Tach-Montage, Fotos: tft

Hagen. „Der Arbeitsmarkt in der Stadt Hagen zeigt kaum Anzeichen einer Herbstbelebung“, so die Agentur für Arbeit in ihrer  Mitteilung zum Monat September. Die Zahl der Arbeitslosen sank geringfügig um 91 auf 11 017, die Arbeitslosenquote um 0,1 Punkte auf 11,3 Prozent. Im Vorjahr waren es nur 10,2 Prozent gewesen.

Weiterhin der Appell: „Unternehmen anlocken“

Marcus Weichert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen: „Der normalerweise beste Arbeitsmarktmonat fällt für Hagen bescheiden aus. Eine richtige Entspannung ist das nicht. Dafür ist der Rückgang zu gering und im Vergleich zu anderen Regionen und zum Land NRW unterdurchschnittlich. Zwar hat sich der Anstieg der Erwerbslosigkeit bei den Jüngeren nicht fortgesetzt, doch gibt es inzwischen bei den unter 25-Jährigen ein gutes Drittel mehr Arbeitslose als ein Jahr zuvor. Generell bleibt Hagen beim Vorjahresvergleich der Arbeitsmarktentwicklung landesweit am unteren Ende der Fahnenstange“. Weichert appelliert erneut: „Es muss das Interesse aller Akteure am Arbeitsmarkt sein, Unternehmen anzulocken, die in erster Linie gut bezahlte Voll- und Teilzeitarbeitsplätze anbieten. Dafür können auch ungewöhnliche Wege gegangen werden.“

Zu den aktuellen Zahlen teilt die Arbeitsagentur im Detail mit:

‚Beide Rechtskreise entwickelten sich etwas besser, aber unterschiedlich stark ausge- prägt: 2047 Arbeitslose waren Kunden der Arbeitsagentur (72 oder 3,4 Prozent weniger als im Vormonat), 8970 wurden durch das Jobcenter Hagen betreut (19 oder 0,2 Pro- zent weniger). Auch der Vorjahresvergleich war einheitlich, aber ungünstig: In der Arbeitslosenversicherung waren es aktuell 193 oder 10,4 Prozent Erwerbslose mehr als vor zwölf Monaten, in der Grundsicherung 908 oder 11,3 Prozent.

Die Zahl der jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren ging leicht um 14 auf 1379 zurück, obwohl die Untergruppe der Jüngsten unter 20 Jahren um 15 auf 319 weiter anstieg. Dies war aber eine Entwicklung hauptsächlich in der Grundsicherung, ebenso wie die der Langzeitarbeitslosen, deren Zahl gegen den Trend um 54 auf 4784 zunahm.

Die Ausländerarbeitslosigkeit in Hagen sank um 27 auf 4226, obwohl die Zuwanderung aus Osteuropa weiterhin (um 30 auf 849) anstieg. Bei den Flüchtlingen hat es einen Rückgang gegeben, da einige im Rahmen der Residenzpflichtregelung wieder in das Aufnahmebundesland zurückkehren mussten. So hat sich die Zahl der hier gemeldeten arbeitslosen Syrer im September um 107 auf 641 verringert. Der Gesamtanteil von Migranten an allen Arbeitslosen erhöhte sich leicht um 0,1 Punkte auf 38,4 Prozent.
Der Vorjahresvergleich der Gesamtarbeitslosigkeit fällt etwas besser aus als noch im August, ist aber mit einer Zunahme um 1101 Arbeitslose oder +11,1 Prozent landesweit einer der schlechtesten.

Kräftenachfrage auf gutem Niveau aktuell rückläufig

Die gute Entwicklung bei der Zahl der neu gemeldeten Stellen aus dem Vormonat fand im September keine Fortsetzung. Die Kräftenachfrage sank um 108 auf 510 Stellen. Dies waren allerdings immer noch 32 oder 6,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Branchenschwerpunkte der neu gemeldeten Arbeitsplätze waren insbesondere die Zeitarbeit (303 Stellen), das Gesundheitswesen (49) und der Handel (33). Das Verarbei- tende Gewerbe meldete 22 Vakanzen, die Logistik nur 16, das Baugewerbe 15. Aktuell sind 1808 Stellen zur Besetzung gemeldet, 89 mehr als im August und sogar 215 mehr als vor genau zwölf Monaten.

Die Situation bei der Kurzarbeit in der Volmestadt ist weiterhin nicht besorgnis- erregend. Es gab im September weder nennenswerte Steigerungen bei den Neu- anzeigen noch bei den tatsächlichen Kurzarbeitergeldzahlungen.

Gesamteinschätzung

Der Hagener Arbeitsmarkt konnte von der erfahrungsgemäß günstigen Jahreszeit und der guten Witterung im September nicht profitieren. Auch wenn der ungünstige Vorjah- resvergleich aktuell nicht weiter angestiegen ist, bleibt ein Zuwachs von gut 1100 Arbeitslosen binnen zwölf Monaten. Die zuvor noch anziehende Kräftenachfrage ging ausgerechnet im September wieder spürbar zurück. Ein Herbstaufschwung sieht anders aus.‘

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