Marian Heuser lud zu seinem neuen Format "Heuser´s Kulturbeutel" ins Lüdenscheider "Dahlmann" ein. Fotos: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Es war was los im „Dahlmann“ an diesem Samstagabend. Marian Heuser, der den meisten Lüdenscheidern durch seine Poetry- und Song-Slams bestens bekannt ist, trat mit einem ganz neuen Format in Lüdenscheid an. „Heuser´s Kulturbeutel“. Mit dabei in seinem randvollen „Kulturbeutel“: Sascha Thamm, ein bekannter Poetry Slammer, Marcel Exner, Comedian mit Auftritten im Fernsehen u.a. bei „Nightwash“ und der Singer-/Songwriter Max Buskohl, vielen bereits von DSDS bestens bekannt. Dazu als After-Show Special „HonigMut & Friends“, die diesmal mit dem Saxofonisten Rudolf F.Nauhauser, dem Rapper Alim Koroma und dem Percussionisten Patrik Honzig antraten. Eine bunte Mischung also, die Marian da in seinem Kulturbeutel beisammen hatte.

Brisante Mischung

Marian Heuser und sein neues Format: Eine brisante Mischung!
Marian Heuser und sein neues Format: Eine brisante Mischung!

Und diese Mischung hatte es in sich. Der Veranstalter, der einen Tag vorher noch Angst hatte, seinen Saal nicht voll zu bekommen, wurde eines besseren belehrt. Bereits um halb acht passte kaum noch jemand hinein in den legendären Dahlmann-Saal. Und auch die Spannung hinter der Bühne stieg mit jeder Minute, wusste man doch nicht wirklich, ob dieses Format funktionieren würde. Punkt 20 Uhr fiel dann der Startschuss zu „Heuser´s Kulturbeutel“.

Marcel Exner eröffnete den Abend

Marcel Exner, bekannt aus dem Fernsehen, eröffnete den Abend.
Marcel Exner, bekannt aus dem Fernsehen, eröffnete den Abend.

Und anders als erwartet, begann die Anmoderation nicht wie sonst immer mit Marian Heuser, sondern Marcel Exner öffnete den „Beutel“. Und ließ den ersten Live-Act krachend auf die Bühne fallen: Nämlich Marian Heuser himself. Dieser eröffnete den Abend mit einer wirklich schweißtreibenden Geschichte, darüber, wie er im Hochsommer in seinem Mumienschlafsack gefangen war und nur unter Aufbietung all seiner Kräfte dem Tod durch „Garen im Schlafsack“ entkam.

Publikum ging mit

Das Publikum hatte seinen Spaß!
Das Publikum hatte seinen Spaß!

Und das Publikum ging mit. Es hörte buchstäblich den ganzen Abend nicht mehr auf, zu lachen, mit Ausnahme der Zeiten, in denen die Musiker auf der Bühne waren. Selten ein Abend, der sich so kurzweilig gestaltete und so schnell vorüber zog. Sascha Thamm, der Poetry-Slammer, war gleich mit seiner ganzen Familie angereist und bewies Lüdenscheid nicht nur, dass Lüdenscheid sich deutlich in Klima und Außentemperatur von seiner Heimatstadt Remscheid unterscheidet, sondern dass man dort die Grillsaison mit einem Grillfeuer beginnt, dass man selbst im Weltall noch erkennen kann. Und dass Gemüse sich definitiv nicht dazu eignet, als Fleischersatz herzuhalten.

Monster unter dem Bett

Er hatte Monster unter dem Bett: Marcel Exner
Er hatte Monster unter dem Bett: Marcel Exner

Weiter gings mit Comedian Marcel Exner, der einiges Wissenswerte über Singles und die Monster unter seinem Bett zum Besten gab. Dabei blieb wirklich niemand ruhig auf seinem Stuhl sitzen. Das Publikum war ganz einfach hin und weg von ihm und seiner Comedy. Auch er einer der Künstler, die das Phänomen beherrschen, in Natura eigentlich ganz bescheiden und eher klein daherzukommen, um dann auf der Bühne allein durch Präsenz und Ausstrahlung zu einem Riesen emporzuwachsen.

Max Buskohl zu sehen – ein Genuss

Max Buskohl. Nicht nur ein toller Musiker, sondern auch optisch ein "Burner".
Max Buskohl. Nicht nur ein toller Musiker, sondern auch optisch ein „Burner“.

Zwischen den beiden durfte man diesem ganz außergewöhnlichen jungen Mann namens Max Buskohl zuhören, der die Zuhörer samt und sonders mit Gitarre, eigenen Songs in deutscher und englische Sprache und seiner außergewöhnlichen Stimme in den Bann zog. Ihm zuzuschauen war einfach ein Genuss, wird er doch ganz eins mit seiner Musik. Er ist seine Musik, ganz fraglos. Ein Virtuose an der Gitarre, ein tolle Stimme, hier stimmte einfach alles! Sehr authentisch, ein wirklicher Profi und dabei auch optisch ein echter „Burner“.

