Symbolbild (Foto: Polizei)

Hagen. (ots) Unbekannte Täter haben am Samstagmorgen kurz vor 4 Uhr den Geldautomaten der Deutschen-Bank-Filiale an der Schwerter Straße in Boele gesprengt. Der enorme Explosionsdruck, erzeugt durch ein Sauerstoff-Acetylen-Gemisch, riss die Glasfassade aus dem Gebäude. Einer der Täter wurde später festgenommen. Nach Informationen der Tageszeitung „Westfalenpost“ soll es sich dabei um einen niederländischen Staatsangehörigen mit nordafrikanischen Wurzeln handeln;der Mann sei bereits wegen schwerer Einbruchsdelikte vorbelastet. Gegen den 30-Jährigen habe das Gericht inzwischen Haftbefehl erlassen, teilte die Polizei am Sonntagmittag (11. Dezember) mit.

In ihrem Presseportal hat die Polizei das Geschehen der Tatnacht dargestellt. Danach traf bereits wenige Minuten nach der Explosion der erste Streifenwagen ein. Währenddessen entfernte sich ein dunkler Audi Kombi mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Denkmalstraße, zwei Personen flüchteten zu Fuß in die Gegenrichtung. Der Polizeiwagen konnte nur kurz die Verfolgung des Audis aufnehmen, da er das Splitterfeld durchfahren musste und ein Reifen dabei platzte.

Geldboxen verloren

Das Fluchtfahrzeug fuhr mit offenstehender Heckklappe davon, verlor sowohl die Tasche mit den erbeuteten Geldboxen (mit einer erheblichen Geldsumme) als auch Einbruchswerkzeug (so auf der Hagener Straße einen Hammer), einen Benzinkanister und später auf dem Boeler Ring die Kofferraumwanne. Die geöffnete Kofferraumklappe hatte es den verfolgenden Polizeibeamten unmöglich gemacht, das Kennzeichen des Fluchtfahrzeuges abzulesen.

Verletzter Verdächtiger

Im Zuge der Fahndung konnten Beamte in Höhe der Feldmühlenstraße einen der zu Fuß geflüchteten Verdächtigen festnehmen. Er hatte eine stark blutende Verletzung an der Hand, die ambulant im Krankenhaus behandelt wurde; anschließend erfolgte der Transport in das Polizeigewahrsam.

Sechs Bewohner evakuiert

Vorsorglich evakuierte die Feuerwehr die sechs Bewohner aus den Wohnungen der zwei Etagen über der Bank, um sicherheitshalber zunächst die Statik des Gebäudes zu überprüfen. Die Personen wurden in einem Bereitschaftsfahrzeug versorgt und konnten gegen 7 Uhr zurück in ihre Wohnungen.

Bande aus Utrecht?

Die Identität des gefassten Tatverdächtigen sowie der Umstand, dass ein Audi im Spiel war, hat nach Darstellung der „Westfalenpost“ Vermutungen genährt, dass die Automaten-Sprengung eine weitere Tat der sogenannten „Audi-Bande“ sein könnte. Das Landeskriminalamt gehe davon aus, dass die Bande etwa 250 Mann stark sein soll, ihre Keimzelle im niederländischen Utrecht habe und überwiegend aus Männern mit marokkanischem Migrationshintergrund bestehe. Auf das Konto dieser Bande sollen Dutzende von Automaten-Sprengungen in NRW gehen. Auch wird die Bande in Zusammenhang mit spektakulären Verfolgungsjagden gesehen; bei einer davon, so die „Westfalenpost“, habe es im Februar bei Kamp-Lintfort zwei Tote gegeben.

Zeugen gesucht

Mit Hilfe des Technischen Hilfswerkes wurde der Einsatzort ausgeleuchtet und nach der Spurensicherung von Splittern gesäubert. Die Kripo hat die Ermittlungen übernommen. Ob in dem Audi ein oder mehrere Mittäter saßen, ist nicht bekannt. Auch nach dem zweiten Täter, der zu Fuß flüchtete, wird noch gefahndet. Zeugen, die im Zusammenhang mit der Geldautomatensprengung weiterführende Hinweise geben können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 02331/698-2066 bei der Polizei zu melden.

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