Das Handlungskonzept Wohnen für Lüdenscheid stellten (v.l.) Thomas Abraham (Büro empirica), Christian Vöcks, Martin Bärwolf und Martin Aßmann (Stadt Lüdenscheid) vor. Foto: Elke Teipel

Lüdenscheid. Die Stadt Lüdenscheid steht in der Startlöchern. Sie will sich dem Wettbewerb mit anderen Kommunen stellen. Ziel ist es, die heutige Einwohnerzahl von rund 75000 Personen langfristig zu halten. Dazu dient das „Handlungskonzept Wohnen in Lüdenscheid“. Dieses Strategiepapier hat die Verwaltung beim Büro „empirica“ in Bonn in Auftrag gegeben. Am Mittwoch stellten Martin Bärwolf (Fachbereichsleiter Planen und Bauen), Martin Aßmann (Fachdienst Stadtplanung und Verkehr), Chrstian Vöcks (Fachdienstleiter Stadtplanung und Verkehr) und Thomas Abraham (Diplom-Geograph vom Büro „empirica“ Bonn) die Eckpunkte vor.

Fakten sammeln

Sie gaben den Startschuss für das Projekt. Ring frei für die öffentliche Diskussion. Ring frei, um Fakten zu sammeln, damit der Wohnungsmarkt in Bewegung kommt. Im Frühjahr sollen die Ergebnisse vorliegen, gab Martin Bärwolf einen zeitlichen Ausblick. Dann gehe es in die nächste Runde. Das heißt, konkrete Maßnahmen werden in Angriff genommen.

Wohnraum fehlt

Martin Bärwolf sprach Klartext: „Wir sind nicht gut aufgestellt“. Es fehlen Wohnungen. Es fehlen Einfamilienhäuser. Trotz der sinkenden Einwohnerzahl sei der Bedarf an Wohnraum nicht gesunken. So sieht es aus in Lüdenscheid: Überdurchschnittlicher Bestand an Altbauten. Da besteht Handlungsbedarf. Ältere Menschen brauchen beispielsweise Aufzüge oder barrierearme Wohnungen. Junge Familien wünschen sich ein eigenes Haus in Lüdenscheid.

Bessere Landesförderung

„Ein Riesenproblem ist der hohe Anteil von Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern“, stellt der Fachbereichsleiter Planen und Bauen fest. Das macht der Stadt Sorgen: „Mehrere hundert Wohnungen fallen aus der sozialen Bindung heraus“. Die Fakten sprechen für sich. Im Handlungskonzept steht: „Öffentlich geförderter Wohnungsbau findet nicht mehr statt – insbesondere nachdem Lüdenscheid in der sozialen Wohnraumförderung des Landes NRW zurückgestuft wurde, lohnt es sich für Investoren nicht mehr, mietpreisgebunden tätig zu werden“. Das möchte die Stadt ändern. Sie möchte in eine bessere Förderkategorie eingeordnet werden.

Stadt steht unter Beweisdruck

„Wir brauchen zwingend Neubautätigkeit“, fasst die Verwaltung zusammen. Dazu braucht man Bauland. Entsprechende Flächen sollen ausgewiesen werden. Das geht nur mit der Bezirksregierung. Die Stadt stehe unter Beweisdruck, sagen die Fachleute. Diese Beweise sollen die Menschen, die in Lüdenscheid leben wollen, liefern. „Die Familien sollen sagen, was sie brauchen. Wir wissen viel zu wenig“ – ein Aufruf an alle, sich in das Projekt Wohnen einzubringen.

Punkten im Verteilungskampf

Die Stadt setzt auf eine öffentliche Diskussion. Dann könne auch eine Prioritätenliste erstellt werden. Handeln ist angesagt. Das Bonner Büro: „Im Unterschied zu den vergangenen Jahrzehnten sind die Rahmenbedingungen und die Entwicklungspfade des Lüdenscheider Wohnungsmarktes mit Blick auf die Zukunft unsicherer – gerade dies erfordert ein aktives und vorausschauendes Handeln“. Stichwort Verteilungskampf – Thomas Abraham lässt keinen Zweifel aufkommen: „Auch andere Städte investieren“.

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Elke Teipel ist seit über 25 Jahren als Journalistin in ganz Westfalen unterwegs. Sie hat ihr Handwerk von der Pike auf gelernt. In Hamm verantwortete sie unter anderem die Stadtteilausgabe einer großen Lokalzeitung.

1 KOMMENTAR

  1. Wir suchen schon seit länger ein bezalbares hauschen für unsere 4 köpfige Familie was in lüdenscheid nicht realistisch ist !!!! Stad Lüdenscheid macht nix für junge Familien ,Wohnungen und Häuser die gebaut werden mit qm von 2000€ und 170m2 sprechen eher Ärzte und Rechtsanwälte an aber nicht Familien die Normale Einkommen von 1800€ monatlich haben sehr sehr Schade aber so ist unsere Stad geworden 😞 Bleibt uns umziehen richtung Altena Hemmer Werdohl

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