Halver/Wipperfürth. Die Belastung in der Neyetalsperre ist nach dem Gülle-Vorfall vom 18. März deutlich zurückgegangen. Die Messwerte lassen darauf schließen, dass die Gülleblase mit der hochkonzentrierten Verunreinigung weitestgehend aus der Talsperre entfernt worden ist. Das teilen der Wupperverband und die Energie Wasser Remscheid GmbH mit.

Fünf Wochen nach dem Gülleeintrag in den Neyebach und die Neyetalsperre trafen sich am Dienstag, 21. April, die Vertreter der Bezirksregierung Köln, der Unteren Wasserbehörde des Oberbergischen Kreises, des Landesumweltamtes LANUV, der EWR GmbH und des Wupperverbandes, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Bis 20. April 50.000 Kubikmeter Wasser behandelt

Nach der Einleitung von rund 1.700 Kubikmetern Gülle über den Neyebach in die Neyetalsperre am 18. März hatte sich am Boden der Talsperre vor der Staumauer ein Gemisch aus Gülle und Wasser als Gülleblase eingelagert. Die oberen Wasserschichten der Talsperre waren hingegen unbelastet. Seit dem 25. März war durch den Grundablass der Talsperre über eine bestehende frühere Rohwasserleitung das Gülle-Wasser-Gemisch zur Kläranlage Hückeswagen des Wupperverbandes transportiert und dort behandelt worden. Die Behandlung in der Kläranlage hatte die Bezirksregierung für eine Menge von 50.000 Kubikmetern genehmigt. Diese Menge wurde am Montag, 20. April, erreicht und die Mitbehandlung des Gülle-Wasser-Gemischs zunächst beendet.

Inzwischen sehr starke Algenbildung

Durch die Behandlung in der Kläranlage konnte ein guter Erfolg erzielt werden.
Zu Beginn hatte das Wasser am Grundablass der Talsperre eine deutliche Braunfärbung, jetzt ist keine Färbung mehr wahrnehmbar. Geringe Schadstoffkonzentrationen sind am Grund der Neyetalsperre noch vorhanden. Die Konzentrationen für Stickstoff und Phosphor sind zwar deutlich gesunken, liegen aber noch über den normalen Werten. Zurzeit ist bereits – trotz dieser Erfolge – eine sehr starke Algenentwicklung in der Talsperre zu verzeichnen. Weitere längerfristige Auswirkungen sind noch nicht absehbar.

Daher haben die Vertreter der Behörden, der EWR GmbH und des Wupperverbandes über das weitere Vorgehen gesprochen.
Der Wupperverband und die EWR GmbH streben an, die bewährte Methode der Behandlung in der Kläranlage Hückeswagen fortzusetzen, möglichst in Kombination mit anderen Maßnahmen, über die in den nächsten Wochen noch entschieden wird. Daher wird der Verband vorsorglich einen Verlängerungsantrag für die Mitbehandlung in der Kläranlage stellen.

Mit einer Entscheidung, wie die Beteiligten mit dem noch schwach belasteten Wasser auf dem Grund der Neyetalsperre umgehen werden, ist in der kommenden Woche zu rechnen.

Durch die Gülleeinleitung ist im Gewässersystem Neye und Neyetalsperre ein immenser ökologischer Schaden entstanden. Die EWR GmbH und der Wupperverband setzen sich in Abstimmung mit den Behörden weiterhin dafür ein, diesen Schaden und die weiteren Auswirkungen zu begrenzen.
Die Wasserqualität in den als Badegewässer genutzten Talsperren Bever- und Wupper-Talsperre ist durch den Vorfall an der Neyetalsperre nicht beeinträchtigt.

 

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