Dura
Schweigemarsch (Foto), Spontanversammlung und Termine vor dem Arbeitsgericht. Die DURA-Mitarbeiter und die IG Metall geben nicht kampflos auf. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Am Donnerstag konnten die DURA-Beschäftigten in Plettenberg die vorzeitige Verlagerung von Produktionsmitteln mit einer Spontanversammlung verhindern. Die Unternehmensführung wollte noch vor dem Verfahren vor dem Arbeitsgericht in Lüdenscheid Fakten schaffen. Das Arbeitsgericht befasste sich am Freitag unter anderem mit der besagten Verlagerung, der Zulässigkeit einer Betriebsversammlung und der Frage, ob DURA-Konzernbeschäftigte aus Portugal am Wochenende arbeiten dürfen, obwohl hierfür keine Genehmigung vorliegt.

Vergleich in Sachen Verlagerung und Betriebsversammlung

Die Fragen zu den Themen Verlagerung und Betriebsversammlung sind im Rahmen eines Vergleichs geklärt worden. Das teilt die IG Metall mit. Unter dem Versprechen, dass die Teilnehmenden an der Spontanversammlung keinerlei Konsequenzen erleiden, hat der Betriebsrat der Verlagerung von Produktionsmitteln zugestimmt. Zuvor hat der Prozessvertreter des Arbeitgebers zugesagt, dass mit den verlagerten Maschinen keine für Plettenberg vorgesehene Produktionsarbeit vorgenommen werden solle. Ferner wurde sich auf die Durchführung einer Betriebsversammlung an einem Samstag in den nächsten Wochen geeinigt. Die dort Anwesenden werden hierfür auch die tariflich festgelegten Lohnzuschläge für ihre Teilnahme erhalten.

Ordnungsgeld angedroht

Zur Frage des Einsatzes portugiesischer Mitarbeiter, um die fehlende Genehmigung für Mehrarbeit am Wochenende auszuhebeln, konnten sich Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite nicht einigen. Hier musste das Gericht eine Entscheidung fällen. Mit folgendem Ergebnis: Der vorgesehene Arbeitseinsatz der Mitarbeiter aus Portugal ist untersagt worden. Jede Zuwiderhandlung soll mit einem Ordnungsgeld in Höhe von 10.000 Euro versehen werden.

Kasubke: „Verlagerung gefällt uns nicht“

Hierzu erklärt Torsten Kasubke, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall im Märkischen Kreis: „Am Donnerstag und Freitag haben die Mitarbeiter von DURA gezeigt, dass sie ihre Interessen durchsetzen können. Der Arbeitgeber kann nicht einfach geltendes Arbeitsrecht durch findige Tricks aushebeln. Die Verlagerung der Anlagen gefällt uns nicht. Dafür haben wir aber erreichen können, dass die Mitarbeiter, die für alle Betriebsangehörigen am Donnerstag ihr Demonstrationsrecht wahrgenommen haben, keine Konsequenzen zu befürchten haben.

Die Einigung zur Betriebsversammlung ist ein Entgegenkommen von unserer Seite. Im Rahmen der Verhandlungen ist auch seitens des Gerichts festgestellt worden, dass der Betriebsrat in dringenden Fällen zur Information seiner Mitarbeiter Betriebsversammlungen durchführen darf. Wir werden diese nun an einem Samstag abhalten.

Endlich über die Zukunft verhandeln

Eines ist klar: Nach diesen beiden Tagen muss dem Arbeitgeber endlich klar sein, dass eine Zukunft für DURA im Sauerland nur im Schulterschluss mit den Beschäftigten und ihren Vertretern aus Betriebsrat und Gewerkschaft zu stemmen sind. Da helfen keine Tricks und Abkürzungen. Ich rufe die Unternehmensleitung auf, nun endlich über Zukunftsperspektiven mit uns zu verhandeln.“

Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here