"Poetry Slam" mit Marian Heuser. Dieser zweitägige Workshop an der Realschule Werdohl ist einer von mehreren Workshops, die im Rahmen der "Jugendkreativwerkstatt" in Werdohl statt fanden. Fotos: Iris Kannenberg

Werdohl. Ende Juni fand in der Werdohler Realschule ein zweitägiger Workshop zum Thema „Poetry Slam“ unter der Leitung des Slam Poeten Marian Heuser statt, an dem insgesamt 14 Jugendliche voller Begeisterung teilnahmen. Und nach diesen zwei Tagen ganz frei eigene, selbst verfasste Texte vor Gleichaltrigen zu Gehör brachten. Ein großer Erfolg, wenn man bedenkt, dass sich zu Beginn der Aktion keiner der Schüler vorstellen konnte, sich vor den Mitschülern mit eigenen Werken zu präsentieren.



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Der Workshop war Teil der Jugendkreativwerkstatt, die bereits in der Woche vor dem Stadtfest Werdohl ihren „Einstand“ feierte. Und auf dem Stadtfest in eine Jugendkulturbühne mündete, auf der nicht nur Workshop-Ergebnisse gezeigt wurden, sondern Kinder und Jugendliche den ganzen Tag die Möglichkeit hatten, zu zeigen, was in ihnen steckt.

Die Jugendkreativwerkstatt wurde gefördert vom Leadermanagement der Lennetals, der Stadt Werdohl, dem Werdohler Stadtmarketing und auf dem Stadfest selbst von der Sparkasse Werdohl. Sie sollte ein Zeichen setzen dafür, dass auch in den kleinen Städten an der Lenne kulturelles Leben für junge Menschen möglich ist und erwünscht.

Vielseitig: Die Workshops

Yves Thomé. Einer seiner Graffiti-Workshops fand bei der Katholischen Jugend statt.

Die Betreiber der „Werkstatt“ sehen ein großes Potenzial in den vielen begabten Jugendlichen der Stadt, ein Potenzial, das unbedingt förderungswürdig ist.

Und die Nachfrage war und ist groß: So fand ein Workshop mit dem Graffiti-Künstler Yves Thomé bei der „Katholischen Jugend Werdohl“ statt, ein Workshop mit dem Musiker „BINYO“ in der Realschule Werdohl und ein Workshop mit Marian Heuser, ebenfalls in der Realschule. Andere Träger von Jugendeinrichtungen so wie das CVJM z.B. waren sehr interessiert, konnten bisher aber aus Zeitgründen noch nicht berücksichtigt werden.

Auf dem Stadtfest selbst war die dortige Jugendkulturbühne offen für Tanz-Workshops der HipHop-Gruppe „Queens“ vom JBZ (Jugend- und Bürgerzentrum Werdohl) und der Werdohler Linedancer „Southern Bandits“.

In direkter Nähe der Bühne stand für die Mal-Begeisterten das Künstlerzelt der Künstlerinnen Annette Kögel und Sabine Schlosser. Unter Anleitung der beiden „KuBa (Kunst im Bahnhof)“-Betreiberinnen entstanden dort die Gemeinschaftsprojekte „Werdohl abstrakt“ als großes buntes Bild und „Wir in Werdohl“ als Skulptur. Beides wurde von Kindern und Jugendlichen vor Ort umgesetzt. Die Ergebnisse kann man z.Z. noch im Werdohler WK Warenhaus bewundern.

Staunen unter den Erwachsenen

Die Kleinsten waren hier die Größten. Z.B. die kleinen HipHopper der Cannibal-Crew.

Zudem zeigten große und kleine Akteure Tanz- und Musikeinlagen, die die vielen anwesenden Erwachsenen durchweg zum Staunen brachten.

Ob es die kleinen HipHopper der „Cannibal Crew“ waren, die gewagte Stunts zeigten oder die winzigen „Tanzmäuse“, die von der Mexikanerin Maria-Eugenia Lohmann unterrichtet werden oder die Kinder, die vor der Bühne spontan an Workshops teilnahmen, man konnte nur staunen darüber, was mit den jungen Menschen alles möglich ist.

Das erste Mal auf der Bühne

BINYO´s Workshop war ebenfalls gut besucht.

Parallel dazu besprühte Yves Thomé am Tag des Stadtfestes in einem zweiten Workshop mit 60 jungen Leuten aus Werdohl 60 Spanplatten. Mit Musiker  BINYO standen drei junge Mädchen aus dem Musik-Workshop der Realschule mit einer tollen Gesangsperformance das erste Mal vor Publikum auf einer großen Bühne.

Ein Erfolg

Das Projekt „Jugenkreativwerkstatt“ ist ein Erfolg und wird vom Werdohler Stadtmarketing mit Hilfe des lokalen Leadermanagements weiterverfolgt. Angedacht ist ein Treffen der Werdohler, die sich im Bereich der Jugendförderung engagieren zum gegenseitigen Austausch und Bedarfsermittlung.

Gewünscht ist zudem eine Zusammenarbeit mit den anderen Kommunen des Lennetales. Ziel soll es sein, regionale Künstler, die bereits durch ihre nationalen und internationalen Erfolge beweisen, dass es möglich ist, erfolgreich zu sein UND aus dem tiefsten Sauerland zu stammen, in Workshops mit Kindern und Jugendlichen einzubinden.

Absolut gewollt

Annette Kögel und Sabine Schlosser präsentieren ihre Workshop-Ergebnisse: Bunt und sehr lebendig.

Jugendliche dürfen dabei nicht nur ihre eigenen Fähigkeiten testen und verbessern, sondern sollen so auch für ihre Städte begeistert und gewonnen werden, indem man sie dabei unterstützt, eine eigene künstlerische Identität und ein kulturelles Selbstbewusstsein zu entwickeln. Denn: Das Potenzial der vielen Kinder und Jugendlichen im Lennetal ist riesig, innovativ und absolut förderungswürdig.

Weitergehen wird es mit der „Jugendkreativwerkstatt“ spätestens im Herbst. Dann mit Workshops zu den Themen „Video und Fotografie“.

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