Die Altstadt soll schöner werden und damit die Lebensqualität aller Lüdenscheider verbessern. Foto: Parnemann

Lüdenscheid. Wie bereits in den Vormonaten angekündigt, wird in den nächsten Tagen das Integrierte Handlungskonzept (IHK) für die Lüdenscheider Altstadt bei den entsprechenden Fördermittel-Gebern eingereicht. Am Mittwoch stellten Bürgermeister Dieter Dzewas und weitere Vertreter der Stadtverwaltung den entsprechenden Förderantrag vor.

Gutes Konzept und realistische Kosten

Dzewas betonte während seiner kurzen Eröffnung, dass das erarbeitete Konzept sehr gut geworden sei. Dies resultiere unter anderem aus der engen Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche der Stadtverwaltung. Aber auch die enge Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in die Ideenfindung für das Altstadtkonzept habe einen entschiedenen Teil zur Erstellung des Konzeptes beigetragen. Im Gegensatz zur Denkfabrik, die nicht nur Bedeutung für Lüdenscheid, sondern auch die Region habe, stelle das Handlungskonzept Altstadt enorme Bedeutung für die Lüdenscheider Bürger dar. Kein anderes bisher realisiertes Projekt wirke sich so sehr auf das Stadtbild und die Aufwertung der Lebensqualität aus. Zudem wirke sich die konzentrierte Förderung auch positiv auf die lokale Wirtschaft aus „Hiervon werden vor allem auch die Unternehmen und Handwerker in Lüdenscheid und der Umgebung profitieren“, sagte Dzews.

Auch die Besonderheit der gastronomischen und kulturellen Stärke der Alt- und Oberstadt sei in der Region – und sogar in NRW – eher selten. Diese Stärke gelte es zu fördern und zu nutzen. Als Bildungsstandort besitze die Alt- und Oberstadt enormes Potenzial, das weiter ausgereizt werden müsse. Nach Ansicht von Dzewas stehen sie Chancen für Lüdenscheid nicht schlecht, dass der Antrag auf Fördermittel auch bewilligt werde. Immerhin habe man grade in der Altstadt seit den 1970er Jahren keine Fördermittel mehr beansprucht.

Dzewas stellte aber auch klar, dass andere städtebauliche Projekte in der Umsetzungszeit des IHK – immerhin sind hierfür gut 8 Jahre eingeplant – zurück gestellt werden müssten. Dies sie der Konzentration der Fördermittel in dem entsprechenden Stadtteil geschuldet.

Wege aufzeigen um Pläne umzusetzen

Lars Bursian vom Amt für Stadtplanung und Bauleitplanung erklärte, dass das erarbeitete Konzept einen Weg aufzeigen solle, um Pläne in der Alt- und Oberstadt umzusetzen. Stadtkämmerer Dr. Karl Heinz Blasweiler räumte ein, dass man sich für die Erstellung des IHK gerne etwas mehr Zeit gewünscht hätte. „Wofür wir in der Regel 2-3 Jahre Zeit haben, wurde hier innerhalb von wenigen Monaten erarbeitet.“ Dass die Kürze der Zeit aber kein Grund sei, derZweifel an der Qualität des Antrages aufkommen lasse, stellte Blasweiler ebenfalls klar. Im Gegenteil: Die Höhe der Fördergelder und der ausgesuchten Projekte sei sehr gut und ehrlich zusammengefasst worden. Die Gesamtsumme der ins Auge gefassten Fördergelder beläuft sich auf rund 30 Millionen Euro. Einen Eigenanteil von rund 20% muss die Stadt selbst tragen. Was auch trotz Haushaltssicherungskonzept realisierbar wäre. Problematisch werde es nur, wenn anstatt der 80% nur 70% oder weniger der Fördergelder gestellt werden würden. „Darüber müsse man dann noch einmal sehr ernsthaft im Rat sprechen“, sagte Blasweiler.

Zeitplan über 8 Jahre

Mit der Umsetzung der einzelnen Maßnahmen soll bereits 2016 begonnen werden. Lars Bursian stellte aber klar, dass damit nicht direkt der Start von Bauarbeiten gemeint sei. Konkrete Bauarbeiten würden erst 2018/19 beginnen.

Kein goldener Zügel

Kämmerer Blasweiler verwies während des Pressetermins im Lüdenscheider Rathaus noch einmal ganz explizit darauf hin, dass die Fördergelder nicht die geplanten Maßnahmen lenken würden. Damit bezieht er sich auf einen Kommentar auf come-on.de, in dem der Verdacht des „goldenen Zügels“ geäußert wurde. Dabei geht es im Kern darum, dass Projekte nur nach bestehenden Fördertöpfen ausgesucht werden. Blasweiler nannte auch Beispiele: „Es gibt einen Fördertopf für Bürgerhäuser, also bauen wir ein Bürgerhaus. Es gibt einen Fördertopf für Schwimmbäder, also bauen wir Schwimmbäder.“ Dies sei bei dem Handlungskonzept für die Altstadt nicht der Fall. Hier würde konsequent nur das beansprucht, was für die positive Stadtentwicklung auch benötigt werde. So hätte es zum Beispiel seit Jahren Diskussionen um das rote Pflaster in der Wilhelmstraße oder den „abgeschotteten“ Eingang des Kulturhauses in Bürgerschaft und Rat gegeben. „Tatsache ist: Bisher konnten wir solche Umbaumaßnahmen nicht finanzieren. Mit den entsprechenden Fördermitteln, die uns nun in Aussicht gestellt werden, können wir die Arbeiten aber angehen“, so Blasweiler weiter

Kein Wunschkonzert

Martin Bärwolf vom Fachbereich Planen und Bauen wies im Rahmen der Vorstellung noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass man sich von dem Gedanken verabschieden müsse, alle geplanten Maßnahmen auch durch Fördermittel finanziert zu bekommen. Welche Maßnahmen finanziert und damit dann auch umgesetzt werden würde man erst am Ende des Jahres sehen können. Dann erst könne man mit einer ersten konkreten Antwort auf den Förderantrag rechnen. Auch könne es sein, dass die Förderung einzelner Maßnahmen unterschiedlich hoch sei. „Es kann durchaus sein, dass wir bei dem ein oder anderen Projekt, mehr oder weniger Fördermittel zur Verfügung gestellt bekommen.“ Grundsätzlich handle es sich bei dem integrierten Handlungskonzept um ein sehr komplexes Thema, bei dem sehr viele verschiedene Faktoren in die Planungen hineinspielten.

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