OB Erik O. Schulz und Eigentümerin Michaela Beiderbeck vor dem Hochbunker, den nun die Denkmalplakette des Landes Nordrhein-Westfalen ziert. (Foto: Michael Kaub/Stadt Hagen)

Hagen. Der Hochbunker in der Bergstraße in der Hagener Innenstadt steht seit Juli 2015 unter Denkmalschutz – und trägt diese Auszeichnung nun auch sichtbar an der Außenwand: Oberbürgermeister Erik O. Schulz überreichte im Beisein der Leiterin der städtischen Denkmalbehörde, Ina Hanemann, die Denkmalplakette des Landes Nordrhein-Westfalen an die Eigentümer, Michaela und Gottfried Beiderbeck.

Als Baudenkmäler besitzen die Hochbunker im Stadtbild eine hohe Aussagekraft. Sie sind wichtige Gedenkorte für den Bombenkrieg, dem allein in Hagen mehr als 2000 Menschen zum Opfer fielen. Sie erinnern an Zwangsarbeit und Kriegswirtschaft im Nationalsozialismus und führen auch heute noch die entbehrungsreichen Jahre der frühen Nachkriegszeit vor Augen.

Bunker als Kriegsmahnmal

Der Bunker an der Bergstraße ist besonders bedeutend für die Hagener Stadtgeschichte, weil er mit seinem gut überlieferten Baukörper und der im Inneren erhaltenen und ablesbaren Bunkerbinnenstruktur, der Bunkertechnik sowie wandfesten Ausstattung das Leben und Sterben während des Zweiten Weltkriegs im Hagener Stadtzentrum dokumentiert. Er entstand im Rahmen des „Luftschutz-Sofortprogramms“, das in Hagen als besonders gefährdete Stadt zwischen 1940 und 1944 sieben Hochbunker für den Zivilschutz hervorbrachte und ist somit ein wichtiges Indiz für die Baugeschichte der Stadt. Und noch heute prägen seine raumgreifenden Dimensionen das Stadtbild der Hagener City – als ein unübersehbares, im Alltagsleben präsentes Mahnmal des Zweiten Weltkrieges.

Über die lokale Bedeutung hinaus ist der Bunker eine Geschichtsquelle von besonderem Zeugniswert für die Geschichte der Menschen im Zweiten Weltkrieg, vergegenwärtigt er doch die Extremsituation, in der sich die Zivilbevölkerung während der Bombardements befunden hat. Auch Oberbürgermeister Erik O. Schulz zeigt sich während des Rundgangs durch die meterdicken Betongänge in der Bergstraße beeindruckt: „Ich bin überrascht, welche Authenzität im Untergeschoss des Bunkers herrscht. Hier ist so viel erhalten oder treffend rekonstruiert, dass es einem nicht vorkommt, als gehe man durch ein altes Gebäude, sondern man kann das Leben im Bunker regelrecht nachempfinden.“

Aushängeschild für Hagener Denkmalliste

Für die Erhaltung und Nutzung des Bergstraßen-Bunkers sprechen zahlreiche wissenschaftliche, architektur- und militärgeschichtliche Gründe, da er Teil eines in der Architekturgeschichte einmaligen Bauprogramms gewesen ist, das der Zivilbevölkerung im Wahnsinn des Zweiten Weltkrieges Schutz bieten sollte und darüber hinaus für die Propaganda der Nationalsozialisten eine wichtige Funktion hatte. Als Schutzbau für die Bevölkerung sollten die Luftschutz-Bunker vor allem auch der Stabilisierung der nationalsozialistischen Politik dienen. In der Denkmalliste der Stadt Hagen nimmt der Hochbunker somit eine besonders Stellung ein.

Bunkerführungen

Das Bunkermuseum bietet regelmäßig in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Hagen und auf Anfrage Führungen durch das Denkmal an. Besonders authentische Einblicke in die damalige Zeit bietet die Dunkelführung. Teilnehmer erleben die unterirdische Bunkerwelt komplett verdunkelt wie zu Angriffszeiten, wenn der Strom in der ganzen Stadt ausfiel und können mit einer Dynamo-Taschenlampe die Gänge und Räume erkunden.

Der Rundgang durch den Bunker in der Bergstraße hinterlässt Eindruck bei OB Erik O. Schulz. (Foto: Michael Kaub/Stadt Hagen)
Der Rundgang durch den Bunker in der Bergstraße hinterlässt Eindruck bei OB Erik O. Schulz. (Foto: Michael Kaub/Stadt Hagen)

Die nächste Dunkelführung findet als Sonderveranstaltung am Samstag, 3. Oktober, um 17 Uhr im Hochbunker, Bergstraße 98, statt. Regulär bietet das Bunkermuseum die öffentlichen Dunkelführungen an jedem zweiten Samstag im Monat an, der nächste Termin ist Samstag, 10. Oktober, um 17 Uhr. Eine Anmeldung zu den Führungen erfolgt unter Telefon 02331/4893855 oder per E-Mail an info@bunker-hagen.de. Weitere Informationen erhalten Interessierte unter www.bunker-hagen.de.

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