Märkischer Kreis/Hagen. Heinz Mührmann aus Altena ist am vergangenen Freitagnachmittag mit dem Fritz und Ingeborg Küster Friedenspreis ausgezeichnet worden. Ausgezeichnet wurde er von den Friedensgruppen Bürgerinitiative für Frieden und Abrüstung Märkischer Kreis, Friedenszeichen Hagen, Friedensplenum Iserlohn und Friedensgruppe Lüdenscheid. Nach Inge Radau (Iserlohn 2011) und Netty Müller-Grosse (Hagen 2013) ist Heinz Mührmann der dritte Träger dieses Preises.

Feierstunde in der Burg Holtzbrinck

Während einer Feierstunde in der Altenaer Burg Holtzbrinck würdigten die heimischen Friedensinitiativen Heinz Mührmanns jahrzentelanges Engagement in der Friedensarbeit. Einer der Laudatoren war Altenas Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein, der einen sehr persönlichen Blick auf den Geehrten warf: als Tischtennmisspieler. Denn als solchen hatte Hollstein Heinz Mührmann vor Jahrzehnten im Sportverein kennengelernt: „Da haben wir sogar zeitweise zusammen Doppel gespielt, obwohl ich ganz anders gespielt habe als du“. Das hätten sie später quasi in der Politik fortgesetzt, erinnerte er an Diskussionen, die sie als Demokraten kritisch und kontrovers führten.

Lebendiges Bild vom Menschenfreund Mührmann

Die Laudatoren Pfarrer Berhard Blaß und Dr. Dietmar Kehlbreier zeichneten mit einer Fotopräsentation ein lebendiges Bild vom Menschenfreund Heinz Mührmann, der in seiner Friedensarbeit unkonventionelle, mutige Wege ging. Schon 1961 lud er den damals umstrittenen Pastor Martin Niemöller zum CVJM nach Nachrodt ein. Es enstand ein lebenslanger freundschaftlicher Kontakt. Mit Niemöller und der Namensgeberin des Friedenspreises, Ingeborg Küster reiste er 1973 zum Weltkongress der Friedenskräfte nach Moskau, um dort u.a. vor Jourmalisten über die Notwendigkeit von Abrüstung im Ost-West-Konflikt zu sprechen.

Irrlehre „atomare Abschreckung“

In der Friedenspreisurkunde sind weitere Stationen der Friedensarbeit genannt: Das Engagement bei den großen Demostrationen gegen den Nato-Doppelbeschluss gehört dazu und Proteste in Mutlangen gegen Atomwaffen und gegen die „Irrlehre der atomaren Abschreckung“. Und sein großes Friedensengagement vor Ort im Lennetal, zuletzt mit der Friedensausstellung „Hundert Jahre aktiv für den Frieden“ im Burg-Gymnasium Altena.

Zur Feier in der Burg Holtzbrinck waren Mitstreiterinnen und Mitstreiter vergangener Jahre und Jahrzehnte gekommen, um sich mit dem aktiven Gewerkschafter und langjährigen Betriebsratsvorsitzenden an sein jahrzehntelanges Wirken zu erinnern und mit ihm zu feiern und zu singen. Natürlich spielte Heinz Mührmann dabei seine Mundharmonika und natürlich war dabei Gitarrist Frank Neuhaus an seiner Seite, wie bei vielen Veranstaltungen in der Vergangenheit. Neuhaus sorgte auch für den musikalischen Rahmen der Preisverleihung.

Der Altenaer freute sich sichtlich über die Auszeichnung, stellte bei seinem Dank aber heraus, dass dies auch eine Auszeichnung sei, die seiner Familie und besonders seiner Frau gebühre. Es sei auch eine Auszeichnung für all die Engagierten in den heimischen Friedensgruppen.

Botschaft: „Für den Frieden unterwegs“

Nicht unerwähnt blieb, was auf Heinz Mührmanns Visitenkarte als Botschaft und Bekenntnis zu lesen ist: „Für den Frieden unterwegs.“ Dem blieb er auch am Freitag treu mit einem poetischen, mutmachenden Appell an alle Menschen, sich mit Worten und gewaltlosen Aktivitäten für den Frieden einzusetzen und für die soziale Gerechtigkeit.

Der Appell der Friedensgruppen an alle Menschen, zu lernen, Konflikte, alle Konflikte mit Worten auszutragen und zu einem gemeinsamen Ergebnis zu bringen, sollte im Anschluss an die Feierstunde durch die Ereignisse von Paris noch besondere Eindringlichkeit bekommen.

 

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