Gemeinsam mit den Gewerkschaften will sich die Lüdenscheider SPD für eine gerechtere Arbeitswelt einsetzen.

Lüdenscheid. Der SPD-Stadtverband liefert. Die Mitglieder verabschiedeten bei ihrer Delegiertenkonferenz im „Schneckenhaus“ einstimmig den Antrag „Arbeit als zentraler Bestandteil des Zusammenlebens: Gebt der Arbeit ihren Wert (zurück)!“. Dieser wird an den Vorstand des SPD-Unterbezirks Märkischer Kreis und an den Bundesparteitag weiter geleitet. Die Forderungen sollen in das Programm für die Bundestagswahl 2017 aufgenommen werden. Stadtverbandsvorsitzender Gordan Dudas: „Gemeinsam mit den Gewerkschaften wollen wir Seit‘ an Seit‘ für eine gerechtere Gesellschaft kämpfen“.

Einstieg in die Bürgerversicherung

Die Eckpunkte stellten Bernd Schildknecht, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Märkischen Kreis, und Fabian Ferber, stellvertretender Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes und Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall im Märkischen Kreis, vor. „Es ist noch eine Menge zu tun, um die Richtung zu bestimmen“, macht Bernd Schildknecht deutlich. Der Gewerkschafter zeigt, wohin die Richtung geht. Er lenkt den Blick auf prekäre Arbeitsverhältnisse. Die Unsicherheit besonders bei den jungen Leuten sei riesengroß. Schildknecht fordert „auskömmliches Einkommen“ und verlässliche tarifvertragliche Vereinbarungen. „Wir wollen den Einstieg in Bürgerversicherung“, erklärt der Sozialdemokrat. Im Antrag heißt das: „Sicherheit braucht Leistung – als BürgerInnenversicherung und paritätisch finanziert… Auch Selbstständige und Beamte sollen sich an der Finanzierung des Systems beteiligen.“

Digitalisierung als Chance

Die Veränderung der Arbeitswelt müsse diskutiert werden. Dabei sei es wichtig, nicht nur auf Entwicklungen zu reagieren. Fabian Ferber führte aus, dass die Digitalisierung auch Chancen eröffne. Flexibilisierung auf der einen Seite, auf der anderen Seite bedürfe es „klarerer Schutzregelungen“ für die Arbeitszeit. Für das „Erfolgsmodell Mitbestimmung“ könnten zeitnahe und konkrete Mitwirkungsmöglichkeiten in Konzernen entwickelt werden, eine Chance für mehr Demokratie im Betrieb. Handeln ist angesagt. Ferber: „Wer die Digitalisierung verpennt, hat in zehn Jahren ein Riesenproblem“.

Anspruch auf berufliche Weiterbildung

Die Veränderung der Arbeitswelt, das heißt lebenslanges Lernen. Die SPD fordert: „den Anspruch auf berufliche Weiterbildung einführen“. Das „Arbeitslosengeld Q“ und die damit verbundene Veränderung der Arbeitslosenversicherung gehen in die richtige Richtung.

Der Grundsatz „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ müsse Realität werden – ein klares Nein zu Leiharbeit, Befristung und Werkverträge. Der Stadtverband steht für moderne Berufsausbildung. Die SPD ist dafür, dass auch Auszubildende im Pflege- und Erziehungswesen eine Ausbildungsvergütung bekommen.

Bernd Schildknecht erläuterte den Antrag zum Thema gerechte Arbeit. Foto: Elke Teipel

Moderne Ausbildung

Sie wollen auch eine Untergrenze für Ausbildungsvergütungen diskutieren. Nachwuchsmangel im Handwerk, kein Wunder meinen die Genossen, und sehen einen Grund in der schlechten Bezahlung der Azubis. Neben dem Azubi-Ticket, das die heimischen Jusos schon ins SPD-Landesprogramm eingebracht haben, eine weitere Idee: Azubi-Wohnheime für Lüdenscheid als Standort, in dem Fachkräfte ausgebildet werden.

Seit‘ an Seit‘ am 1. Mai

Die Delegierten stehen hinter dem Antrag. Erneut ein 100-Prozent- Ergebnis. Dieter Dzewas rief dazu auf: „Wir müssen radikaler werden. Radikal heißt, an die Wurzeln gehen.“. Stadtverbandsvorsitzender Gordan Dudas, der zur Delegiertenkonferenz auch Bundestagskandidatin Nezehat Baradari begrüßte, zeigte die Marschroute auf. Arbeit sei das zentrale Thema. Wenn wir schreiten Seit‘ an Seit‘ mit den Gewerkschaften, sei das genau der richtige Weg“. Los geht’s einmal mehr am Tag der Arbeit, am 1. Mai, 11 Uhr ab Kreishaus, auf zur Kundgebung auf dem Rathausplatz.

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