Foto: privat

Plettenberg. (ots) Ein Großbrand vernichtete in der Nacht von Freitag (15. September) auf Samstag eine Produktionshalle der Firma Dura.

Kurz nach 21:00 Uhr wurde die Plettenberger Feuerwehr zur Auslösung der automatischen Brandmeldeanlage bei der Firma Dura in der Königstraße alarmiert. Die Erkundung vor Ort in der betroffenen zweigeschossigen Produktionshalle im Bereich einer galvanischen Anlage ergab eine Rauchentwicklung. Ein vorgehender Trupp unter schwerem Atemschutz gab zunächst Entwarnung. Der vermeintliche Rauch entpuppte sich als Wasserdampf auf Grund eines Rohrbruches. Dennoch drohten die austretenden Wassermengen in die galvanische Anlage mit zahlreichen Gefahrstoffen zu laufen.

Feuerwehren aus dem gesamten MK im Einsatz

Vermutlich auf Grund einer chemischen Reaktion kam es dann im weiteren Verlauf zu einem Folgebrand, der sich sehr schnell ausbreitete. Aufgrund der anfangs noch nicht genau identifizierten Gefahrstoffe musste die Feuerwehr mit äußerster Vorsicht vorgehen. Auch war nicht klar, ob die Stoffe in gefährlicher Weise mit Wasser reagieren. Auf Grund der Gefahrenlage durch die rasche Brandausbreitung in Verbindung mit den gefährlichen Stoffen wurde Stadtalarm für alle Einsatzkräfte der Plettenberger Feuerwehr ausgelöst. Eine umfangreiche Brandbekämpfung von mehreren Seiten wurde eingeleitet.

Schnell wurde klar, dass sich der Brand immer schneller auf weitere Gebäudeteile ausbreitete, weshalb überörtliche Hilfe angefordert wurde. Gleichzeitig wurde der Messzug des Märkischen Kreises alarmiert, um Schadstoffmessungen durchzuführen. Eine Warnung der Anwohner mit der Bitte, Fenster und Türen geschlossen zu halten, wurde ebenfalls durchgeführt.

In Spitzenzeiten rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehren aus dem gesamten Märkischen Kreis sowie aus Attendorn kämpften gegen die Flammen. Mit vier Drehleitern, mehreren Wasserwerfern und Löschrohren wurde die Brandbekämpfung durchgeführt. Aufgrund der Chemikalien wurden gleichzeitig Messungen durch die angerückten Gefahrstoffeinheiten und eine Reinigung der eingesetzten Einsatzkräfte vor Ort durchgeführt. Weitere Behörden, wie etwa die untere Wasserbehörde, der Umweltdienst der Bezirksregierung und Fachberater Chemie kamen zur Einsatzstelle.

Anwohner evakuiert

Durch den massiven Löschangriff drang verschmutztes Löschwasser in den nahegelegen Oesterbach. Auf Grund der immer stärker werdenden Rauchentwicklung wurden die Wohnhäuser in Nähe zur Firma Dura evakuiert. Die Anwohner wurden zunächst in einem angeforderten Gelenkbus der MVG untergebracht. Zudem mussten 13 Mitarbeiter eines Industriebetriebes unterm grünen Berg evakuiert werden. Da diese über Atemwegsreizungen klagten, wurde eine notärztliche Untersuchung durchgeführt. 11 Mitarbeiter erlitten eine leichte Rauchvergiftung, keiner der Untersuchten wurde jedoch einem Krankenhaus zugeführt. Ein Feuerwehrmann verletzte sich leicht und wurde zur Untersuchung in das Plettenberger Krankenhaus gebracht.

Gegen 02:00 Uhr konnte „Feuer in der Gewalt“ gemeldet werden. Dennoch brannte es in schwer zugänglichen, oder nicht zu erreichenden Gebäudeteilen weiter, denn Hallenteile waren bereits eingestürzt.

Entwarnung für den Oesterbach

Am Samstagmorgen meldete die Feuerwehr den Brand als gelöscht. Lediglich kleinere Nachlöscharbeiten werden die Feuerwehr weiterhin beschäftigen. Hierzu wird eine Brandwache durch die Einsatzkräfte abgestellt. Ein Entsorgungsunternehmen ist zurzeit mit der Aufnahme des kontaminierten Löschwassers beschäftigt. Entwarnung kann die Feuerwehr für den in Nähe zur Fa. Dura gelegenen Oesterbach geben. Die Letzten Messungen der Behörden ergaben einen unkritischen Bereich. Laut Feuerwehr kann es im Bereich der Königstraße und Unterm grünen Berg auch weiterhin zu Geruchsbelästigungen kommen. Luftmessungen der Behörden vor Ort ergaben jedoch auch hier keine kritischen Werte, weshalb die Bevölkerungswarnung ab sofort wieder eingestellt wird.

Die Ermittlungen der Polizei zur genauen Brandursache sowie zur entstandenen Schadenshöhe dauern an. Im Bereich der Straße Unterm Grünen Berg kommt es auf Grund der Sperrung zu Verkehrsbehinderungen.

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