Das "Graf-Engelbert-Fest" in der Lüdenscheider Altstadt. Bei bestem Wetter gut besucht. Fotos: Kannenberg Design & Kommunikation

Lüdenscheid. Was für ein Fest! Am Sonntag, 26. Juli 2015 startete das schon zur Tradition gewordene Mittelalterfest des Altstadt-Lüdenscheid e.V. erstmals unter dem Namen „Graf-Engelbert-Fest“ bei bestem Sommerwetter in eine besondere Renaissance. Wer das Jahr davor auf dem Fest war, erinnert sich sicher an wenige Menschen, viel Regen und noch mehr Kälte. Eher ein Fest für Eskimos. Nicht so dieses Jahr: Halb Lüdenscheid war auf den Beinen und erfreute sich an dem bunten Treiben rund um den Graf-Engelbert-Platz.



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Lüdenscheid – eine besondere Stadt

Hier zeigt ein echter Ritter einem kleine Knappen, wie schwer so ein Helm sein kann.
Hier zeigt ein echter Ritter einem kleine Knappen, wie schwer so ein Helm sein kann.

Wer es bis zu diesem Tag noch nicht wusste: Lüdenscheid hat eine Altstadt, die sich sehen lassen kann und die es wert ist, sie zu erhalten.

Zudem hat sich im vergangenen Jahr sehr viel unter Lüdenscheids Gastronomen getan, was dem Fest und der Attraktivität der Stadt sehr zuträglich ist: Ob Schweik, Altdeutsche Bierstube (Langer Gang), Grafs Galerie, Kaffee Fabriksken oder die neue Kochschule im Capitol – um nur einige wenige zu nennen – allein durch ihre Anwesenheit wurde das Mittelalterfest noch einmal zusätzlich aufgewertet. Jetzt macht es noch mehr Spaß, die Stadt in das mittalterliche Treiben von Schaustellern, Handwerkern und Rittersleuten eingebettet zu sehen. Ein Ambiente, das zusammen passt, und gemeinsam ein harmonisches Gesamtbild ergibt.

Eine Reise wie mit der Zeitmaschine

Wunderschön und lehrreich. Die Falkner zeigten, zu was ihre Vögel fähig sind.
Wunderschön und lehrreich. Die Falkner zeigten, zu was ihre Vögel fähig sind.
Auch die Bogenschützen zogen durch die Straßen. Da fühlte man sich gleich viel sicherer ;-)
Die Bogenschützen der Stadt. Da fühlte man sich gleich viel sicherer 😉

Man fühlte sich als Gast zurückversetzt in die Zeit, als die Lüdenscheider Altstadt entstand und auch diejenigen, die vielleicht gar nicht viel über das Mittelalter wissen, spürten das besondere Flair dieses Tages, an dem man sich zwischendurch wie mit einer Zeitmaschine zurückversetzt fühlte. Mitten hinein z.B. in den Wettstreit der Minnesänger um ein schönes Burgfräulein.

Und die Menschen erfreuten sich an den vielen verschiedenen Attraktionen.

So war außer Handwerkern, wie Gewandschneidern, Korb- und Stuhlflechtern, Weberinnen, Schmieden, Imkern, Märchenerzählern und vielen anderen mehr, diesmal auch eine Greifvogelschau vor Ort. Die Falkner zeigten nicht nur, zu was ihre Vögel fähig sind, sondern erzählten auch viel Wissenswertes rund um die Welt der Tiere. Und diese einmal so ganz nahe in Aktion zu sehen, war schon etwas Besonderes.

Wache zog durch die Stadt

Die Stadtwache. Sie sorgte für Recht und Ordnung. Und jagte zwischendurch Assassinen.
Die Stadtwache. Sie sorgte für Recht und Ordnung. Und jagte zwischendurch Assassinen.

Die mittelalterliche Theatergruppe und Ritterschaft „Castellani De Altena“ zeigte kleine Schaukämpfe und patrouillierten als die „Wache von Altena“ durch die Altstadtgassen.

Zwischendurch musste sie auch einen großen Assassinen ermahnen, der schwarz gekleidet durch die Gassen schlich und von einigen Besuchern mit „Darth Vader“ verwechselt wurde.

Daniel, der unter der Verkleidung verborgen war und im wahren Leben als Pferdewirt arbeitet, war sicher einer der am meisten fotografierten Menschen an diesem Tag. Viele wollten ein Foto mit ihm und sprachen ihn deshalb an, schon, weil man nicht alle Tage in den Genuss kommt, sich mit einem fast zwei Meter großen, gefährlich aussehenden Assassinen (oder Darth Vader ;-)) mitten in Lüdenscheid fotografieren lassen zu können.

Große Detailletreue bei den Kostümen

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Der Assassine Daniel wurde von der Stadtwache ermahnt!

Aber auch so war es einfach spannend, echten Rittern zu begegnen, Burgfräuleins und Bürgerfrauen, stattlichen Männern im Gewand der Gilden und jungen und alten Mittelalterfreunden, die sich alle sehr viel Mühe mit der Detailltreue ihrer Gewänder gegeben hatten.

 

Besonders anrührend auch der Bürstenmacher, der mit seiner Frau zusammen vorführte, wie man Bürsten von Hand erstellt und der trotz seiner 80 Jahre mit leuchtenden Augen wie ein ganz Junger seinem Handwerk nachging.

Schön auch, dass man an diesem Tag ganz allgemein ganz nah an die ursprüngliche Handwerkskunst herangeführt wurde, und eine Eindruck davon bekam, dass Handwerk etwas war und ist, das dem Menschen Würde verleiht.
Das man etwas mit seinen Händen erschaffen kann, das vielleicht sogar viele Generationen überdauert, wie die Stühle des Stuhlflechters z.B. oder die Schmiedearbeiten der Kunstschmiede.

An diesem Tag war man ganz weg von „Made in China“ und ganz nah am Ursprung dessen, was den Menschen dann auch ausmacht: Die Identifikation mit seiner Arbeit.

Viel Musik und Tanz in der Altstadt

Der Lautenspieler. Er darf nicht fehlen auf solch einem fest.
Der Lautenspieler. Er darf nicht fehlen auf solch einem Fest.

Auf dem Graf-Engelbert-Platz selbst gab es viel mittelalterliche Musik, man saß unter den alten Bäumen im Schatten, aß und trank, hörte den Geschichten der Musikanten zu oder genoß nur einfach die Sonne.

Überall saßen Alte und Junge zusammen, dazwischen spielten die Kinder. Ganz viel Frieden. Und an diesem Tag wussten es alle: Lüdenscheid ist schön und es macht Spaß, hier zu leben.

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