziell für die HSV-Heimspieltage nach einem – noch nicht festgelegten – Sponsor, hatte die Handballspielvereinigung bereits im Januar dieses Jahres bei der Stadt Plettenberg eingereicht. Ziel sei die Finanzierung des Jugendkonzepts, heißt es darin.

Im Februar stand das Thema im Bau- und Liegenschaftsausschuss (Bula) auf der Tagesordnung. Die Verwaltung empfahl die Ablehnung, da die Sporthalle als Schulgebäude grundsätzlich einem Werbeverbot unterliege. Der Bula vertagte die Entscheidung in den Sportausschuss.

Für Boxgala Umbenennung zugelassen

Hoffnung, dass ihr Antrag genehmigt wird, haben die HSV-Verantwortlichen dadurch geschöpft, dass die Alte Dreifachsporthalle für die kürzlich stattgefundene Boxgala zur Volksbank-Arena umbenannt worden war. In der Sitzungsvorlage zum HSV-Antrag führt die Stadtverwaltung aus: „Nach Rücksprache mit dem Schulministerium Düsseldorf sind temporäre Ausnahmen in den Zeiten möglich, in denen die Sporthalle nicht für den Schulsport genutzt wird. Es sei in diesem Fall zwingend aber sicherzustellen, dass keine dauerhaften Werbebanden oder andere Werbemaßnahmen an dem Gebäude angebracht werden.“

Die Sitzungsvorlage der Stadtverwaltung

Mit Schreiben vom 11.01.2016 beantragte die HSV Plettenberg/Werdohl, die Sporthalle I in Böd- dinghausen („Alte Dreifachturnhalle“) bei allen Heimspielen der HSV Plettenberg/Werdohl mit dem Namen eines noch zu benennenden Sponsors zu versehen. Ziel sei die Finanzierung des Jugendkonzepts.

Ein ähnliches Konzept gibt es in Lüdenscheid, wo die Halle des Bergstadt-Gymnasiums während der Spiele der Highlander Lüdenscheid in der Indoorhockey-Bundesliga „IT-Consulting-Arena“ heißt. Diese Genehmigung weckte in Lüdenscheid allerdings massive Begehrlichkeiten anderer Vereine, die nicht befriedigt werden konnten. Ansonsten hätte die Sportstätte an einem Wochenende drei verschiedene Namen gehabt, was zwangsläufig zu Verwirrung bei der eigenen Bevölkerung und bei Gastvereinen gesorgt hätte. Die Stadt Lüdenscheid rechtfertigte die Ausnahmegenehmigung mit der Bundesligazugehörigkeit der Highlander.

In Plettenberg sind alle städtischen Sporthallen dem Schulsport gewidmet und somit Schulgebäude. Damit unterliegen sie grundsätzlich dem Werbungsverbot gemäß § 99 Absatz 2 Schulgesetz NRW. Nach Rücksprache mit dem Schulministerium Düsseldorf sind temporäre Ausnahmen in den Zeiten möglich, in denen die Sporthalle nicht für den Schulsport genutzt wird. Es sei in diesem Fall zwingend aber sicherzustellen, dass keine dauerhaften Werbebanden oder andere Werbemaßnahmen an dem Gebäude angebracht werden.

Der Antrag der HSV Plettenberg/Werdohl wurde zunächst in der Sitzung des Bau- und Liegenschaftsausschusses am 18.02.2016 beraten. Einer Ablehnung des Antrags, wie von der Verwal- tung damals empfohlen, konnten sich die Mitglieder des Ausschusses nicht anschließen und sprachen sich für eine Vertagung der Entscheidung und Beratung im Sportausschuss aus.

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