Am Dura-Standort Plettenberg sollen in diesem Jahr rund 240 Stellen abgebaut werden. Foto: Komplett-Magazin/Heiko Höfner

Plettenberg. Der Betriebsrat von Dura Leisten und Blenden hat eine Niederlage vor dem Arbeitsgericht Iserlohn erlitten. Wie ein Unternehmenssprecher heute (17. August) mitteilte, habe das Arbeitsgericht am Dienstag „das widerrechtliche Einberufen einer weiteren Betriebsversammlung während der Arbeitszeit, die die Produktion erneut massiv behindert hätte“, untersagt.

Die Geschäftsführung beklagt, dass in der vergangenen Woche eine Betriebsversammlung während drei laufender Schichten die Produktion um viele Stunden zurückgeworfen habe. „Anstatt zu streikähnlichen Arbeitsniederlegungen aufzurufen, plädiert die Geschäftsführung weiterhin an die Arbeitnehmervertreter, Mehr- und Wochenendarbeit zu genehmigen, um die Qualitäts- und Lieferversprechen an die Kunden einhalten zu können.“

Die Arbeitnehmervertreter argumentieren, dass sie sich aufgrund der schwierigen Situation bei Dura auf die Einrichtung einer Betriebsversammlung verständigt hätten, die bloß unterbrochen wurde.

IG Metall: Einstweilige Verfügung des Arbeitsgerichts Iserlohn aus vielerlei Gründen unverständlich

Zur Entscheidung des Arbeitsgerichts Iserlohn sagt Torsten Kasubke, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall: „Die einstweilige Verfügung des Arbeitsgerichts Iserlohn ist aus vielerlei Gründen unverständlich. Der Betriebsrat hat gute Gründe gehabt, die letzte Betriebsversammlung immer wieder fortzusetzen, ohne eine neue beginnen zu lassen. Das liegt am Arbeitgeber, der nach neun Monaten eine Informationspolitik nach Salami-Taktik liefert. Informationen kommen immer nur in kleinen Scheiben rüber. Wenn der Betriebsrat diesem Vorgehen nicht Rechnung tragen darf, in dem er in Erwartung weiterer Informationen zur gleichen Sachlage eine Betriebsversammlung unterbricht, untergräbt das seine Informationspflicht gegenüber den Beschäftigten. Besonders befremdet uns, dass der Betriebsrat nicht einmal angehört wurde. Wir wollen erreichen, dass die Beschäftigten weiterhin über den Stand der Gespräche mit dem Arbeitgeber informiert sind. Deswegen wird zu einer neuen Versammlung eingeladen. Hierzu werden alle rechtlichen Mittel in Anspruch genommen, um dies zu gewährleisten.“

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