Herzschwäche
Prof. Dr. Bernd Lemke, Direktor der Klinik für Kardiologie am Klinikum Lüdenscheid, Zana Karosiene und Dr. Dejan Mijic, beide Oberärzte in der Klinik für Kardiologie. Foto: Andrea Kleff

Lüdenscheid. Herzschrittmacher sind eine große Errungenschaft der Medizin. Seit über 50 Jahren werden die elektrischen Taktgeber gegen Herzschwäche – häufig auch Lebensretter – eingepflanzt. Und die Entwicklung setzt sich immer weiter fort: Zur Behandlung ihrer Herzmuskelschwäche wurde kürzlich einer Patientin in der Klinik für Kardiologie am Klinikum Lüdenscheid deutschlandweit das erste 3-Kammer-Schrittmachersystem implantiert, das für eine Magnetresonanztomographie (MRT) zugelassen ist.



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Mit Herzschrittmachern der älteren Generation war eine MRT für Patienten, die mit der im Fachjargon bezeichneten Resynchronisationstherapie behandelt wurden, bislang nicht möglich: „Die Magnetfelder des MRT-Gerätes würden den Herzschrittmacher beeinflussen und die Sicherheit des Patienten gefährden. Deshalb ist das neue Implantat ein weiterer großer Fortschritt in der Herzschrittmachertechnologie“, freut sich Dr. Dejan Mijic, Oberarzt in der Klinik für Kardiologie darüber, dass seine Patientin nun bei Bedarf auch von einer MRT-Untersuchung profitieren kann. Denn diese zählt heutzutage zum diagnostischen Standard – beispielsweise bei der Früherkennung von Schlaganfällen, bei Erkrankungen des Bewegungsapparates und der inneren Organe.

Patientin geht es deutlich besser

Der Patientin ging es nach dem Eingriff sehr gut, bereits am nächsten Tag konnte sie nach Hause entlassen werden. „Die Symptome der chronischen Herzmuskelschwäche – Erschöpfung, schwere Atemnot und Schwellungen an Füßen und Knöcheln – haben sich bereits entscheidend gebessert“, sagt Prof. Dr. Bernd Lemke, Direktor der Klinik für Kardiologie am Klinikum Lüdenscheid.

Elektrische Impulse stimulieren Herzkammer

Bei Patienten mit einer Herzschwäche und gleichzeitig bestehender Leitungsstörung ziehen sich die verschiedenen Abschnitte der Herzkammerwand nicht mehr synchron, sondern zeitversetzt zusammen, wodurch die Pumpkraft des Herzens deutlich abnehmen kann. „Das Implantat zur kardialen Resynchronisation bekämpft die Herzschwäche, in dem es durch elektrische Impulse die linke Herzkammer stimuliert. Die beiden Herzkammern schlagen dann wieder im gleichen Takt“, erläutert Prof. Lemke. Dabei passt der Schrittmacher seine Stimulation automatisch und kontinuierlich an die Erfordernisse im Herzen des Patienten an
– beispielsweise ob der Patient sich in Ruhe befindet oder sich körperlich bewegt.

So groß wie eine Taschenuhr

Das Schrittmacher-Aggregat, das etwa die Größe einer Taschenuhr hat, wird bei einer Resynchronisationstherapie direkt unter die Haut etwas unterhalb des Schlüsselbeins oder
etwas tiefer unter dem Brustmuskel eingesetzt. Die Verbindung zum Herzen erfolgt über drei Elektroden, die dafür sorgen, dass sich die dortigen Herzmuskelabschnitte nicht mehr in
unerwünschter Weise zeitversetzt zusammenziehen.
Das neue Schrittmacher-System ist allerdings nicht für jeden Patienten mit chronischer Herzschwäche geeignet. Entsprechende Voruntersuchungen – beispielsweise eine Herzultraschalluntersuchung (Echokardiographie) und ein EKG helfen den Kardiologen, die erforderliche medikamentöse Behandlung zu beginnen und das richtige
Herzschrittmacheraggregat zu finden. Das Team der Klink für Kardiologie berät jeden Patienten individuell und fachlich kompetent.

Bundesweit führend

Die Klinik für Kardiologie am Klinikum Lüdenscheid zählt mit jährlich rund 8000 stationären und ambulanten Patienten, einem qualifizierten Team und modernen Verfahren zu den
kardiologischen Spezialkliniken in Nordrhein-Westfalen. Im Bereich der Resynchronisationstherapie besitzt das Ärzteteam ein besonders hohes Maß an Expertise und ist mit jährlich weit über 100 implantierten Resynchronisationssystemen zur Behandlung
von Herzschwäche bundesweit führend.

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