Landrat Thomas Gemke (2.v.l.), Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper (3.v.l) und Bürgermeister Uwe Schmalenbach (rechts) bauten mit den Anreinern die mobile Schutzwand auf, Foto Erkens/Märkischer Kreis

Herscheid (pmk) – Für die Untere Wasserbehörde des Märkischen Kreises und die anliegenden Unternehmen sind die rund 600.000 Euro, die zu 80 Prozent aus EU-Mitteln geflossen sind und zu 20 Prozent von der Gemeinde Herscheid aufgebracht wurden, gut investiertes Geld.

Die 1,70 Meter hohe Schutzmauer soll künftig Wassermassen abhalten, Foto Erkens/Märkischer Kreis
Die 1,70 Meter hohe Schutzmauer soll künftig Wassermassen abhalten, Foto Erkens/Märkischer Kreis

Im Rahmen des Regionale Projekts „Ein Kreis packt aus“ hatte die Gemeinde Herscheid mit fachlicher Unterstützung des Forschungsinstituts Wasser und Umwelt der Universität Siegen und begleitet von der Kreisverwaltung ein integriertes Konzept im Bereich des Else- und Rammsiepenbaches entwickelt und umgesetzt. Durch die Schaffung einer 6000 Kubikmeter großen Hochwasserrückhaltung, L-Steinen in Höhe von 1,70 Meter, einer Eindeichung sowie der Reduzierung der Fließgeschwindigkeit soll ein Hochwasser wie zuletzt in 2008 erlebt, in Zukunft verhindert werden. Zur Not können auch noch mobile Hochwasserschutzwände in minutenschnelle hochgezogen werden. Davon konnten sich Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper, Landrat Thomas Gemke und Herscheids Bürgermeister Uwe Schmalenbach überzeugen, indem sie selbst Hand anlegten.

Schmalenbach schilderte wie damals, am 26. Juli 2008 die sonst leise vor sich hin plätschernde Else nach Starkregen und Unwetter wie ein reißender Fluss durch die Fabrikanlage der Teckentrup GmbH gerauscht war. „Neben jeder Menge Schlamm, Öl und Geröll hat die Else einen Schaden von rund einer Million Euro hinterlassen“, erinnerte sich Geschäftsführer Thomas Volborth. Auch die Nachbarunternehmen Wilhelm Schröder und Otto Huss sowie eine privates Bauernhaus wurden in Mitleidenschaft gezogen. Für die Unternehmer ist der Hochwasserschutz überlebenswichtig. So waren sie auch froh, dass die Schutzmaßnahme ihre erste Bewährungsprobe im Januar 2012 gemeistert hat: die durch Hagel, Schnee und Starkregen verursachten Wassermassen konnten auf die neu geschaffene Ausweichfläche hinter die Firmen Schröder und Teckentrup ausweichen.

Im Zuge der Hochwasserschutzmaßnahmen an der Else wurde auch die Offenlegung und Renaturierung des Rammsiepenbachs in Angriff genommen. Dafür musste der Bach teilweise verlegt, von der Kanalisation abgebunden und schließlich naturnah durch eine Wiese geführt werden. „Wir wollen, dass die Flüsse wieder sichtbar werden und die Fehler der Vergangenheit behoben werden“, betonte Landrat Thomas Gemke.

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