Viele Interessierte waren gekommen um die Präsentation des Handlungskonzepts zu sehen. Foto: Parnemann

Lüdenscheid. Bereits bei den Auftakt- und Impulsveranstaltungen zum Handlungskonzept der Altstadt in Kultur und Rathaus war das Interesse der Bürger groß. Und auch zur Vorstellung des Integrierten Handlungskonzept für die Altstadt am gestrigen Mittwoch fanden sich wieder zahlreiche Zuhörer im Bürgerforum des Rathauses ein.

Haushaltssicherungskonzept hat Priorität

Bürgermeister Dieter Dzewas begrüßte die rund 100 anwesenden Bürgerinnen und Bürger im Bürgerforum des Rathauses. Er wies ausdrücklich darauf hin, dass man bei allen Investitionen in die Altstadt-Zukunft auch stets das Haushaltssicherungskonzept der Stadt berücksichtigen müsse.

Der Stilmix beim Kopfsteinpflaster soll in Zukunft der Vergangenheit angehören. Foto: Parnemann
Der Stilmix beim Kopfsteinpflaster soll in Zukunft der Vergangenheit angehören. Foto: Parnemann

50 Projekte insgesamt davon 17 „Schlüsselprojekte“

Insgesamt gibt es eine Liste mit 50 Projekten für die Alt- und Oberstadt. 17 davon werden als „Schlüsselprojekte“ angesehen. Diesen 17 „Schlüsselprojekten“ will man sich als Nächstes annehmen da diese die Zukunft der Lüdenscheider Altstadt maßgeblich beeinflussen können. Die 17 Schlüsselprojekte gliedern sich grob in folgende Felder: die Stärkung des Kultur- und Bildungsstandortes Altstadt, die Stärkung des Wohn- und Sozialquartiers, die Aufwertung der öffentlichen Räume, die Inwertsetzung des Stadtbildes und dem historischen Flairs der Altstadt sowie die Aktivierung der Bürgerschaft und privater Akteure.

Stärkung des Kultur- und Bildungsstandortes

Besonders wichtig ist in den Augen von Jens Cüppers und den übrigen Vertretern der Beraterfirmen, dass der Standort Altstadt für die VHS unbedingt beibehalten werden muss. Dies hatten in der Vergangenheit auch mehrfach die Bürgerinnen und Bürger der Altstadt mit Unterschriftenaktionen gefordert. Man geht sogar noch weiter. So wird im Handlungskonzept ausdrücklich eine Sanierung oder gar ein Neubau für die VHS in der Altstadt vorgeschlagen. Auch der VHS-Standort Knapper Straße soll laut Handlungskonzept in die Altstadt verlegt werden.

Auch ein Neubau der Musikschule auf dem Parkplatz an der Hochstraße ecke Staberger Straße vorgeschlagen. Hiervon versprechen sich die Akteure auch eine engere Verzahnung von den umliegenden Schulen mit der Musikschule.

Stärkung des Wohn- und Sozialquartiers

Nicht immer sind die Fassaden in der Altstadt ein angenehmer Anblcik. Dies soll sich in Zukunft aber ändern. Foto: Parnemann
Nicht immer sind die Fassaden in der Altstadt ein angenehmer Anblick. Dies soll sich in Zukunft aber ändern. Foto: Parnemann

Zur Stärkung des Wohn- und Sozialquartiers in der Altstadt möchte man in Zukunft Beratungs- und Förderprogramme zur Modernisierung und Instandsetzung stadtbildprägender Gebäude anbieten. Ähnlich wie es auch bereits im Bereich Bahnhof- und Knapper Straße mit dem Fassadenprogramms angeboten wird. Die Unterstützung, Beratung und Betreuung von bürger- und nachbarschaftlichen Initiativen und Netzwerken stellt ebenfalls eines der 17 Schlüsselprojekte dar. Auch der vorhandene Wohnraum soll durch mehr Grünflächen aufgewertet werden. Grade im Bereich des Wohnblocks an der Humboldt-/Corneliusstraße. Hierzu gab es bereits erste positive Gespräche mit der Lüwo die diese Gebäude verwaltet.

Aufwertung der öffentlichen Räume

Auch ein wichtiges Feld für die Zukunft der Altstadt ist die Aufwertung von öffentlichen Räumen. Hierunter fallen vor allem die Barrierearme Erschließung der Altstadt. „Man kann den Berg leider nicht weg machen“, sagte Jens Cüppers. Allerdings wäre ein einheitliches Pflasterkonzept von der unteren Wilhelmstraße bis zur Hochstraße wünschenswert. „Wir haben im Bereich der Altstadt einen unglaublich vielseitigen Materialmix in der Pflasterung, der in vielen Bereichen dazu führt, dass bestimmte potenzielle Besucher Altstadt von vorneherein ausgeschlossen werden“, erklärte Cüppers. Damit verwies er unter anderem auf Personen mit Gehilfen oder Kinderwagen.

