Plettenberg. Die Plettenberger Gruppe der Frauenselbsthilfe nach Krebs ruft dazu auf, nicht mehr benötigte Perücken zu spenden. Diese werden an Krebs erkrankten Frauen in Spanien zur Verfügung gestellt.

Eine Krebsdiagnose lässt das Leben der Betroffenen aus den Fugen geraten. Wenn die Operation gut überstanden ist, steht meist noch eine Chemotherapie an. Die Nebenwirkung Haarverlust ist insbesondere für Frauen psychisch sehr belastend. In Deutschland bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen daher auch ganz selbstverständlich eine Perücke oder geben zumindest einen großzügigen Zuschuss. In anderen europäischen Ländern ist das keineswegs der Fall.

Wichtig für Wohlbefinden

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Angelika Braun, Gruppenleiterin der FSH-Gruppe Plettenberg – Die Familie Foto: privat

Aus diesem Grund hat sich die Gruppe der Frauenselbsthilfe nach Krebs aus Plettenberg bereits im letzten Jahr einem Spendenaufruf ihres Bundesverbandes angeschlossen und sammelt dieses Jahr Perücken, die nicht mehr gebraucht werden, für Frauen in Spanien. „Dort sind die meisten an Krebs erkrankten Frauen, die eine Chemotherapie durchstehen müssen, nicht in der Lage, aus eigener Tasche eine Perücke oder andere Hilfsmittel zu bezahlen“, weiß Angelika Braun, Leiterin der Gruppe Plettenberg – Die Familie. „Dabei sind Haare so wichtig für das Wohlbefinden und das Selbstbewusstsein einer Frau, auch wenn es vorübergehend nur eine Perücke ist.“

Die vor Ort gesammelten Sachspenden schickt die Gruppe zum Verein Brustkrebs Deutschland e. V. nach Hohenbrunn bei München, wo sie aufbereitet und weitergeleitet werden. Ein Ende für die Spendenaktion gibt es nicht. „In diesem Jahr gehen die Perücken und andere wichtige Hilfsmittel wie Prothesen-BHs und -Badeanzüge nach Spanien“, erklärt Angelika Braun.

Wer Perücken oder Hilfsmittel für Brustkrebspatientinnen spenden möchte, der wende sich an Angelika Braun, Tel. 0178-7196233, oder gibt sie direkt in der Wieden-Apotheke, Grünestraße 11, 58840 Plettenberg, ab.

Die Gruppe Plettenberg – Die Familie trifft sich an jedem ersten Mittwoch im Monat in der Zeit von 18 bis 20 Uhr in der Notdienstwohnung der Wieden-Apotheke, Grünestraße 11, 58840 Plettenberg. Betroffene und auch deren Angehörige sind jederzeit willkommen. Die Treffen können völlig unverbindlich besucht werden und sind kostenfrei. „Bringen sie Ihre alte Perücke oder Hilfsmittel, die sie nicht mehr brauchen, einfach mit“, bittet Angelika Braun.

Ansprechpartnerinnen sind Angelika Braun (Tel. 0178-7196233, ab@netzwerkstattkrebs.de) und Annette Dunker (Tel. 02391-6096776, a.dunker@frauenselbsthilfe.de).

Zum Hintergrund

Die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) ist eine der größten und ältesten Krebs-Selbsthilfeorganisationen in Deutschland. Sie verfügt bundesweit über ein dichtes Netz an regionalen Gruppen. Die Gruppentreffen stehen allen Menschen offen, die an Krebs erkrankt sind, und auch deren Angehörigen. Die Teilnahme ist unverbindlich und ohne Mitgliedsbeitrag.

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