Lennard und seine Box: Er hatte sich für das Thema "Gute Ritter" entschieden. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Böse Ritter, starke Ritter, die drei Ritterbrüder – das Mittelalter bevölkert kleine Boxen. Lennard Schirm hat sich für den guten Ritter entschieden. Die soll es im Mittelalter ja auch gegeben haben. Alte Zeiten befüllen Boxen in der Neuzeit. Am Freitag wurde das diesjährige „MuseobilBox“-Projekt in den Museen der Stadt Lüdenscheid abgeschlossen. Passend zur Ausstellung „Spinnrad, Schwert und Federkiel“ haben sich zwei Gruppen in diesem Jahr mit dem Thema Mittelalter befasst. Die Kinder kommen, wie Lennard, alle aus dem offenen Ganztag der Lüdenscheider Grundschulen.

Ausflug zur Burg Altena

Am Freitag stellten die Mädchen und Jungen ihre MuseobilBoxen im Museum am Sauerfeld aus. Foto: Wolfgang Teipel

Sie haben Ausflüge auf die Burg Altena unternommen, wurden zu Knappen geschlagen, übten sich im Armbrustschießen und mehr. Ihre Eindrücke haben sie in den Boxen verarbeitet.

„Ein erfolgreiches Projekt“, sagt Museumsleiter Dr. Eckhard Trox. Seit Beginn des Projektes im Jahr 2013 haben 130 Lüdenscheider Kinder 130 MuseobilBoxen zu den unterschiedlichsten Projekten erstellt. 2014 lautete das Thema beispielsweise „Mein Traumzimmer“. Motor des Projektes sind Ursula Delhounge und Ulrike Tütemann, die Abteilung Museumspädagogik.

Förderung seit 2013

Ursula Delhounge, Dr. Eckhard Trox und Ulrike Tütemann sind froh, dass das Programm zunächst bis 2022 fortgesetzt werden kann. Foto: Wolfgang Teipel

Seit 2013 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung die MuseobilBox mit jährlich 20.000 Euro. „Kein Pappenstiel“, sagt der Museumsleiter. Das Geld stammt aus dem Programm „Kultur macht stark“ und wird zur Förderung benachteiligter Kinder und Jugendlicher zwischen acht und 18 Jahren eingesetzt. Die Museen der Stadt Lüdenscheid zählen seit Beginn des Förderprogramm zu den Einrichtungen, die Mittel aus Berlin erhalten. Die Bewerbung erfolgt jährlich über den Bundesverband Museumspädagogik.

Blick in die Box „Der Blumengarten“. Foto: Wolfgang Teipel

Kinder toben lautstark durch die aktuelle Ausstellung. Das Pressegespräch wird in einen anderen Raum verlegt. „Sie sehen, wir müssen nicht mühsam den Beweis erbringen, dass wir ein belebtes Museum sind“, schmunzelt Dr. Eckhard Trox. Über die Kinder erhalten manche Eltern den Erstkontakt zu einer kulturellen Einrichtung in der Stadt. Ein gewollter Effekt. „Manche kommen später wieder, um im Museumscafé Kindergeburtstag zu feiern“, sagt Ursula Delhounge. So bleibt die Einrichtung am Sauerfeld im Gespräch.

Fortsetzung bis 2022

Dr. Eckhard Trox ist froh darüber, dass das Programm „Kultur macht stark“ zunächst bis 2022 fortgesetzt wird. Ab 2018 stehen insgesamt 250 Millionen Euro zur Verfügung. Das sind 30 Millionen Euro mehr als bisher.

Der Einsatz lohnt sich und bringt interessante Nebeneffekte mit sich. „Manche Kinder sind offenbar noch nie aus Lüdenscheid herausgekommen“, berichtete Ursula Delhounge. Die Zugfahrt zum Hagener Osthaus Museum war für einige Mädchen und Jungen die erste Fahrt mit der Bahn.

Info: Die Museobilbox des Bundesverbandes Museumspädagogik zielt direkt aus die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Was aus meinem Leben sollte für die Menschen der Zukunft in einem Museum aufgebwahrt werden? Ausgehend von dieser Fragestellung gestalten Kinder und Jugendliche unter fachkundiger Anleitung von Museumspädagogen eine mobile Museumsbox. Die Sammelstücke werden dann wie am Freitag in einer realen Ausstellung präsentiert.

Fotostrecke mit Bildern von Isabel Delhounge

 

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