So werden Jauchefässer aus einem großen Gülletank befüllt. © alho007 - Fotolia.com

Halver. Am Wochenende haben das Technische Hilfswerk aus Remscheid, der Naturschutzbund und die Jäger vor Ort versucht, nach dem Gülleunfall in der Halveraner Ortslage Kotten, zu retten was zu retten ist. Die Helfer haben dabei 300 Frösche aufgesammelt und umgesiedelt. „Wir haben aber keinen einzigen lebenden Fisch mehr aus der Jauche holen können“, zitiert der Remscheider Generalanzeiger Forstamtsleiter Markus Wolf.

Der Förster erhebt schwere Anschuldigungen gegen den Halveraner Landwirt. Unterdessen wurde bekannt, dass auf dem Hof bereits im November 2014 Gülle ausgelaufen ist.

Märkischer Kreis prüft Wirksamkeit der Baugenehmigung

Damals wurde festgestellt, dass der Gülletank nicht genehmigt ist. In einer Stellungnahme des Märkischen Kreises heißt es dazu:

Der Betrieb hat die Untere Wasserbehörde schon mal im November 2014 verständigt, weil Gülle in geringerem Umfang ausgelaufen ist. Die Kripo hat damals ermittelt, dass es beim Umfüllen der Gülle passiert sein soll.
Dabei stellte sich heraus, dass der neue Gülletank so nicht genehmigt worden war. Statt 5,80 Meter ist der Behälter acht Meter hoch. Genehmigte Füllhöhe beträgt 5,80 Meter. Der Behälter hat einen Radius von 15 Metern und einen Durchmesser von 30 Metern. Die Baugenehmigung erfolgte 1. 10. 2011. Gebaut wurde im Dezember 2013.

Der Betreiber wurde aufgefordert, eine Rückhaltevorrichtung zu bauen.
Die Baubehörde prüft, ob der neue Güllebehälter standsicher und dicht ist.
Dafür muss der Güllebehälter aber leer sein. Das heißt, dass der Betreiber keine Gülle mehr zufüllen darf. Der Betreiber wurde mehrmals aufgefordert (mit Verhängung von Zwangsgeld), den Güllebehälter zu leeren.
Außerdem prüft die Baubehörde inwieweit die Baugenehmigung für den Güllebehälter wirksam ist, da die Genehmigung im Zusammenhang mit dem Bau eines Viehstalles erteilt wurde.
Der Stall wurde aber bisher noch nicht errichtet.

Behälter abgesperrt und Einfüllstutzen versiegelt

Aktuell wurden folgende Maßnahmen ergriffen:
– Sicherung des Schlauchs, mit dem die Entnahme erfolgt ist
– Versiegelung des Einfüllstutzens
– Absperrung des Güllebehälters
– der Betreiber darf nur mit Genehmigung der Unteren Wasserbehörde Gülle entnehmen
– es darf keine Gülle mehr eingefüllt werden
– als Schutz vor möglichen Auslaufen wurde eine zusätzliche Auffangmulde errichtet und eine defekte Auffangmulde repariert.

Gülle-Blase vor der Staumauer

Inzwischen hat ein Teil der 1700 Kubikmeter Gülle, die vor einer Woche ausgelaufen sind, die Neyetalsperre in Wipperfürth erreicht. Es wird vermutet, dass sich ein Großteil auf dem Grund der Talsperre vor der Staumauer in Wipperfürth befindet. Vor der Staumauer soll sich eine Gülle-Blase in 18 bis 25 Metern Tiefe gebildet haben.

Der Wupperverband und die Energie Wasser Remscheid GmbH (EWR) beraten jetzt darüber, wie die Gülle Stoffe aus der Talsperre entfernt werden können. Möglicherweise das Gemisch aus Urin und Kot landwirtschaftlicher Nutztiere mit einen Rüssel aus dem Auffangbecken der Neyetalsperre zu gesaugt werden. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen soll am Mittwoch, 25. März, fallen.

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