Außenansicht des NRW-Landtages in Düsseldorf. Foto: tft

Hagen. Als Schüler ein politisches Projekt realisieren, das soll an weiterführenden Schulen künftig verpflichtend werden. Das wünscht sich die Mehrheit der 16- bis 20-Jährigen, die vom 23. bis 25. Juni als Jugendlandtag im Düsseldorfer Landesparlament zusammen kamen. Mit dabei waren auch die Hagenerinnen Carlotta Sauerbier und Madina Dadshani. Carlotta saß auf dem Platz des SPD-Abgeordneten Wolfgang Jörg, Madina war für den Grünen-Abgeordneten Herbert Goldmann im Landtag.

Jugendliche wollen in der Schule
mehr über Politik lernen


Dass das Thema „Politisches Projekt an weiterführenden Schulen“ dabei eine Mehrheit fand, verwundert nicht. Wer sich die YouTube-Videos anschaut, die nach der Parlamentszeit veröffentlicht wurden, hört manch überraschte Stimmen. So hatten sich die jungen Leute den parlamentarischen Arbeitsalltag oft nicht vorgestellt. Wie auch, wenn man politische Gremienarbeit noch nie oder nur recht selten erlebt hat. Die jungen Menschen wollen ganz offensichtlich mehr über Politik – und wie man sie macht – wissen. Gelegenheit dazu gäbe es im richtigen Leben reichlich, zum Beispiel in den Ratssälen und Rathäusern der 396 NRW-Kommunen. Aber auch im Landtag.

Carlotta Sauerbier nahm im Jugendlandtag 2016 den Platz von Parlamentarier Wolfgang Jörg ein. Sie erlebte mit weiteren 236 Jugendlichen und jungen Erwachsenen drei Tage Debatte und Entscheidungen. Und sie brachte dem SPD-Abgeordneten einige Hausaufgaben für die Zukunft mit.
Carlotta Sauerbier nahm im Jugendlandtag 2016 den Platz von Parlamentarier Wolfgang Jörg ein. Sie erlebte mit weiteren 236 Jugendlichen und jungen Erwachsenen drei Tage Debatte und Entscheidungen. Und sie brachte dem SPD-Abgeordneten einige Hausaufgaben für die Zukunft mit.

Das dortige Jugendparlament fand mittlerweile zum 8. Mal statt. Dabei saßen die jungen Leute auf den Plätzen der 237 gewählten ParlamentarierInnen. Jede Abgeordene und jeder Abgeordnete konnte zuvor einen jugendlichen Vertreter benennen. Wolfgang Jörg hatte sich für Carlotta Sauerbier entschieden. Heute (19.7.2016) infomierten beide in einer Pressemittreilung über Carlottas Zeit im Parlament. „Der Jugend-Landtag hat uns einen Einblick in die Politik und die Arbeit der Abgeordneten im Landtag gegeben, der veranschaulicht hat, wie abwechslungsreich und spannend Politik besonders für jüngere Menschen sein kann“, so die Jugendparlaments-Teilnehmerin. „Es lohnt sich, dabei mitzumachen. Auch weil die Entscheidungen nun an die eigentlichen Abgeordneten weitergegeben und die sich damit auseinandersetzen werden.“

Ebenso positiv äußert sich Madina Dadshani, die zur Grünen Fraktionsvorsitzenden im Jungendlandtag gewählt wurde: „Ich persönlich habe das Gefühl, endlich ernst genommen zu werden, und deshalb empfinde ich es als sehr, sehr schön.“

Wolfgang Jörg teilte heute zu den Jugendlandtagsdebatten und Entscheidungen mit: „Sie (die JugendlandtagsteilnehmerInnen, Anm.d.Red. ) haben sich… intensiv und verantwortungsvoll mit den politischen Themen auseinander gesetzt. Deshalb sind jetzt auch wir Parlamentarier gefragt, uns ernsthaft mit den Ergebnissen des Jugend-Landtags zu beschäftigen.“

Wir dürfen also gespannt sein, ob Wolfgang Jörg und weitere LandesparlamentarierInnen demnächst darüber berichten, wie der gewählte Landtag mit den Themen des Jugendparlaments umgeht. Vielleicht sitzen ja in Zukunft vermehrt Schülerinnen und Schüler bei den Rats- und Ausschusssitzung im Rathaus an der Volme.

„Wichtig, dass Jugendliche diese Chance erkennen“

Das wäre sehr gut für eine lebendige Demokratie. Die braucht mündige Demokraten. Demokratische Verhältnisse, wie es sie im Deutschland des Jahres 2016 gibt, waren und sind keine Selbstverständlichkeit. Madina Dadshani bringt es im offiziellen Landtagsvideo so auf den Punkt: „Ich komme aus zwei verschiedenen Kulturen und Sachen wie ein selbstbestimmtes Leben führen, das ist für mich nicht selbstverständlich. Und selbst in Deutschland muss ich mir viele Freiheiten erkämpfen. Und durch diese demokratischen und politischen Strukturen, fiel es mir einfacher, als Frau eine Stimme zu haben. Und deshalb finde ich es wichtig, dass Jugendliche diese Chance auch erkennen. Dass sie die Möglichkeit haben, ihre Stimme zu erheben und auch anderen Menschen eine Stimme zu geben.“

Links zum Thema

Jugendlandtags-Berichte auf der Webpräsenz des NRW-Landtages

YouTube-Beitrag „Abgeordnete für drei Tage“

YouTube-Beitrag des SPD-Abgeordneten Rüdiger Weiß

YouTube-Beitrag der FDP-Fraktion

YouTube-Beitrag der Piraten-Fraktion

Grünen-Mitteilung zum Jugendlandtag 2016

 

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