Der Frühling kommt. Wer auf die Frühjahrsblüher nicht warten will, kann schon einmal ein paar Farbtupfer dazu setzten. Stiefmütterchen oder auch die Primel vertragen auch noch ein paar frostige Nächte.

Wer bisher nur wenig im Garten vorbereitet hat, sollte sich so langsam beeilen. Es ist Pflanz- und Saatzeit! Zunächst sollte man den Boden lockern und das Unkraut entfernen. Eine Grabegabel, ein Sauzahn oder die Gartenkralle sind bei dieser Arbeit nützliche Werkzeuge. Spaten und Schaufel bleiben besser im Schuppen – ein Umgraben sollte nicht stattfinden, der gute Boden nicht von oben nach unten gekehrt werden. Das wäre auf jeden Fall kontraproduktiv. Je nach Beschaffenheit des Bodens wird gekalkt und gedüngt. Wer darauf zurückgreifen kann sollte reifen Kompost auf den Beeten verteilen, leicht und nur oberflächlich einarbeiten.



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Anzucht im Gewächshaus
Die Anzucht im Gewächshaus ist angegangen. Brokkoli, Roter Kohlrabi und Möhren (v.l.)

Anzucht und Aussaat im Gewächshaus

Da wir kaum Bodenfrost hatten, habe ich im Januar damit begonnen, die Beete vorzubereiten. Bei karibischen Temperaturen um die fünf bis zehn Grad habe ich mir zusätzlich das Gewächshaus vorgenommen. Hier kann man viel früher mit der Aussaat beginnen, der Boden ist schön muckelig warm. Nach einer groben Säuberung der Glasscheiben folgt das Rupfen unliebsamer Pflanzen, anschließend das Auffüllen mit frischer Erde. Gedüngt habe ich natürlich mit auseigenem Kompost und etwas Hornspäne. Als Allheilmittel kommt bei mir Rinderdung zum Einsatz.

Da wir im letzten Jahr gute Erfahrungen sammelten, habe ich mir zunächst einmal Kohlrabi- und Brokkolisamen sowie unterschiedliche Möhrensorten besorgt. Für die Anzucht von Gemüsepflanzen gibt es geeignete Anzuchterde und -töpfchen, die ich in die Gewächshauserde eingebudelt habe. Maximal ein bis zwei Samenkörnchen ab in die Erde – auf diese Weise erspare ich mir hoffentlich das mühsame Pikieren und Vereinzeln. Wenn die Pfänzchen kräftig genug sind und es keine großen Nachtfröste mehr gibt, kommen Sie im April ins Freiland. Sofern Sie es überleben, denn ich bin gießfaul – drei vier Tage ohne Wasser kann schon einmal das Aus für die Anzucht bedeuten. Gartenkräuter und Sommerblumen lassen sich übrigens ebenfalls wunderbar vorziehen.

Saatbänder für bequeme Menschen

Ich gebe es ja zu, ich bin in manchen Dingen eine faule Socke. Aber die Industrie hält für solche Menschen wie ich es bin die richtigen Sachen vor. Saatbänder sind zum Beispiel eine feine Sache: Furche in den Boden ziehen, ein bischen Aa vom Hausrind und/oder Kompost hinein, Saatband abwickeln, mit Erde bedecken, fertig! Ach ja: das Wässern nicht vergessen. Auch hier erspare ich mir das mühsame Vereinzeln, denn die Möhrchen wachsen in perfekter Reihe. Aktuell wächst die bunte Karottenvielfalt im Gewächshaus. Zwischen die Saatbandkarotten werde ich später jeweils eine Tomatenpflanze setzten. Angeblich vertragen sich beide ganz gut. Auch wenn es zu früh ist: draußen auf dem Acker habe ich ebenfalls gelbe, rote und violette Sorten im Saatband eingearbeitet – wenn Schnecken und Wühlmäuse sich zurückhalten gibt es später im Jahr reichlich Möhreneintopf und Karottensalat.

Steckzwiebeln – zum kochen zu klein?

Früher habe ich mich immer darüber gewundert: Zur Zeit gibt es winzig kleine Zwiebeln günstig in den Gartencentern, im Baumarkt  sowie in den Discountern. Stuttgarter Riesen? Noch nicht. Die mikrigen Steckzwiebeln gehören ins Beet. Im Sommer haben sie dann die richtige Größe und man kann nach Bedarf ernten. Ein paar frostige Nächte macht den Stecklingen nichts aus. Zwiebeln kann man so viel ich weiß überall setzten: Zwischen die Möhren, ins Erdbeer- oder Kartoffelfeld. Wenn ich Glück habe hält die richtige Mischung von Zwieblein, Radieschen, Möhren und Ringelblumen lästige Schädlinge fern – zum Beispiel die verbohrte Möhrenfliege. Wäre ja Schade um die Arbeit.

Tipps zur Anzucht

  • Die Vorzucht in biologisch abbaubaren Töpfchen gelingt bei der richtigen Pflege eigentlich immer. Der Umwelt zuliebe soll man auf vollständig torffreie Vorzuchttöpfchen und Erden achten!
  • Eine wunderbare Alternative zu den gekauften „abbaubaren“ Pflanztöpfchen bieten Toilettenpapierröllchen. Auch diese verroten im Garten. Einfach die Rollen halbieren, mit Pflanzerde befüllen, Samen einsetzten und gießen.
  • Pflanztöpfchen aus Plastik kann man aufheben und immer wieder verwenden. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel.
  • Wer kein Gewächshaus hat, kann auf der Fensterbank junges Gemüse ziehen. Aber Achtung: Sobald die Saat aufgegangen ist muss man sie kühl stellen, sonst schießen die Pflanzen und man erhält keine gesunden und pflanzbaren Ergebnisse. Ab und zu die Töpfe drehen, damit die jungen Pflanzen schön gleichmäßig wachsen.
  • Rinder- und Pferdedung ist ein natürlicher Dünger. Man nimmt industriell hergestellte Pellets oder fragt einfach einmal einen Bauern. Auf jeden Fall sollte man darauf Achten, dass die Pferde und Rinder im Stall keine Zinkverbände um die Hufe trugen. Auch sonst darauf achten, dass die Tiere möglichst „medikamentfrei“ gehalten wurden. Alles was oben hinein kommt, kommt schließlich hinten wieder raus.

Es ist Ende März und herrliches Wetter ist angesagt!

Ich wünsche frohes Gärtnern!

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