Hajo Hoffmann
Hajo Hoffmann ganz losgelassen.

Schalksmühle. Der Titel ist Programm. „Losgelassen“ – mit diesen Stück eröffnete Hajo Hoffmann seinen Ukulele-Solo-Abend im Saal der Freien evangelischen Schalksmühle. Dann ließ er seine Ukulele im übertragenen Sinne los und steuerte mit dem kleinen viersaitigem Instrument, einer Loopstation und seinem Gesang das Publikum durch die Welt der Musik. Jazz Soul, Klassik oder das eigenwillig interpretierte Kinderlied vom „Bi Ba Butzemann“ – wenn Deutschland Crossover-Ukulele Künstler auf der Bühne sitzt, kommt jeder im Publikum auf seine Kosten.

Der „Bi Ba Butzemann“, bei Hajo Hoffmann heißt er „Poltergeist“, ist ein Leckerbissen für alle, die virtuoses Saitenspiel lieben. Hoffmann bewältigt auf den vier Saiten und dem kleinen Griffbrett der Ukulele halsbrecherische Passagen und lässt mit wenig technischem Aufwand ein kleines Orchester erklingen.

Von Spirituals inspiriert

„Losgelassen“ – das ist das Motto für Hoffmanns Ukulele-Spiel. Der Musiker aus Schalksmühle klebt nicht an bestimmten Genres. Klassik steht bei ihm gleichberechtigt neben Jazz, Blues und inzwischen auch Spirituals. Die Lieder der Sklaven, die afrikanische Religiosität mit christlicher Lehre voller Inbrunst vermischen, haben Hajo Hoffmann stark inspiriert. In seinen Versionen von All Day, all night“ oder „Swing low, sweet Chariot“ erklingt der tief empfundene Wunsch nach Freiheit und Erlösung sowie der Glaube an eine bessere Welt.DSC_0088

Von der Andacht zur Lebensfreude

Von der Andacht zur Lebensfreude. Hajo Hoffmann hat fünf Jahre in Brasilien gelebt. Spielt er brasilianische Volksmusik wie den Gassen „Bananeira“, das Lied vom Bananenbaum, schäumt pure Lebensfreude auf. Beim „Stück „Bach im Ganges“ verschmelzen Kompositionen des Orgel- und Klaviervirtuosen Johann Sebastian Bach mit indischen Klängen. Hajo Hoffmann begibt sich auf eine musikalische Flussreise. Er beginnt ganz barock und je weiter er den Ganges herunterfährt, übernehmen die im Norden Indien ansässige hindustanische und später die karnatische Musik aus dem Süden Oberhand.

Hajo Hoffmann wandert zwischen den Kulturen

Hoffmann wandert zwischen den Kulturen hin und her. Er lässt Beethoven Samba tanzen. Mit der Musik von Georg Friedrich Händel unternimmt er eine Tour durch Afrika und so klingt die Komposition des Altmeisters, untermalt vom dumpfen Trommelklang aus dem Loop, plötzlich wie ein Sound vom schwarzen Kontinent. Bei „Lovis love is“ schmilzt das Publikum beinahe dahin. Kein Wunder. Diese Eigenkomposition Hoffmanns ist seiner kleinen Tochter Lovis gewidmet und verknüpft die großen Lieben des Künstlers: die zur Musik und zu den Menschen.

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