Das Elaflex-Hiby-Werk I, der Gießereibetrieb, liegt an der Grünestraße nahe der Plettenberger Innenstadt. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Bis in die 1970er Jahre hinein war die Grünestraße ein bedeutendes Industriegebiet der Stadt Plettenberg. Hier produzierten u.a. die Firmen Seissenschmidt, Hammerwerk Schulte und Hiby. Mit der Erschließung des Industriegebietes Köbbinghauser Hammer siedelten die meisten Betriebe dorthin um. Allein die Gießerei Hiby (Werk I der Hiby Gruppe in Plettenberg) ist am Standort Grünestraße geblieben. Als alteingesessenes und inhabergeführtes Unternehmen legt Hiby großen Wert auf gute Nachbarschaft. Allein in diesem Jahr wurden mehrere tausend Euro investiert, um die Auswirkungen der Produktion auf die Nachbarn auf ein Mindestmaß zu verringern.

Sensible Lage mitten in der Stadt

„Die sensible Lage der Gießerei mitten in der Stadt ist uns bewusst“, sagt Moritz Hiby, Assistent der Geschäftsführung und Projektleiter. „Aber mit hohem technischen Aufwand halten wir die Emissionen gering.“ So wurde für rund 1000 Euro eine zusätzliche Schalldämpfung für die Entlüftungsanlage eingebaut. „Wir lagen sowieso schon deutlich unter dem gesetzlichen Grenzwert von 60 Dezibel tagsüber in Mischgebieten“, erklärt Gießereileiter Michael Krämer. „Jetzt haben wir die Schallemission auf unter 50 Dezibel gedämpft.“ Zur Verdeutlichung: Das entspricht in etwa dem Geräuschpegel einer normalen Unterhaltung oder z.B. eines Geschirrspülers. „Wir bleiben bei allen Emissionen wie Staub, Lärm und Gießerei typischen Ablüften deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten. Das kontrollieren wir durch regelmäßige Messungen“, betont Michael Krämer.

Als vorbeugende Maßnahme beschreiben Moritz Hiby und Michael Krämer den Einbau eines Verdunstungskühlers mit Biozid-Anlage, der seit Ende September in Betrieb ist. „Grundsätzlich können Rückkühlwerke Quellen für Keime sein, die in die Luft geraten“, erklärt Michael Krämer. Obwohl dies nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, hat sich Hiby zu dieser Maßnahme entschlossen. „Wir wollen Passanten und Kinder, die auf dem Schulweg am Firmengebäude vorbeigehen, keinem Risiko aussetzen.“

Sparsames Herz der Gießerei

Werkleiter Michael Krämer am Kompressor, der die Druckluft für die Formenanlage – das Herz der Gießerei – erzeugt. Die neue Anlage im Werk I der Hiby Gruppe in Plettenberg verursacht rund 30 Prozent weniger CO2 und erzielt einen dementsprechend niedrigeren Energieverbrauch. Foto: Bernhard Schlütter
Werkleiter Michael Krämer am Kompressor, der die Druckluft für die Formenanlage – das Herz der Gießerei – erzeugt. Die neue Anlage im Werk I der Hiby Gruppe in Plettenberg verursacht rund 30 Prozent weniger CO2 und erzielt einen dementsprechend niedrigeren Energieverbrauch. Foto: Bernhard Schlütter

Eine weitere Investition im Hiby-Werk I kommt dem Umwelt- und Klimaschutz zu Gute. Der neue Kompressor, der die Druckluft für die Formenanlage – das Herz der Gießerei – erzeugt, verursacht rund 30 Prozent weniger CO2 und erzielt einen dementsprechend niedrigeren Energieverbrauch. Abgerundet werden die Maßnahmen für Energieeinsparungen und Umweltschutz durch die gerade erfolgte Rezertifizierung des Energiemanagements nach DIN 50001. „Insgesamt haben wir in diesem Jahr etwa 60.000 Euro für den Umweltschutz in Werk I investiert“, rechnet Moritz Hiby zusammen.

INFO

Hochmodernes Produktionsunternehmen

  • Seit 173 Jahren gibt es den Gießereibetrieb an der Grünestraße. Albert Hiby kaufte im Jahr 1913 das von Heinrich Stumpf gegründete Unternehmen. Seine Nachkommen Hans und heute Thomas Hiby bauten mit Willen zur Innovation und stetigem Reagieren auf neue Märkte die Kerngeschäfte beständig aus.
  • Mitte der 1990er Jahre errichtete Hiby das Werk II auf dem Stahl in Köbbinghausen. Als Hiby Gruppe in Fusion mit der Elaflex Tankstellentechnik agiert das Plettenberger Traditionsunternehmen heute als ein hochmodernes Produktionsunternehmen im Bereich Alu-Guss, Rotguss und Tankarmaturen sowie bei der Montage von Zusammenbau-Modulen auf nationalen und internationalen Märkten. Die Kunden kommen aus allen Bereichen des Fahrzeug-, Maschinen- und Anlagenbaus, aus der Elektro-, Installations- und Umwelttechnik.
  • Und mit Moritz Hiby steht die nächste Familiengeneration bereit, um den Fortbestand und die Weiterentwicklung der Hiby Gruppe zu leiten.

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