Haus der Begegnung
Die Kinderwelt Schöneck wird ausgebaut. Foto: Elke Teipel

Lüdenscheid. Noch vor einem Jahr sei ihm ganz plümerant geworden, wenn er an Schöneck gedacht habe, sagte Thomas Ruschin, Leiter des Fachbereichs Bürgerservice/Soziale Hilfen. Am Donnerstag abend sah die Welt ganz anders aus. Der Beigeordnete der Stadt Lüdenscheid berichtete: Alle Familien mit Bleibeperspektive seien untergebracht, die Container werden abgebaut, das Haus soll ein Haus der Begegnung bleiben. Im Juli dieses Jahres soll das Lüdenscheider Integrations- und Begegnungszentrum (LIBZ) fertig sein.

Beigeordenter Thomas Ruschin und interessierte SPD-Mitglieder in der ehemaligen Grundschule Schöneck. Foto: Elke Teipel
Beigeordneter Thomas Ruschin und interessierte SPD-Mitglieder in der ehemaligen Grundschule Schöneck. Foto: Elke Teipel

Container werden abgebaut

Diese zeitliche Perspektive wagte der Beigeordnete in der ehemaligen Grundschule Schöneck. Der SPD-Ortsverein Lüdenscheid-West/Brügge informierte sich über das 1,3 Millionen-Projekt, das zu 80 Prozent gefördert wird. OV-Vorsitzende Verena Kasperek freute sich über viele interessierte Telinehmer an dem Informationstreffen.

Der Name ist Programm

Auch wenn der Name „Integrations- und Begegnungszentrum“ lang sei, Patricia Stahlschmidt von der Stabstelle Integration besteht darauf. Der Name ist Programm. Dahinter steht: Offen sein, sich kennenlernen und sich verständigen. Es sei schwierig, Kontakt zu Deutschen zu finden, das meinen viele Flüchtline, erzählt Stahlschmidt.

Es fehlen noch Baugenehmigungen

Noch ist der Weg zum LIBZ holprig. Es lägen noch nicht alle Baugehnehmigungen vor, sagt Thomas Ruschin. Dann hätten auch Krankheitsfälle beim Personal zu Verzögerungen geführt. Schritt für Schritt marschieren jetzt alle gemeinsam. Das LIBZ soll montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr und Samstag nach Bedarf geöffnet sein. Sonntags bleibe es zu, erklärt Patricia Stahlschmidt.schoeneck_herlich_willkommen

Die Angebote im Haus der Begegnung: Ein Klassenzimmer für Integrationskurse. Dafür hat Stahlschmidt die alten Schreibtische aus dem Bürgeramt organisiert. In der Sporthalle werden u.a. Fußball und Tischtennis gespielt. Dort wird sich auch die Bauchtanzgruppe treffen. Verständigung funktioniere über das Essen. Zentraler Punkt ist somit die Küche. Patricia Stahlschmidt möchte auch den Hotel- und Gaststättenverband mit ins Boot holen.

Patricia Stahlschmidt zeigt, dass noch viel zu tun ist. Foto: Elke Teipel
Patricia Stahlschmidt zeigt, dass noch viel zu tun ist. Foto: Elke Teipel

Nähkurse, Fahrradwerkstatt, Kochen und Backen, Quatschen im Café … das alles soll unter dem Dach des LIBZ stattfinden. Alte Nähmaschinen und die alte Küche aus Wettringhof lagern schon in der Parkstraße. Die Fahrradwerkstatt wird in der „Blauen Salon“ einziehen.

Kooperationspartner

Elternsprachkurse und Kinderbetreuung sind echte Problempunkte. Es gibt zu wenig Kurse und zu wenig Kita-Plätze für Kinder, die älter als drei Jahre sind. Das LIBZ kooperiert mit der Awo in punkto Integrationskurse. Laura Saltik aus dem LIBZ-Team kümmert sich mit einer Frau aus Syrien um Vorschulkinder. Sie werden die drei Kleinen aus Ghana und Syrien auf die Schule vorbereiten. Beigeordneter Ruschin stellt klar: „Wir wollen hier keine Kita aufmachen“.

Wohnungssuche problematisch

Problematisch ist die Wohnungssuche. Laura Saltik und Cornelia Kohle helfen den Flüchtlingen. Es gäbe kaum passende und bezahlbare Wohnungen, klagt Patricia Stahlschmidt. Das LIBZ-Team unterstützt die Menschen auch bei Bewerbungen. Das soll in einem Raum mit Computer noch besser möglich sein. „Es hat bisher ganz gut geklappt“, erzählt Patricia Stahlschmidt. Sie berichtet von einem Ägypter, der in seiner Heimat in einer Druckerei gearbeitet habe. In Lüdenscheid habe er nach seinen Praktikum einen festen Arbeitsplatz bekommen. Stahlschmidt träumt von einer Lehrwerkstatt mit berufsvorbereitenden Maßnahmen.

Die Nähmaschinen sind schon da. Foto: Elke Teipel
Die Nähmaschinen sind schon da. Foto: Elke Teipel

Traum von der Lehrwerkstatt

Es ist viel zu tun im Haus der Begegnung, sie packen es gemeinsam an. Die Flüchtlinge haben den Verwaltungstrakt gestrichen. Viele Ehrenamtliche engagieren sich. SPD-Ratsfrau Sandra Manß stimmt nicht voll in das hohe Lied aufs Ehrenamt ein. „Ehrenamt ist toll, aber das ist eine Aufgabe der Stadt“, macht sie deutlich. Beigeordneter Thomas Ruschin dagegen meint: „Wir wollen kein Schulzentrum.“ Er möchte den Beteiligten Raum für deren Pläne und Handeln lassen.

 

 

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