Neben dem neuen Pflaster für die Wilhelmstraße soll in den übrigen Bereichen dann ein circa 1 Meter breiter Pflasterstreifen verlegt werden der eine Barrierearme Erschließung der Altstadt ermöglicht. Auch sollen weitere Sitzmöglichkeiten zum Pausieren an der Wilhelmstraße entstehen.
Um die Altstadt auch für Familien mit Kindern attraktiver zu machen, schlägt das Handlungskonzept einen „dezentralen Spielplan“ vor. Dieser soll nicht aus einem großen Spielplatz bestehen, sondern circa 5

„Spielstationen“ über das Gebiet der Altstadt verteilen.

Auch das Umfeld des Kulturhauses der Stadt soll umgestaltete werden und besser in das Gesamtbild der Altstadt eingepflegt werden. So soll zum Beispiel der Kulturhausgarten umgestaltet werden. Vorplatz, der das Kulturhaus aktuell mit einer Mauer „abschottet“ soll geöffnet und attraktiver gestaltet werden. Auch hier spielt das Thema Barrierefreiheit eine maßgebliche Rolle.

Inwertsetzung des Stadtbildes und Aktivierung der Bürger

Auf Schautafeln konnten sich Interessierte Details des Handlungskonzepts ansehen. Foto: Parnemann
Auf Schautafeln konnten sich Interessierte Details des Handlungskonzepts ansehen. Foto: Parnemann

Um Besuchern der Altstadt deutlich zu machen, dass sie diese gerade betreten, sollen die Zugänge der Altstadt durch eine Neugestaltung akzentuiert werden. Mit einem Fassaden- und Hofprogramms soll die die bestehende Altstadtsatzung fortgeführt werden und Eigentümer finanziell unterstützt werden. Zudem soll die Parkpalette an der Turmstraße mit einem Fassadenwettbewerb umgestaltet werden. „Die Parkpalette von diesem Standort zu entfernen steht überhaupt nicht zur Debatte“, versicherte Cüppers in einem Vorgespräch zur Präsentation im Rathaus. „Wenn wir die Parkpalette hier wegnehmen, nehmen wir damit vielen Gastronomen und Händlern aber auch Anwohnern dringend benötigte Parkplätze“, so Cüppers weiter.

Auch die Einrichtung eines Verfügungsfonds für Gemeinschaftsaktionen von Gewerbetreibenden und Kulturschaffenden zur Standortaufwertung ist geplant. Ein Quatiers-Management, wie es bereits an der Knapper Straße mit dem Umbaubüro der Denkfabrik etabliert wurde, soll auch für die Altstadt kommen. Hier finden Bürger und Geschäftsleute dann die passenden Ansprechpartner für Ihre Belange und können sich bei konkreten Vorhaben über mögliche Förderungen informieren.

Stärken, Schwächen, Risiken und Chancen

Das Thema Parkplätze in der Altstadt bewegt die Bürgerinnen und Bürger. So wurden die Stärken, Schwächen, Risiken und Chancen der Altstadt auf Grundlage der vorangegangenen Treffen ermittelt. Ein Thema, welches in der Auswertung sowohl unter Stärken als auch unter Schwächen auftaucht, ist das Thema Parkplätze. Auf der einen Seite bietet die Altstadt mit den verschiedenen Parkmöglichkeiten genügend Parkmöglichkeiten. Andere wiederum sehen das anders und würden sich mehr Parkmöglichkeiten wünschen. Auch die Gastronomie ist heiß diskutiert. Auch sie wird eindeutig als Chance für die Altstadt gesehen. Man befürchtet aber auch einen Konflikt zwischen lebhafter Gastronomie und ruhigem Wohnen in der Altstadt.

Zeitplan

Aktuell befindet man sich in der Dokumentations-Phase des Projekts. Das bedeutet, dass die zusammengetragenen Ideen aufgelistet und ausgewertet wurden. Nun geht man dazu über einen Beschlussentwurf für die Ratssitzung am 1. September vorzubereiten. Auf dessen Grundlage wird dann ein Förderantrag bei der Landesregierung eingereicht. Wichtiger Bestandteil sind dabei die Kosten des Handlungskonzepts beziehungsweise dessen Projekte. Zur Höhe der benötigten Fördergelder konnten die Beteiligten am Mittwoch noch keine Auskunft geben. „Diese Kosten werden aktuell noch ermittelt“, erklärte Jens Cüppers.
Die Höhe der Fördergelder muss möglichst genau kalkuliert werden. Eine Nachfinanzierung oder Aufstockung der Mittel im Nachgang ist nicht möglich.

 

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