Die Feuer- und Rettungswache ist nicht mehr zeitgemäß. Ein Gutachter empfiehlt den Neubau. Offen ist noch, ob sie am alten Standort neu errichtet werden kann oder ob eine alternative Fläche benötigt wird. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Ein Gutachten aus dem Radevormwalder Büro Ingenieur-Büro Fischer lässt keine Fragen offen. Herumdoktern an der Feuer- und Rettungswache macht wenig Sinn. Vereinfacht gesagt: Dadurch würden lediglich hohe Kosten entstehen. Das Geld solle eher in den Neubau einer Feuer- und Rettungswache investiert werden, empfiehlt der von der Verwaltung beauftragte Gutachter. Außerdem rät er dazu, das Gerätehaus Stadtmitte an der Rahmedestraße in den neu zu schaffenden Komplex zu integrieren.

Projektgruppe eingerichtet

Das Gutachten hat der Rat in einer Sondersitzung zur Kenntnis genommen. In dieser Sitzung hat sich ein Streit darüber entwickelt, seit wann die Verwaltung von den Mängeln am Dukatenweg wusste und warum sie nicht früher und umfassender informiert hat.

Inzwischen ist eine Projektgruppe eingerichtet worden, die sich mit dem vom Gutachter ermittelten Gefährdungspotenzial befasst. Sie soll die Gefährdungsbeurteilung systematisch auswerten und Übergangslösungen vorschlagen, mit denen Mängel bis zu einer dauerhaften Lösung, sprich Neubau, abgeholfen werden kann. Im Haushalt 2017 stehen dafür zunächst 470.000 Euro zur Verfügung.

CDU beantragt Maßnahmeplan

Das reicht der CDU allein nicht aus. Sie bringt in die Ratssitzung am Montag, 14. November, einen Antrag ein, nach dem die Verwaltung beauftragt werden soll, kurzfristig einen Zeitplan zum Neubau der Feuer- und Rettungswache zur weiteren Beratung im Fachausschuss vorzulegen. Dieser Zeitplan soll mindestens die folgenden Punkte (zeitliche Meilensteine) enthalten:

  1. Bis zu welchem Termin erfolgt die Abstimmung mit dem Märkischen Kreis hinsichtlich der Kreisleitstelle.
  2. Bis wann steht fest, welche Funktionen in einem Neubau zusammengefasst werden müssen bzw. sollen.
  3. Wann wird mit der aktiven Grundstücksuche begonnen und bis wann soll diese abgeschlossen sein.
  4. Welche Voraussetzungen müssen planungsrechtlich geschaffen werden, welchen Zeitraum nimmt dies in Anspruch und welche vorbereitenden Arbeiten können bereits im Vorfeld begonnen werden.

Darüber hinaus beantragt die CDU die Vorlage eines konkreten Maßnahmenplans, welche Sofortmaßnahmen im Bestandsgebäude bis wann umgesetzt werden.

Dringender Handlungsbedarf

Aus Sicht der CDU-Fraktion, heißt es in der Antragsbegründung, bestehe dringender Handlungsbedarf. Die baulich unbefriedigende Situation dauere schon lange an. Ein Gutachter habe die Mängel festgestellt. Ein Neubau sei unumgänglich und in der politischen Diskussion unbestritten. Im Sinne der Feuerwehrfrauen und –männer sollte aus Sicht der Fraktion kurzfristig gehandelt werden. Ein Zeitraum von rund sieben Jahren bis zur Fertigstellung eines Neubaus, wie in der Beratung bereits erwähnt, sei für die CDU-Ratsfraktion inakzeptabel.

Statt 32 inzwischen 100 hauptamtliche Kräfte

Zur Geschichte: Das Gebäude der Hauptwache stammt aus dem Jahr 1954. Dazu kommen Erweiterungs- bzw. Anbauten aus den Jahren 1976 und 2004/2005. Ursprünglich, führt die Verwaltung in ihrer Vorlage zur Sondersitzung aus, sei die Hauptwache für 32 Feuerwehrleute konzipiert gewesen. Inzwischen hätten sich die Rahmenbedingungen erheblich verändert. Der Personalstand sei auf aktuell 100 hauptamtliche Kräfte gestiegen. Dadurch sei der Platz knapp geworden. Verschärft werde das Platzproblem, weil für die zurzeit 13 Feuerwehrfrauen getrennte Sanitär-, Hygiene-, Umkleide- und Schlafräume vorgehalten werden müssten.

Alles hat sich weiterentwickelt

Ein weiterer Aspekt sei die verbesserte Ausrüstung und Leistungsfähigkeit der Feuerwehrfahrzeuge, die deutlich höher und breiter seien, als frühere Modelle.

Das Dilemma: Hier tritt das Dilemma ganz offen zutage. Die Durchfahrten an den Fahrzeughallen seien zu eng und daher für die vorhandenen Fahrzeuge nicht ohne Gefahren zu benutzen, hält der Gutachter fest. Eine Verbreiterung sei nur möglich, wenn die Stützen entfernt würden. Das habe zur Folge, dass die Standfestigkeit des Gebäudes nicht mehr gegeben sei. Zudem sei die Erhöhung der Tordurchfahrten auf die eigentlich notwenige Höhe von 4,50 Meter unmöglich.

Stolperfallen in der Halle

Ein weiteres Problem: Abgasschläuche, die eigentlich beim Anlassen der Dieselmotoren an die Auspuffe der Einsatzfahrzeuge geklemmt werden sollen, um schädliche Emissionen abzusaugen, hängen an der Decke, da sie im Einsatzfall in der inzwischen viel zu engen Halle zu Stolperfallen werden.

Mietvertrag bis 2020

Die Kosten für einen Neubau werden nach ersten Annahmen im zweistelligen Millionenbereich liegen. Bevor mit dem Planungen begonnen werden kann müssen zahlreiche Fragen geklärt werden. Beispielsweise die, ob für die Leitstelle des Märkischen Kreises Flächen vorzusehen sind. Der Mietvertrag des Kreises am Dukatenweg läuft noch bis 2020.

 

 

 

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