Etwa 50 Bürgerinnen und Bürger waren zur Informationsveranstaltung von Gegenwind Plettenberg e.V. ins Burghaus gekommen. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Etwa 50 Bürgerinnen und Bürger ließen sich am Dienstag (29. November) im Bürghaus von der Bürgerinitiative Gegenwind Plettenberg über die – negativen – Auswirkungen von Windenergieanlagen vor allem auf Mensch, Tier und Natur informieren.

Die inzwischen als Verein eingetragene Bürgerinitiative Gegenwind Plettenberg macht Front gegen die geplante Ausweisung von Konzentrationsflächen für Windenergieanlagen in den Waldgebieten Hohe Molmert in Verbindung mit Wüstung Höh sowie Lenneraum West. Die entsprechenden Änderungen des Flächennutzungsplans vorausgesetzt, sollen im Gebiet Hohe Molmert/Wüstung Höh fünf bis sechs und im Lenneraum West drei bis vier Windräder gebaut werden. Diese Windräder würden über 200 Meter hoch.

Wohngebiet Burg steckt in der Windkraft-Klemme

Robert Lützenkirchen (r.) und Dirk Brockhaus, 1. bzw. 2. Vorsitzender der Bürgerinitiatve Gegenwind Plettenberg, informierten im Burghaus über die Schäden, die durch den Bau von Windrädern in Waldgebieten verursacht werden. Foto: Bernhard Schlütter
Robert Lützenkirchen (r.) und Dirk Brockhaus, 1. bzw. 2. Vorsitzender der Bürgerinitiatve Gegenwind Plettenberg, informierten im Burghaus über die Schäden, die durch den Bau von Windrädern in Waldgebieten verursacht werden. Foto: Bernhard Schlütter

„Das Wohngebiet Burg liegt genau zwischen diesen beiden Flächen“, machte Robert Lützenkirchen, 1. Vorsitzender von Gegenwind Plettenberg, deutlich. Er erklärte, dass sich die Bürgerinitiative nicht generell gegen die Nutzung von Windenergie richte, sondern gegen Windräder im Wald. Windräder seien Industrieanlagen und die hätten nichts im Wald zu suchen.

Lützenkirchen kritisierte, dass die Stadt Plettenberg die Planungen ohne Zwang vorantreibe. Der Regionalplan sei noch in Arbeit, seine Ergebnisse und der Zeitpunkt der Vollendung ungewiss. Zudem schieße Plettenberg mit der beabsichtigten Ausweisung von 4 Prozent der Gemeindefläche als Vorrangzonen für Windkraft über das vom Land gesteckte Ziel von 2 Prozent hinaus.

Die Ablehnung der Konzentrationsflächen Hohe Molmert und Wüstung Höh durch den Landschaftsbeirat des Märkischen Kreises hob Robert Lützenkirchen hervor. In diesem beratenden Gremium sitzen Vertreter von Naturschutz- und Landwirtschaftsverbänden. Deren Votum sollte Gewicht haben, meinen die Gegner der Windräder in Plettenberg. Sie appellieren an die Bürgerinnen und Bürger: „Sprechen sie mit ihren Ratsvertretern. Die werden schließlich die Entscheidungen treffen.“

Belastung durch Infraschall

Hans-Georg Cremer, Frauenarzt in Eiringhausen, beurteilte die Risiken von Windenergieanlagen aus medizinischer Sicht. Foto: Bernhard Schlütter
Hans-Georg Cremer, Frauenarzt in Eiringhausen, beurteilte die Risiken von Windenergieanlagen aus medizinischer Sicht. Foto: Bernhard Schlütter

Aus medizinischer Sicht stellte Hans-Georg Cremer die Beeinträchtigungen durch Windräder dar. Der Frauenarzt (Praxis in Eiringhausen) hat sich als Medizinier und auch in seiner Eigenschaft als Kreistagsabgeordneter im Kreis Olpe mit der Windenergieproblematik auseinandergesetzt. Er wies vor allem auf die Beeinträchtigungen durch den vom menschlichen Ohr nicht wahrnehmbaren Infraschall (Frequenzen unterhalb der Hörschwelle) hin. „Aus medizinischer Sicht ist bei Anlagen dieser Höhe ein Abstand von 10 Kilometern bis zur nächsten Bebauung nötig.“ Gesetz sind in NRW 600 Meter zu Einzelbebauungen und 800 Meter zu Wohngebieten.

Verfall von Immbilienpreisen

Dirk Brockhaus, 2. Vorsitzender von Windkraft Plettenberg und selbst nur etwas über 600 Meter vom drohenden nächsten Windrad entfernt wohnend, stellte die erheblich sinkenden Immobilienpreise in der Nähe von Windenergieanlagen dar.  Bis zu 30 Prozent Minderung seien hier zu befürchten. Den von der Stadt Plettenberg in Auftrag gegebenen Artenschutzbericht sieht er als unzutreffend an. Schwarzstörche, Rotmilane und andere geschützte Greifvögel würden regelmäßig im Gebiet der Hohen Molmert gesichtet. Nicht zuletzt würde das Landschaftsbild durch den Bau der Windräder und die dafür notwendigen Trassen durch den Wald nachhaltig zerstört.

Meinung von PNE-Mitarbeiter wurde nicht gehört

Unter den Zuhörern am Dienstagabend war auch ein Mitarbeiter des Investors PNE AG, der die Windenergieanlagen auf der Hohen Molmert bauen möchte. Seine Meinung wurde allerdings nicht gehört. „Das halte ich hier nicht für angemessen“, meinte Dirk Brockhaus auf eine entsprechende Frage aus der Bürgerschaft. Auf Nachfrage des TACH bekundete der PNE-Mitarbeiter, dass er durchaus bereit gewesen wäre, Stellung zu nehmen.

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