Schluss mit Freiland: Sämtliches Federvieh in Hagen muss im Stall bleiben. Foto: Wolfgang Teipel

Hagen. Erneut wurde bei zwei Wildenten, die am Ufer des Hengsteysees aufgefunden wurden, das Geflügel-Influenza-Virus H5N8 nachgewiesen. Bei den beiden aktuellen Seuchenausbrüchen handelt es sich zum einen wieder um den Fundort am Hengsteyseebad. Zum anderen ist auch die Stadt Herdecke betroffen, denn der Fundort der zweiten Wildente befand sich am Seeufer in Höhe des Koepchen-Werkes. Bei dem Erreger handelt es sich um dasselbe hochpathogene Geflügelpestvirus, das seit November letzten Jahres wiederholt Wildenten im Bereich des Harkortsees und des Hengsteysees befallen hat.

Um die mögliche Ausbreitung eines Tierseuchenerregers zu verhindern, wurde jetzt erneut die Einrichtung eines Sperrbezirks und eines Beobachtungsgebiets  durch die Amtstierärzte angeordnet. Um künftig nicht bei jedem neuen Seuchenfall die Radien des Sperrbezirkes und des Beobachtungsgebietes wieder neu anpassen zu müssen, sind die Veterinärämter der von der Seuche betroffenen Städte Hagen und Dortmund sowie das Veterinäramt des Ennepe-Ruhr-Kreises dazu übergegangen, die Gebiete im Ein- bzw. Drei-Kilometer-Abstand um die Uferlinie des Hengstey- und des Harkortsees zum Sperrbezirk bzw. Beobachtungsgebiet zu erklären.

Ausstellungen und Märkte untersagt

Nach wie vor werden aufgrund der Seuchengefahr alle Geflügelausstellungen, Geflügelmärkte und ähnliche Veranstaltungen auch mit Vögeln anderer Arten im Stadtgebiet Hagen untersagt. Außerdem gilt im gesamten Stadtgebiet Hagen weiterhin die Stallpflicht für das Halten von Tieren folgender Arten: Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse sowie in Gefangenschaft gehaltene Vögel anderer Arten.

Die genannten Restriktionszonen werden zunächst für die Dauer von 21 Tagen eingerichtet. Bei weiteren Folgeausbrüchen werden diese Fristen entsprechend verlängert.

Auch Katzen- und Hundehalter betroffen

Zu beachten ist, dass im Sperrbezirk und dem Beobachtungsgebiet nicht nur für Geflügelhalter Beschränkungen und Gebote wie zum Beispiel Verbringungsverbot für Geflügel zu beachten sind. Auch die Halter von Hunden und Katzen sind betroffen, denn für sie gilt die Vorschrift, dass man in den Restriktionsgebieten Hunde und Katzen nicht frei umherlaufen lassen darf. Für die Jägerschaft ist der Genehmigungsvorbehalt im Sperrbezirk und im Beobachtungsgebiet für die Jagd von Federwild relevant.

Nur mit Schutzkleidung in den Stall

Folgendes sollten Hagener Geflügelhalter nach wie vor beachten: Alle, die ihre Tiere bislang nicht bei der Tierseuchenkasse gemeldet haben, werden aufgefordert, dies zeitnah beim Veterinäramt nachzuholen. Außerdem sind Hygieneregeln strikt einzuhalten. Dazu zählen unter anderem, die Ställe nur mit eigener Schutzkleidung zu betreten und Besucherkontakte ganz zu vermeiden oder auf das unerlässliche Maß zu beschränken.

Nach allen derzeit bekannten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist das Virus für Menschen nicht gefährlich. Weltweit sind keine Erkrankungsfälle bekannt.

Alle betroffenen Personen werden um Verständnis für die Maßnahmen gebeten, die aufgrund der Seuchenlage notwendig sind.

 

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