Die Gesundheitskonferenz wird bei der Bezirksregierung Bedenken gegen die Krankenhausplanung anmelden. Foto: pixabay

Hagen. Ablehnung und Zustimmung. Während die Hagener Gesundheitskonferenz dem Entwurf des Rettungsdienstbedarfsplans für Hagen bei einer Enthaltung zugestimmt hat, legten die Delegierten aus dem Gesundheits- und Politikbereich ausführlich dar, warum sie die Krankenhausplanung (Feststellung der Planbetten) ablehnen. Lediglich der Vertreter der Kostenträger enthielt sich der Stimme. In sechs Punkten werden im Rahmen der Anhörung durch die Bezirksregierung in Arnsberg ernst zu nehmende Bedenken angemeldet.
Unverständnis herrscht darüber, dass zusätzlich zum geplanten Abbau von 209 Planbetten die 98 somatischen Betten von den Landesplanern und Kostenträgern unberücksichtigt blieben, die bereits zum Jahreswechsel mit der Schließung des Ev. Krankenhauses Elsey weggefallen sind.

Kritik am Bettenabbau

Die mitten in den Sommerferien vorgelegte Krankenhausplanung berücksichtige nicht die veränderte Bevölkerungsentwicklung in der Stadt Hagen. Zu steigenden Einwohnerzahlen und zu einer veränderten Zusammensetzung der Bevölkerung komme es auch durch die ungebremste Binnen-Zuwanderung aus Süd-Ost-Europa. Eine Neuüberprüfung der planerisch zugrunde liegenden Zahlen sei daher notwendig, auch unter Berücksichtigung der angrenzenden Kreisgebiete (zum Beispiel Wegfall der Krankenhäuser im Märkischen Kreis, Altena und Balve).

Steigende Einwohnerzahlen

Besonders in den Herbst- und Wintermonaten fehlten schon jetzt Betten im internistischen Bereich und Intensivbetten (saisonale Staus). Das sei bereits vor dreieinhalb Jahren kritisch angemerkt worden. Der geplante Abbau von Betten in diesem Bereich sei in der vorgeschlagenen Größenordnung nicht verantwortbar.
Es würden die Auswirkungen auf verfügbare Betten nicht berücksichtigt, wenn Patienten mit multiresistenten Keimen oder anderen Infektionskrankheiten isoliert werden müssen.

Auch werde der tatsächliche Bedarf an neurologischen Betten nicht auskömmlich geplant, insbesondere der Intensivbereich für Schlaganfallpatienten (Stroke Unit) mit einer gutachterlich festgestellten Notwendigkeit von zwölf Betten.

Es sei für die Hagener Gesundheitskonferenz nicht nachvollziehbar, dass chirurgische Betten und Betten in der Frauenheilkunde/Geburtshilfe in der vorgeschlagenen Größenordnung abgebaut werden sollen.

Die Konferenz begrüßt hingegen ausdrücklich die bedarfsgerechte notwendige Erweiterung der stationären psychiatrischen Versorgung.

Personalbedarf von ca. 54 Mitarbeitern

Die Gesundheitskonferenz stimmte dem Rettungsbedarfsplan zu. Foto: pixabay

Zur Umsetzung des Gesamtkonzeptes ergebe sich langfristig ein Personalbedarf von circa 54 Mitarbeitern. Sehr gute Kooperationen mit den Krankenkassen, den beteiligten Krankenhäusern sowie den Hilfsorganisationen, trügen zum Gelingen der Planungen bei. Perspektivisch sei der Rettungsdienst in Hagen gut aufgestellt. Nach weiteren politischen Beratungen soll der neue Rettungsdienstbedarfsplan am 5. Oktober 2017 dem Rat der Stadt Hagen zur Verabschiedung vorgelegt werden. Erst danach ist der Plan für Hagen gültig.

Die Gesundheitskonferenz unterstützt die Initiave des Ärztevereins Hagen, den für Gesundheit zuständigen Minister Karl-Josef Laumann nach Hagen einzuladen zu wollen. Sie wollen sich mit ihm über die Sorgen beim Ärztenachwuchs, besonders bei den Hausärzten, auszutauschen. Auch in den Krankenhäusern und im Öffentlichen Gesundheitsdienst werde die Wiederbesetzung von Arztstellen schwieriger.

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