Ein 50 Meter hoher Kran hievte die riesigen Fertigbauteile an ihren Platz. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Architekt Linus Wortmann schaut recht zufrieden in den regenverhangenen Himmel über dem Klinikum Hellersen. Wieder schwebt eins der riesigen Module langsam aber sicher an seinen Platz. Der Koloss wiegt immerhin 20 Tonnen und enthält jede Menge Technik für den neuen Operationstrakt an der Südseite des Klinikkomplexes entsteht. Auch die Laune von Dr. Thorsten Kehe, Geschäftsführer der Märkischen Kliniken, scheint ungetrübt. „Wenn der Architekt zufrieden ist, bin ich es auch“, sagt er. Dann muss er weiter. Das WDR-Fernsehen möchte ein Interview.

Schon spektakulär, was sich in diesen Tagen auf dem Gelände des Klinikums Hellersen abspielt. Aus insgesamt 14 Einzelmodulen wird in Fertigbauweise ein komplett neuer OP-Trakt errichtet. Das erfordert Präzisionsarbeit, bei der Anlieferung und der Platzierung.

Anlieferung erfolgt nachts

Mit Sondertransporten werden die riesigen Fertigbauteile nachts angeliefert. Dann haben sie eine rund 400 Kilometer lange und komplizierte Reise aus dem bayerischen Cadolzburg in die Bergstadt hinter sich – kleine Pannen, wie ein geplatzter Reifen oder ein defekter Hydraulikschlauch bei der ersten Anlieferung eingeschlossen. In Cadolzburg in Mittelfranken (Nähe Fürth) sitzt der Modulhersteller Cadolto.

Nur noch wenige Zentimeter, dann steht das technikmodul an seinem Platz. Foto: Wolfgang Teipel
Nur noch wenige Zentimeter, dann steht das technikmodul an seinem Platz. Foto: Wolfgang Teipel

Bis Mittwoch waren vier Bauteile, die die wichtige Klimatechnik beherbergen, am Klinikum eingetroffen und an ihren Platz transportiert worden. Am Donnerstag liefern zwei weitere Schwertransporter die Raummodule an, in denen später operiert wird.

Bis Samstag weitere Bauteile

Prof. Dr. Dr. Thomas Uhlig zeigt einen der alten OP-Säle, der zurzeit noch saniert wird. Foto: Wolfgang Teipel
Prof. Dr. Dr. Thomas Uhlig zeigt einen der alten OP-Säle, der zurzeit noch saniert wird. Foto: Wolfgang Teipel

Weitere Fertigbauteile werden noch am Freitag und Samstag angeliefert. Die Vorteile der modularen Bauweise liegen auf der Hand: Die Bauzeit verringert sich, es entwickelt sich  weniger Lärm und Schmutz als bei herkömmlicher Bauweise – all das kommt vor allem den Patienten, aber auch den Mitarbeitern in Medizin und Pflege und nicht zuletzt auch den Anwohnern zugute. Außerdem gibt es weniger Beeinträchtigungen im laufenden OP-Betrieb.

Zum Hintergrund: Der OP-Trakt im Klinikum Lüdenscheid unter dem Dach des Unternehmensverbundes der Märkischen Kliniken wird 2016 komplett saniert. Die Baumaßnahme erfolgt bei laufendem Betrieb. Statt bislang acht werden künftig bis zu zehn Säle zur Verfügung stehen. Dafür werden vier fertige OP-Module an die vorhandene Abteilung angedockt.

Rund 8,5 Mio. Euro Kosten

Im ersten Bauabschnitt wurden zunächst drei OP-Säle und ein Umkleidebereich im Bestand saniert. Parallel erfolgte der Umbau von Schleuse und Nebenräumen, im zweiten Schritt die Sanierung eines weiteren OP-Saals und eines Umkleidebereichs. Daneben wurden drei noch vorhandene Säle zurückgebaut und in Funktionsräume sowie weitere Lagerflächen umgewandelt. Die Gesamtkosten werden auf rund 8,5 Millionen Euro beziffert.

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here