Wesselberg
Am Dienstag nahm Udo Weigand (2. von links) Plakette und Urkunde beim einem Besuch des Arbeitskreises Stadtbildpflege entgegen. Rechts im Bild Alhard Graf von dem Bussche-Kessell. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Als Udo Weigand vor rund 18 Jahren erstmals das Gelände des Hofes Wesselberg betrat, fand er eine ziemlich verfallene ehemalige Hofstelle vor. Seither hat sich viel geändert. Am Dienstag zeichnete der Geschichts- und Heimatverein Lüdenscheid das Gehöft aus. Dr. Arnhild Scholten verlieh Udo Weigand Plakette und Urkunde. Sie weisen den Hof Wesselberg jetzt als einen „vorbildlichen Beitrag zur schönen Stadt“ aus.

Eigentlich sollte Udo Weigand im Auftrag von Alhard Graf von dem Bussche-Kessell nur die Dächer zweier Gebäude in Schuss bringen. „Ich habe aber schnell gemerkt: So einfach wird das nicht“, sagte der Dachdeckermeister am Dienstag. Die zu den Liegenschaften des Schloss Neuenhof gehörende Hofstelle war schon länger nicht mehr bewirtschaftet worden. „Entsprechend war der Zustand“, räumte von dem Busche-Kessell bei einem Rundgang am Dienstag ein.

Elegante Lösung gefunden

Das Problem kennt er von anderen verlassenen Liegenschaften. Eine Nachnutzung ist immer schwierig. „Für Normalmieter einfach zu viel umbauter Raum.“ Für den Hof Wesselberg, der den Dachdeckermeister inzwischen mächtig fasziniert hatte, fand er zusammen mit Udo Weigand eine elegante Lösung. Weigand verlegte seinen Dachdeckerbetrieb ins idyllische Tal der Mintenbecke. Einen Teil der Gebäude nutzt er zudem zu Wohnzwecken. Diese Kombination wünscht sich von dem Busche-Kessell auch für andere Liegenschaften. Sie wären es allemal wert, erhalten zu werden.

Seit dem 17. Jahrhundert im Besitz der Herren von Neuenhof

Im Kontor, wo sonst, arbeiten die Bürokräfte von Dachdeckermeister Udo Weigand. Foto: Wolfgang Teipel
Im Kontor, wo sonst, arbeiten die Bürokräfte von Dachdeckermeister Udo Weigand. Foto: Wolfgang Teipel

Die aus vier Gebäuden bestehende Anlage gehörte schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts zum umfangreichen Besitz der Herren von Neuenhof. „Bei der Renovierung der Gebäude hat es Herr Weigand verstanden, sowohl den Charakter der gesamten historischen Hofanlage zu bewahren, als auch bei den einzelnen Gebäuden behutsam mit der Bausubstanz umzugehen, so dass die derzeitige Nutzung als Gewerbetrieb den Gesamteindruck des Ensembles nicht beeinträchtigt“, heißt es in der Ehrenurkunde des Geschichts- und Heimatvereins Lüdenscheid. Der Verein danke Udo Weigand für diesen Beitrag zur Identität Lüdenscheids.

Anlage ein wichtiger Zeitzeuge

Die zurzeit vorhandene Gebäudegruppe entstand mit Neu-, An- und Umbauten im 19. und 20. Jahrhundert. „Damit bezeugt der Hof Wesselberg die kontinuierliche Besiedlung der Hofstelle und ist im besonderen Maße zum Aufzeigen und Erforschen der historischen Vorgänge und Entwicklung in Lüdenscheid geeignet“, heißt es in einer Beschreibung der Lüdenscheider Baudenkmäler.

Die Anlage besteht aus einem in Massivbauweise und Fachwerk errichtetes Bauernhaus mit Längsdeele und Kammerfach, einem östlich davon gelegenes Stall- und Speichergebäude mit massiv ausgeführtem Erdgeschoss und darauf aufgesetzten verbretterten Speicher­geschoss, einem südlich vom Haupthaus gelegenen eingeschossigen Stall- und Remisengebäude und einem westlich vom Haupthaus gelegenen kleinem, eingeschossigen Gebäude, das ursprünglich vermutlich einen Backofen enthielt.

 

 

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