Hagen. Seit 30. November arbeiten in Hagen die Agentur für Arbeit, das Jobcenter und die Stadt Hagen in einer gemeinsamen Anlaufstelle für Flüchtlinge und Asylbewerber zusammen. Das Ziel ist die möglichst schnelle Integration in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Dabei ist die enge Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen entscheidend. Der neu geschaffene „Integration Point“ bündele die Kompetenzen der Arbeitsagentur, des Jobcenters und künftig auch der beteiligten kommunalen Stellen sowie weiterer Anbieter, heißt es in einer Mitteilung der Agentur für Arbeit Hagen.

Schnell Wege in Arbeit und Ausbildung eröffnen

Marcus Weichert, Chef der Hagener Agentur für Arbeit, beschreibt die Zusammenarbeit der Behörden im Integration Point als ein erfolgversprechendes Konzept kurzer Wege und schneller Absprachen. Es gehe darum, den Weg in Arbeit und Ausbildung schnell zu eröffnen, wenn die Voraussetzungen vorliegen: „Die Flüchtlinge müssen viele Herausforderungen in einer für sie fremden Umgebung meistern. Durch den schnellen Kontakt, die unmittelbare Weiterleitung im `Integration Point´ und direkte Absprachen zwischen den Experten kann manche Hürde schneller genommen werden, um die Weichen in Arbeit und Ausbildung erfolgreich zu stellen.“

Vorbereitung auf steigende Flüchtlingszahlen

Weichert wies aber auch darauf hin, „dass wir intensiv mit der Flüchtlingskrise beschäftigt sind, dies aber nicht zu Lasten inländischer Ausbildungs- und Arbeitsuchender geht. Wir bereiten uns personell und finanziell auf wachsende Flüchtlingszahlen vor“. In diesem Zusammenhang weist der Agenturchef darauf hin, dass eine prosperierende Wirtschaft mit Innovationsgeist und Gründerwillen der Grundstein für dauerhaft steigende Beschäftigung sei. „Die Attraktivität einer Stadt hängt mehr denn je von individuellen Arbeitsperspektiven ab“, so Weichert weiter.

Team mit acht Mitarbeitern

Mit der Eröffnung des „Integration Points“ stehen drei Arbeitsvermittler, ein Berufsberater und zwei Leistungssachbearbeiter zur Verfügung. Die Mitarbeiter des Jobcenters sollen neben der Beratung auch bei der Antragsstellung von Arbeitslosengeld II helfen. Zwei weitere Mitarbeiter, die die neuen Kunden empfangen, machen das Team „Integration Point“ komplett.

Ein Drittel der Arbeitslosen sind Nicht-Deutsche

Aufgrund der Zuwanderung ist die Arbeitslosigkeit von Ausländern in Hagen angestiegen. Aktuell sind 3600 oder ein Drittel der Arbeitslosen insgesamt Nichtdeutsche. Das waren 600 oder 20 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die stärksten Zuwachsraten haben Arbeitslose aus der Arabischen Republik Syrien (+ 71 Prozent gegenüber Vorjahr). Viele der derzeit in Deutschland ankommenden Flüchtlinge werden erst im nächsten Jahr in der Arbeitslosenstatistik erfasst, da sie frühestens drei Monate nach Abgabe ihres Asylantrages als arbeitslos gelten.

 

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