Die diesjährigen "Gemeindetage unter dem Wort" der Christuskirche Lüdenscheid fanden unter dem Motto "Typisch Christ" statt und waren sehr gut besucht. Fotos. Kannenberg

Lüdenscheid. Die diesjährigen „Gemeindetage unter dem Wort“ fanden als überkonfessionelles Event auch 2015 wieder vom 18. bis 22. März in der Christuskirche Lüdenscheid statt. Diemal unter dem Motto „Typisch Christ?“. Dabei wurde in besonderem Maße die Rolle des Christen in der heutigen Gesellschaft beleuchtet.

Hochkarätige Vorträge zum Thema „Typisch Christ?“

Band 96 in der Christuskirche. Eine Popband in einer Kirche? Ja, heute immer mehr Standard und gewünscht, ohne die alten Lieder und die Orgel zu verdrängen. Beides hat seinen Platz.
Die „Band 96“ in der Christuskirche. Eine Popband in einer Kirche? Ja, heute immer mehr Standard und gewünscht, ohne die alten Lieder und die Orgel zu verdrängen. Beides hat seinen Platz.

Zu dieser Frage gab es die ganze Woche über hochkarätige Vorträge. So redete am Mittwoch der Bayrische Ministerpräsident a.D. Günther Beckstein zum Thema „Christ in der Politik“. Am Donnerstag war der Fußballtrainer Colin Bell zu Gast mit dem Vortrag „Christ im Sport“ und am Samstag referierte Gabi Wentland von „Mission Freedom“ über Zwangsprostitution in Deutschland. Josef Müller, der im Gefängnis saß und dort zum Glauben fand und Daniel Kallauch, ein bekannter Familien-Entertainer, rundeten die Woche ab.

Die Christuskirche lud eine ganze Woche lang ein

Dazu lud die Christuskirche jeden Abend in ihren Gottesdienstraum ein. An diesem Samstag war die Kirche gefüllt mit rund 350 Christen und Nichtchristen, die gekommen waren, um die „Band 96“ zu hören, die bereits eine große Fanbase hat und natürlich Gabi Wentland, die zum Thema. „Zwangsprostitution in Deutschland“ referierte.

Tragisch, was sie über die Tatsache zu berichten hatte, dass 95% aller Prostituierten in Deutschland nicht freiwillig diesem Gewerbe nachgehen. Und wie das Leben dieser Frauen aussieht. Oft gehalten wie Tiere im Käfig, ohne Gesundheitsvorsorge, ohne Würde, ohne Hoffnung. Gabi Wentland berichtete, wie sie selbst berührt wurde von dem Schicksal dieser Frauen und wie sie sich als gläubige Christin angesprochen fühlte, zu helfen.

Sklavenhandel in Deutschland? Ja, gibt es.

Gabi Wentland referiert über "Zwangsprostitution in Deutschland".
Gabi Wentland referiert über „Zwangsprostitution in Deutschland“.

Sie gründete dazu das Werk “ Mission Freedom e.V.“, dessen Mitarbeiter direkt in Hamburg auf der Reeperbahn und St.Georg arbeiten und oft unter dramatischen Umständen Frauen, die teilweise 10 Jahre und länger als Zwangsprostituierte leben mussten, befreien und ihnen ein neues Leben ermöglichen. Gabi Wentland wurde dazu für ihren Einsatz bereits der Bürgerpreis der deutschen Zeitungen (BDZV) verliehen.

Und auch wenn sich immer wieder kritische Stimmen unter ihren Einsatz mischen: Das, was sie da für die Frauen tut, ist bemerkenswert und findet hoffentlich viele Nachahmer. Denn: Allein, dass es möglich ist, dass quasi unter den Augen einer freiheitlich, demokratischen Gesellschaft so etwas wie gezielter Sklavenhandeln bestehen kann, sollte uns alle nachdenklich machen und uns als Gemeinschaft motivieren, dem entschieden entgegenzustehen.

Zum Abschluss des Abends sprach Pastorin Deitenbeck

Pastorin Monika Deitenbeck fand so auch zum Abschluss des Abends die richtigen Worte und drückte sicher für alle noch einmal deutlich aus, dass es wichtig, gut und richtig ist, vor dieser Problematik nicht die Augen zu verschließen, sondern sich aktiv dafür einzusetzen, dass sich eine ganze Gesellschaft geschlossen gegen jede Art von praktiziertem Menschenhandel ausspricht.

Pastorin Monika Deitenbeck fasst das gehörte noch einmal zusammen und rief zum Umdenken auf.
Pastorin Monika Deitenbeck fasst das Gehörte noch einmal zusammen und rief zum Um- und Nachdenken auf.

Am Ende der Veranstaltung, in der wohl kein Herz kalt geblieben war, spielte die „Band 96“ noch einmal. Es wurde gemeinsam gesungen und es gab danach zudem die Möglichkeit individueller Einzelgespräche, für alle, die mehr über die „Gemeindetage unter dem Wort“ und das brisante Thema dieses Abends wissen wollten.

Alles in allem eine besondere Woche, die auch in diesem Jahr dazu geführt hat, dass sich viele Menschen aus den unterschiedlichsten Gemeinden in und um Lüdenscheid getroffen haben und sich noch einmal ganz neu Gedanken zu den Inhalten ihres Glaubens und ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft machen konnten.

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