Gülle
Aus den Teichen am Einlauf zur Talsperre wurde die Gülle-Brühe abgepumpt. Das Gülle-Wassergemisch aus der Neyetalsperre wurde damals über eine Leitung dosiert zur Kläranlage Hückeswagen geleitet und dort gereinigt. Foto: Wolfgang Teipel

Halver. Muss oder zahlen oder nicht? Vor dem Landgericht Hagen hat am Mittwoch der Prozess begonnen, in dem die Stadtwerke Remscheid Schadensersatz von einem Halveraner Landwirt erstreiten wollen. Sie fordern 214.000 Euro für Schäden, die nach einem Gülle-Unfall auf dem Betrieb in der Halveraner Ortslage Kotten entstanden sind. Rund 1,7 Millionen Liter Gülle waren im März 2015 aus einem Güllebehälter in den Neyebach und in die Neyetalsperre geströmt. Schwere Umweltschäden waren die Folge.

Fische hatten keine Chance

Fische und viele andere Lebewesen hatten beim Gülle-Gau am Neyebach keine Chance. Nach Messungen des Wupperverbandes wurde am Tag der Einleitung wurde ein Spitzenwert Ammonium-Stickstoff in Höhe von 1800 mg/l im Wasser ermittelt. Schon bei einem Wert von 0,5 mg/l, hieß es damals, werde es für Fische kritisch.

Vergleich das „falsche Signal“

Auf eine gütliche Einigung in diesem Zivilverfahren wollten sich die Stadtwerke Remscheid als Eigentümer der Talsperre am Mittwoch nicht einlassen. Sie wollen, dass der Beklagte, der übrigens nicht erschienen war, zur Rechenschaft gezogen wird. Ein Vergleich wäre das „falsche Signal“ zitiert der Remscheider Generalanzeiger (RGA) Stadtwerke-Sprecher Klaus Zehrtner. „Ein Vergleich würde den Eindruck erwecken, dass Gefahrstoffe in eine Talsperre eingebracht werden könnten und man anschließend darüber verhandeln kann.“

Landwirt geht von Sabotage-Akt aus

Das Gericht forderte den Energieversorger auf, an den nächsten Verhandlungstagen zu erklären, wie sich die Schadenssumme von 214.000 Euro zusammensetzt.

Die strafrechtliche Aufarbeitung des Gülle-Gaus steht unterdessen noch aus. Der Landwirt ist sich keine Schuld bewusst. Er geht von einem Sabotage-Akt aus. Unbekannte müssten das Ablassventil des großen Silos geöffnet haben, sagte er der Polizei damals.

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