Hagen. Jugendliche und jüngere Langzeitarbeitslose ohne Ausbildung sind Verlierer auf dem Arbeitsmarkt. Darauf weist der DGB-Hagen hin und fordert eine Durchhalteprämie. In der Mitteilung heißt es:

Die Beschäftigungschancen von jüngeren Arbeitslosen zwischen 25 und 34 Jahren, die über keine Berufsausbildung verfügen, haben sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Das geht aus Zahlen der Agentur für Arbeit hervor, die dem DGB NRW exklusiv vorliegen. „Die gute konjunkturelle Entwicklung und der Anstieg an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen geht an dieser Gruppe leider vorbei“, erklärt Ruth Schäfer für den DGB in Hagen. „Sie sind die Verlierer auf dem Arbeitsmarkt.“

So ist die Zahl der jüngeren Arbeitslosen ohne Ausbildung, die sich im „Hartz IV-System“ befinden, im Agenturbezirk Hagen seit 2013 von 2.785 auf 2.832 im Jahr 2015 gestiegen. Nur 268 junge Menschen ohne Ausbildung werden von der Arbeitslosenversicherung betreut.  „Das ist nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für unsere Sozialsysteme eine erschütternde Bilanz“, kommentiert Ruth Schäfer. „Nur durch mehr Ausbildung und Qualifizierung könne den jungen Menschen geholfen werden. Hier muss das Land steuernd eingreifen. Die Eingliederungsmittel der Jobcenter müssen mit Landesmitteln aufgestockt und zielgerichteter für Ausbildung eingesetzt werden.“

Zusätzlich fordert der DGB eine Prämie als zusätzliche Motivation, eine zwei- oder dreijährige Ausbildung durchzuhalten. „Wir haben häufig mit dem Problem zu kämpfen, dass Jugendliche eine oder mehrere Ausbildungen abbrechen und am Ende ohne Berufsausbildung dastehen. Eine Prämie von 100 Euro für jeden durchgehaltenen Monat in Ausbildung ist für den Staat wesentlich günstiger, als eine lebenslange Hartz IV-Karriere.“  Eine solche Prämie hat in Thüringen bei jugendlichen Langzeitarbeitslosen gute Erfolge gezeigt.

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