Dieses Format ist zukunftsträchtig

Sascha Thamm: Er grillt sehr, sehr gerne.
Sascha Thamm: Er grillt sehr, sehr gerne.

Ganz allgemein war dieser Kulturbeutel von erlesenem Inhalt. Marian, Sascha und Marcel als „Spoken Acts“ – einfach großartig! Und Max, nun ja, dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Dieses Format ist zukunftsträchtig, garantiert es doch für jeden Fan des gesprochenen Wortes etwas eigenes und außergewöhnliches und vergißt auch den Musikfan nicht, durch die Extra-Portion bester Musik. Auch die Tatsache, dass hier einmal kein Wettbewerb stattfand, war dem ganzen eher zu- als abträglich. Bei diesen Größen, hätte man sich eh nicht entscheiden können.

Spontanität und Freude an der Musik

Patrick Honzig an der Cajon.
Patrick Honzig an der Cajon.

Getoppt wurde das ganze dann noch durch die süße Melina und den taffen Nando, zusammen „HonigMut“. Sie und ihre „Friends“, an diesem Abend der Ausnahmesaxofonist Rudolf F.Nauhauser, der wunderbare Rapper Alim Koroma und der nicht weniger begabte Percussionist Patrick Honzig, zeigten auch dieses Mal wieder, wie fruchtbar es sein kann, wenn man viel Spontanität zulässt, sich nicht ganz so ernst nimmt und einfach gemeinsam sein Bestes gibt.

Quantensprung bei HonigMut

Der Honig von HonigMut: Melina Fuhrmann.
Der Honig von HonigMut: Melina Fuhrmann.

Die beiden Gründer von „HonigMut“ Melina und Nando, begannen als Duo. Wer ihren Werdegang beoachtet hat, wird gerade an diesem Abend bemerkt haben, dass die beiden innerhalb des letzten Jahres einen persönlichen Quantensprung hingelegt haben. Sowohl stimmlich als auch an der Gitarre, sind die zwei mittlerweile voll auf dem Punkt. Man darf gespannt sein, wohin ihr weiterer Karrierweg geht, die Schritte raus aus der Kleinstadt scheinen jedoch vorprogrammiert.

Starke „Friends“

Mit Patrick Honzig, Alim Koroma udn Rudolf F.Nauhauser
Mit Patrick Honzig, Alim Koroma und Rudolf F.Nauhauser

Desgleichen ihre Friends. Über Rudolf braucht man nicht viel zu sagen. Er steht außer Konkurrenz, hat er doch bereits eine 30-jährige Bühnenkarriere hinter sich und mit fast jeder musikalischen Größe gespielt, die das Land zu bieten hat. Alim Koroma und Patrick Honzig sind ebenfalls sichtbar auf dem Sprung und wachsen gerade über sich hinaus. Alim, der gerade seine erste CD mit dem Namen „Aslan“ auf den Markt bringt, besticht durch seine Vielseitigkeit und seine starke Stimme ebenso wie durch seine kraftvolle Ausstrahlung. Schwer, sich ihm zu entziehen. Patrick ist der „Rythmn-Man“ der Truppe und beweisst eigentlich jedes Mal, dass eine Cajon nicht nur ein Rhythmus-Instrument ist, sondern eine Seele hat, wenn man es vermag, sie zu wecken.

Gemeinsame Session mit Frikadelle

Gemeinsam sind sie wuirklcih stark. Das fand auch das Publikum.
Gemeinsam sind sie wirklich stark. Das fand auch das Publikum.

Alle gemeinsam holten dann zu vorgerückter Stunde auch noch Max Buskohl und Marian Heuser mit auf die Bühne. Was dann folgte, war nicht nur sehr, sehr witzig, sondern auch sehr, sehr spontan, lebendig und jung. Beim sogeannten „Abschiedslied“ wurde gemeinsam mit Frikadelle und Käsebrot auf der Bühne angestoßen und Publikum und Akteure gelobten baldiges Wiedersehen.

Hoher kultuereller Anspruch

Einen hohen kulturellen Anspruch garantierten alle Künstler. Hier: Max Buskohl.
Einen hohen kulturellen Anspruch garantierten alle Künstler. Hier: Max Buskohl.

Alles in allem ein sehr gelungener Abend, der Spaß gemacht hat und dabei einen hohen kultuerellen Anspruch auf leichte Weise einem Publikum hinübertransportierte, das vollkommen offen war, sich an diesem Abend etwas für Lüdenscheid ganz neuem, zu stellen. Marians Format wusste zu überzeugen! Hut ab auch vor den Veranstaltern, die mit diesem Abend ein nicht unerhebliches Risiko eingegangen waren. Aber es hat funktioniert und sich von daher auch gelohnt. Und auch einmal an dieser Stelle ein großes Lob an die Lüdenscheider, die solche Formate durch ihre Freude am Experiment und ihr Vertrauen zu Veranstaltern und Künstlern zu solchen Erfolgen machen. Man darf sich daher auf eine garantierte Wiederholung im September im Dahlmann schon jetzt ordentlich freuen.

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