Lüdenscheid. Der Lüdenscheider SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas erteilt sogenannten Asylkritikern oder „besorgten Bürgern“ eine eindeutige Absage. Gleichzeitig weist er auf das Recht auf Asyl hin. Hier seine, zum Teil auch sehr persönlich gehaltene, Stellungnahme:

„Die Bilder aus verschiedenen Teilen Deutschlands, gerade auch aus Ostdeutschland, aber nicht nur … Sie sind unerträglich. Marodierende Horden, die ohne jeglichen Respekt durch die Gegend ziehen und Menschen bedrohen, Menschen verletzen, Häuser anzünden. Da kann man nicht von besorgten Bürgern reden, sondern muss klar festhalten: Das ist niederträchtiges Pack, eine Schande für Deutschland. Die Wortwahl von SPD-Chef Sigmar Gabriel teile ich voll und ganz! Diese Personen stellen sich außerhalb der Gesellschaft und verdienen nicht unseren Respekt, sondern unsere tiefe Abscheu. Ein jeder, der sich mit diesen Menschenfeinden solidarisiert, muss wissen, auf wen er oder sie sich einlässt.

Für ein menschliches Deutschland einstehen

Für mich steht fest, dass sich alle Aufrechten solchen Leuten mit ihrem rassistischen Gedankengut entgegenstellen müssen. Wir werden keinen Millimeter nachgeben. Ich fordere alle Anständigen auf, für ein gerechtes, menschliches Deutschland einzustehen. Es ist unverzichtbar, dass gerade wir Politiker vorangehen und Farbe bekennen. Auch unsere Bundeskanzlerin sollte dies vehement und noch deutlicher sagen. Aber nicht nur sie, sondern wir alle.

Im Grundgesetz, Artikel 16a, Abs. 1, heißt es: „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.“ So steht es geschrieben, dafür steht unsere Verfassung, und dafür steht unser Staat und auch die Menschen, die darin leben. Deutschland ist unser Zuhause, ein zum Glück sicheres, wohlhabendes Land. Bei uns muss man keine Angst haben, seine Meinung zu äußern. Und wenn man das Haus oder die Wohnung verlässt, kann man davon ausgehen, wohlbehalten wieder nach Hause zu kommen und den Wohnort heil wieder aufzufinden. Das ist der Normalfall für uns, so leben wir … so können wir leben. Und dafür bin ich überaus dankbar.

Gute Gründe für meist gefahrvolle und mühsame Reise

Das es viele Menschen auf der Welt gibt, deren Lebensrealität ganz anders aussieht, wird uns derzeit tagtäglich bewusst. Menschen, die vor Krieg, Vertreibung, Zerstörung, Hunger und Not fliehen, sind mittlerweile nicht mehr nur eine Randnotiz in den Medien. Uns wird immer stärker bewusst, dass die Probleme wie Kriege, Verfolgung und wirtschaftliche Missstände real sind. Die Menschen, die zu uns kommen, haben alle einen guten Grund für ihre meist gefahrvolle und mühsame Reise. Und diejenigen, die Asyl beantragen, haben nicht nur einen Grund, dies zu tun: Sie haben das verbriefte Recht, Asyl zu beantragen.

Stolz auf das vielfältige Engagement

Was ich seit Wochen und Monaten zunehmend erlebe, ist eine große Welle der Solidarität, der Hilfsbereitschaft und der Wille, die Menschen aus Syrien, dem Irak und aus anderen Ländern willkommen zu heißen. Privates Engagement findet sich ebenso wie die Hilfe von Organisationen, von Stadtverwaltungen und anderen Institutionen. Und das ist gut so! Das macht mich stolz auf diese Menschen und unsere Gesellschaft!

Gleichzeitig mehren sich die Momente, in denen ich angewidert bin vom Verhalten derjenigen, die sich als „Asylkritiker“ bezeichnen. Wenn dann manch einer sie verharmlosend „besorgte Bürger“ nennt, geht mir die Hutschnur hoch. Was bitte soll an Asyl zu kritisieren sein? Dass Menschen, die politisch verfolgt werden, fliehen und Hilfe suchen? Das soll man kritisieren können? Ich glaub es hackt!

Hilfsbedürftigen Menschen nicht mit Hass begegnen

Und diese Kritik soll dann im zweiten Schritt auch noch durch Demonstrationen vor den Unterkünften derer gerechtfertigt sein, die gerade vor Krieg, Hunger und Elend geflohen sind?

Nein, es gibt keine Rechtfertigung für dieses Verhalten. Ich erwarte von jedem Menschen, dass er schlau genug ist zu begreifen, dass diese Menschen unsere Hilfe brauchen. Und gleichermaßen erwarte ich, dass diesen hilfsbedürftigen Menschen nicht mit Hass begegnet wird. Es kann doch nicht ernsthaft eine Rechtfertigung sein, andere Menschen zu beschimpfen oder ihnen Hilfe vorzuenthalten, weil nicht jede erdenkliche Aufgabe in unserem Land erledigt ist. Private und staatliche Schwierigkeiten existieren, auch bei uns. Nur was hat ein Flüchtling damit zu tun? Nicht die Flüchtlinge sind das Problem. Das ist im Angesicht unserer guten Situation einfach nur zynisch und widerlich. Der Versuch, die feindliche Haltung gegen Flüchtlinge mit den eigenen Problemen zu kaschieren, ist unsäglich bescheuert und menschenverachtend.

Schwierigkeiten gemeinsam meistern

Die Vogel-Strauß-Mentalität, die in manchen Kreisen scheinbar auf fruchtbaren Boden fällt, ist unerträglich, sie kotzt mich an. Deutschland ist nur ein kleiner Fleck auf diesem Planeten, und wir können uns nicht einfach raushalten und in Glück und Frieden leben, ohne den Rest der Menschheit zu beachten. Wenn wir nicht bereit sind, uns mit der Welt auseinanderzusetzen, dann kommen die Probleme – dann kommen die Menschen mit Problemen zu uns … So wie jetzt. Und die Schwierigkeiten, die im täglichen Miteinander aufkommen können, die werden wir auch künftig gemeinsam meistern.

Pöbelaktionen nicht hinnehmbar

Die jetzige Situation, in der der Flüchtlinge, aber auch Helfer und Menschen, die Zivilcourage zeigen, bedroht, bepöbelt und angefeindet werden, ist nicht hinnehmbar. Denn gerade vor dem Hintergrund unserer Geschichte mit Millionen Menschen aus der damaligen DDR und denjenigen, die nach dem Krieg aus den ehemaligen Ostgebieten geflohen sind, sollte die Hilfe für Flüchtlinge für uns selbstverständlich sein.

Für mich steht fest: Kein Millimeterbreit werde ich diesen Faschisten nachgeben!“

 

 

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