Hagen. „Verlässliche Schulentwicklungsplanung sieht anders aus“, kritisiert Grünen-Fraktionssprecherin Nicole Pfefferer in einer Pressemitteilung. Die Hagener Grünen „bedauern, dass die Mehrheit des Rates den gemeinsamen Weg einer verlässlichen Schulentwicklungsplanung verlassen hat.“

Die Kritik bezieht sich auf die mehrheitliche Entscheidung des Rates zu einer „erneuten Elternbefragung“ in Haspe. Gegen die Stimmen von Grünen, SPD und OB wurde mit 34:26 Stimmen beschlossen, „eine aktuelle Elternbefragung in den Hasper Grundschulen und der Grundschule Emil-Schumacher… durchzuführen, um das Bedürfnis zur Errichtung der dann dritten Sekundarschule im Stadtgebiet in Haspe festzustellen“.

Damit ist die vorgesehene Schließung der Realschule Haspe vorerst ausgesetzt. In der protokollierten Entscheidung heißt es weiter: „Inhaltlich wird im Fragebogen ausdrücklich ermittelt, ob der Wille der betroffenen Eltern dahin geht, in Haspe eine Sekundarschule zu errichten oder ob die Realschule Haspe am Anmeldverfahren teilnehmen soll. Bis zum Ergebnis dieser Befragung wird die Entscheidung über die auslaufende Schließung der Realschule Haspe mit samt den sich aus einem Schließungsbeschluss ergebenden Konsequenzen ausgesetzt. Sollte die Umfrage den Bedarf einer dritten Sekundarschule nicht ergeben, nimmt die Realschule Haspe am nächsten Anmeldeverfahren teil.“

Pfefferer in der Grünenmitteilung zur Ratsentscheidung: „Mit einer erneuten Elternbefragung in Haspe werden all diejenigen Eltern verunsichert, die sich darauf verlassen haben, dass zum Schuljahr 2017/18 die dritte Hagener Sekundarschule entsteht. Auf diesen Weg hatte sich die Schulpolitik in Hagen aus guten Gründen einmütig begeben. CDU, Hagen Aktiv und Linke verlassen ihn jetzt leider. Gerade im Stadtbezirk Haspe sind Angebote für längeres gemeinsames Lernen wichtig. Wenn die Hasper Gesamtschule bei jedem Anmeldejahrgang bis zu 100 Kinder ablehnen muss, weil sie zu wenig Plätze hat, wird der Elternwille regelmäßig vernachlässigt. Wenn diesem Mangel durch ein pädagogisch sinnvolles, integratives Schulkonzept abgeholfen werden soll, ist die Meinung der Eltern plötzlich zentral. Die hätte man allerdings auch im konkreten Anmeldeverfahren rechtssicher ermittelt. Wer nun die erneute Befragung als Erfolg feiert, will offensichtlich die veraltete Schulstruktur mit ihren Auslaufmodellen Haupt- und Realschule  konservieren. Das verschiebt die Probleme aber nur in die Zukunft. Wir Grünen meinen gerade angesichts der demografischen Veränderungen: Die Zukunft der Schulentwicklung liegt im längeren gemeinsamen Lernen und nicht in der frühen Zuordnung in Leistungsschubladen.“

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